Kurs:Dresdner Baudenkmäler/Bogenschützengesellschaft

Bogenschützengesellschaft.

Der Besitz der Bogenschützeugesellschaft an Alterthümern befindet sich z. Z. im Stadtmuseum.

Goelette, auf Rädern, 27,5 cm hoch, 17,5 cm lang, Silber, vergoldet. Am Leibe mit getriebenen Renaissanceranken verziert; fünf silberne Soldaten auf

dem Verdeck. Anfang ^ ^ des 17. Jahrh. © f$?j

Gemarkt mit dem 3% Augsburger Beschauzeichen und der neben- stehenden Marke, wohl des Goldschmieds Andreas Wickhertfl- 1661). Vergl. Ro- senberg a. a. 0. Nr. 232.

Deckelpokal, Silber, innen, zum Theil aussen vergoldet, 28,5 cm hoch mit Deckel, 22 cm ohne diesen, 10,5 cm Fuss- weite, 14,4 cm Kelchbreite (Fig. 631). Kurzer Stiel, Perlstabkranz, feine Fällungs- ornamente; glatter cylindrischer Kelch, Deckel gleichfalls glatt, mit verziertem Knopfe. Gravirt in Medaillonrahmen zwei Landschaften mit

1. Bogenschützen in einem Hofe, rechts Mauer und Galerie, hinten ein Thurm.

Umschrift:

Sucht man itzt sich Lust zu schaffen, Gott kann auch noch alles wenden.

2. Stadtmauer, vor der eine grosse Be- lagerungsmaschine, Krieger mit Speeren und Armbrüsten. Die Umschrift lautet :

Künftig andere Zeiten senden Aufs der alten ernsten Waffen.

Inschrift zwischen den Medaillons:

1. Nachfolgende Armbrust Schützen haben zu Ihren guthen andencken der Gesellschafft einige silberne Geschirr geschenket:

Herr Michael Gleichmann, Churfl. S. Geh. und Hoff Secr. „ Paul Zincke, Bürgermeister. „ Christian Bothe, Hoff Handelsm. „ Gottfried Schmid, St. Buchhl. „ Michael Gebhard, Rathsverw. „ Andreas Herold, Churfl. S. Stückg. „ Christoph Lieberman, Churfl. S. Leibschneider.


Fig. 681. Bogenschützengesellseliaftj Deckelpokal.


ßogensehützengeseliseliaft.


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2. Alfs im Monath Septembr. des 1706. Jahres Königl. Maj. von Schweden aus den Königreich Pohlen in die ChurfJ. Sh'chs. Lande mitt Ihrer Armee drungen, bis in diesen Monat des folgenden 1707. Jahres darinne blieben, fast alles aufzehreten auch was an geld u. geldes werth nur auffzubringen aufspresseten, schützete Gott diese Stadt vor solcher grofsen bedrängnis; iedoch lag inzwischen alle Nahrang darnieder, bey welcher müssige Zeit mit genehmhalten des Schützen Hauptmann Tit. Herrn Dr. Marcus Dornblüths Königl. Raths und Bürgermeisters alhier in Dresden, derer Altiste u. andern Schützen aufs den von drüben mit rühm benanter Verehreten Silberwerck dieses einige, zu desto bequemer Erhaltung des jährl. andenckens, verfertigen liefsen durch J. J. Irmenger.

Auf dem Deckel:

FERRATAM EXCUTIENS ORNUM MEDIA AGMINA RUMPIT.

Gemarkt mit Dresdner Beschau, der Jahresmarke G und obenstehender Marke des Goldschmiedes J. J. Irminger. Prächtiges, schweres Stück.

Deckelpokal, Silber, vergoldet, 31,5 cm hoch mit Deckel, 23,2 cm ohne diesen, 11,6 cm Kelchweite, 11 cm Fussbreite, einfach, gedreht. Gravirt das kleine sächsich -polnische Wappen mit der Umschrift:

J: G: Maria Anna Pr: Reg: Pol: et Lith: Duc: Saxoniae 1745. ^"^^^i

Gemarkt mit Dresdner Beschau, der Jahresmarke J. und neben- ^ " stehendem Zeichen.

Deckelpokal, Silber, innen vergoldet, 36,5 cm hoch mit Deckel, 24,9 cm ohne diesen, 11,5 cm Kelchweite, 11,5 cm Fussbreite. Gedrehte, wenig schöne Form. Auf dem Deckel an einem Stiel ein gekrönter Adler, der ein silbernes, vorn vergoldetes Schild mit einem Doppelwappen hält. Nach Angabe des Stadt- museums ein Geschenk der Gräfin Moscynska.

Gemarkt mit Dresdner Beschau, der Jahresmarke H und neben- lj stehendem Zeichen.

Pokal, Silber, innen und zum Theil aussen vergoldet, 21,2 cm hoch, 8,6 cm Kelch weite, 8,7 cm Fussbreite. Fuss mit Bandornament, als Stiel eine Armbrust. Kelch unten eingebaucht, unten und oben mit Flachmuster, sonst glatt. Darin ein siebartiger Einsatz beweglich, im Centrum ein Stäbchen, an dem unten eine hohle Kugel, oben ein Adler befestigt ist.

Gemarkt mit Dresdner Beschau, der Jahresmarke Q und neben- stehender Marke.

Anfang des 18. Jahrh. Hübsche Arbeit.

Deckelpokal, Silber, innen vergoldet, 30,3 cm hoch mit Deckel, 23,2 cm ohne diesen, 11,4 cm Fussweite, 12,4 cm Kelchbreite. Mit kurzem Stiel und schwerem, gedrehtem Kelch.

Gemarkt innen im Fusse und am oberen Rande mit Dresdner fcTtf Beschau, der Jahresmarke A und nebenstehendem Zeichen.

Ende des 18. Jahrh. xxiii. 12 (50)


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Dresden (Stadt), Bogenschützengesellschaft.


Becher, Silber, innen, zum Theil aussen vergoldet, 20,2 cm hoch, 10,5 cm Fussweite, 12,8 cm Kelchbreite. Fuss mit Wülsten, Kelch glatt, cylindrisch, nur oben und unten mit einem Streifen feinen Bandornamentes versehen. Inschrift:

Herr Graff von Wackerbarth hat schon seit vielen Jahren Ein Schütze wollen seyn, und ist auch wohl erfahren, Ihm wurden Lust- und Ernst- Geschütze wohl bekandt, Die Er zu seinen Ruhm gebraucht in manchen Land, Was Ihm die Schützen Kunst in Moritzburg bescheret, Hat Er der Compagnie vor ihre Lehr verehret. Drum wünscht das Schützen Corps, ergreiffend den Pocal: Vivat der Gouverneur! Vivat der General!

Gemarkt mit Dresdner Beschau, der Jahresmarke S und obenstehendem Zeichen. Zweite Hälfte des 18. Jahrh. Deckelpokal (Fig. 632), Silber, ver- goldet, 37,5 cm hoch mit Deckel, 25 cm ohne diesen, 12,8 cm Kelch weite, 17 cm Fuss- breite. In Form einer Urne; quadratischer Fuss, glatter eiförmiger Kelch, unten mit aufgesetzten Eanken verziert. Auf dem Deckel stehen zwei Putten neben einer Doppelmedaille, mit Armbrüsten, der eine erhebt einen Lorbeerkranz. Auf der einen Seite der Medaille das Portrait des Prin- zen Albert von Sachsen -Tesehen mit der Umschrift:

Albert. Reg. Pol. et Lithua. Prin. D. Sax. Tessin.

auf der anderen das seiner Gemahlin:

Maria Christina Arch. D. Aus. D. Sax. et Thessinae.

Im Innern des Deckels die Inschrift:

Der Bogenschützengesellschaft Dresdens | Als Beweis von Zuneigung und Achtung | von Maria Christina Erzherzogin von | Oesterreich MDCCLXXXXIII.

Gemarkt mit Dresdner Beschau , der Jahresmarke T und dem Zeichen des Gold- schmieds F. R.(?) Schroedel.

Prachtstück in bestem klassizistischen

Stil.

Deckelpokal, Silber, vergoldet, Prachtstück. 35 cm hoch mit Deckel, 25,2 cm ohne diesen, 12,2 cm Kelchweite, 12 cm Fussbreite. Am Fusse getrieben zwischen ornamentalem Rankenwerk drei Medaillonreliefs, römische Helden dar- stellend. Der Nodus mit kleinen Schnecken verziert. An dem cylinderförmigen Theile der Cuppa zwischen den Ausladungen oben und unten feines Bandorna- ment und Lorbeerwülste. Deckel ähnlich wie der Fuss; als Knopf die Gestalt des Amor mit dem Hute auf dem Kopfe, die Armbrust im linken Arme, einen Pfeil in der Rechten.


Fig. 632. Bogenschiitzengesellschaft, Peckelpokal.


Bogenschützengesellschaft.


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Umschrift am oberen Kande:

Ihro Durchl: die Prinzefsin Maria Anna von ChurSachfsen verehren diesen Pocal der Löbl: Bogen Schützen Gesellschafft zum Andencken als höchst Dieselben den König- Schufs d: 7: Aug: Ao. 1773 zu Drelsden durch den Herrn Cammer Herr : Friederich  : August : Bosen  : als Deputatum der Hohen Herrschafft erhalten haben.

Im Fusse innen die Inschrift:

Verehret. Dresden, d: 26. Juli 1774. (SttO^ 3 mr: 10 lt: 1 gr: 2 4. ly

Gemarkt mit Dresdner Beschau und nebenstehender Marke. ^£|L Vornehmes Stück vom Anfang des 19. Jahrh. Anhenker, Silber, vergoldet, emaillirt.

An einer Barre mit 2 Eubinen und einem Smaragd ein Horn und eine Reiterpistole in farbiger Emaille, dazu sehr reizendes emaillirtes Ornament. Schöne Arbeit der Zeit um 1590.


1660 | den 24. Juny | Als das Vogel | Schiessen zu Dres | den in 30 Jahren nicht | gehalten worden er | langte durchs Clück | das Königs Recht der | Churfürstl. S. Ge | heimRath und Land | vogt in OberLausiz | Herr Curt Reinicke | Frey H. v. Calenberg.

Anhenker, Silber, emaillirt, bestehend aus den übereinander gelegten Buchstaben.

Anhenker (Fig. 634), oval, mit gutem Miniaturportrait unter Glas, rings- herum ein Lilienkranz in durchbrochener Emaille, darüber ein Kurfürstenhut in Emaille. Auf der Rückseite die Inschrift:

Catena | Sagittar. Dresdens. | MDXIII argento coepta, | exacto Seculo, ipso anno | Natalitio MDCX1IT | Joh. Georg II. El. Sax. | nutu eiusd. Jam | ponderis XXI. libiar. J existens, novam hanc | enuque auream indu | it formam MDCLXI. j Deus huuc seruet.

Dazu die goldene Kette. Feine Arbeit.

Klippe, quadratisch, 45 mm messend, Silber; vorn ein Obelisk, gekrönt


Anhenker (Fig. 633), Wappen derer von Calenberg, in getriebenem vergoldeten Silber, 90mm hoch, 75 mm breit, von zwei Greifen gehalten; unten eine Perle. Vorn die Jahres- zahl 1660, hinten in schwarzer Emaille schritt :


Fig. 633 und 634. Bogenschützengesellschaft, Anhenker.


12* (50*)


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Dresden (Stadt), Bogenschützengesellschaft.


von dem kursächsischen Wappen, durch Guirlanden und Ketten mit zwei Säulen verbunden, darüber zwei Hände, die einen Kranz halten. In den Ecken das kursächsische und andere Wappen. Umschrift:

Mediante Deo et amore. Existente pace & concordia.

Auf der Rückseite:

V. G. G. Johann Georgs | des Andern Herzogs j und Churfürstens zu | Sachffen auch Burg | grafens zu Magdeb: | gehaltenes Haupt | Schieffen zu | Drefsden | 1662.

Anhenker (Fig. 635), oval, Gold, emaillirt, circa 7:6 cm messend. Vorn in Maleremaille ein Löwe, der das kursächsische Wappen hält, darüber ein Adler mit dem Kurhut und der Inschrift: Zu Schutz und Nutz. Um den Rand ein Lor- beerkranz mit Rubinen. Auf der Rückseite in Gold die schwarze Schrift:

Von GOTTES | gnaden Johann Ge | org der Dritte Hertzog | und Erb-Chur-Printz | zu Sachfsen gewann das j Königreich beym Vo | gelschiefsen. Ao. j 1665.

Im Innern eine Silberplatte, darauf das Miniaturbildniss des jungen Herzog Johann Georg. Anmuthige Arbeit.


Fig. 635 und 636. Bogenschützengesellschaft, Anhenker.


Anhenker, oval, Silber, 6:6,5 cm messend, in einfarbiger Maleremaille mit Filigranumrahmung. Vorn unten das von Miltitz'sche Wappen mit den Buchstaben: H. G. V.M. Darüber: improvisa Jucunda.

Auf der Rückseite:

Auno 1673 | den 27. Juny | Alfs das Vogelschis | fen zu Drelsden gehalten | wurde erlangte durch Zunei | gung des Glücks, das Königs | Recht der Churfürstl. Sachs. | Rath und Cammer Herr wie | auch Chur Printzl. Hoff | Marschall Herr Hein J rieh

Gebhard von | Miltitz.

Klippe, quadratisch, 66 mm messend, Gold. Auf der einen Seite in der Mitte die Vogelstange, von der eben der Adler fällt, rechts davon die Fortuna auf einer Kugel, links die Spes mit dem Anker. Inschrift:

Den XXIII. Jul. A. MDCLXXVI wurde die Durchl. Churf. zu Sachsen Fr. Magdalena Sibylla bei den Dread. Vogelschiefsen Königin. Unten auf einem Bande: Kom Glück erfreue Hofnung.

Rückseite: Monogramm von MSCVS unter der kurfürstlichen Krone. Wiederholung in Goldbronze.


Scheibenschützengesellschaft.


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Anhenker, oval, Silber, emaillirt, 35:46 mm messend. Auf der einen Seite das Monogramm AVE unter einer Krone, Gold in schwarzer Emaille. Auf der Eückseite in Emaille das von Einsiedel'sche Wappen und die Inschrift:

Wart. König. Johannis. 1677. A.V. E.

Anhenker, Silber, oval, 47:57 mm messend, emaillirt, von einem Eosen- kranz umgeben. Vorn das Bild eines Armbrustschützen, der den Adler herunter- schiesst, in röthlicher Maleremaille mit der Inschrift:

Gloria casu citius occidua.

Auf der Eückseite auf weisser Emaille die Inschrift:

In | meraoriam | sagitti ludii | Solennis | die 24. Juny | MDCLXXVIII | Dresdae celebrati | quo | Regio exceptus est applausu | Philippus Strobelius j aute arrogationem Knauff dict. h. t. | iudicii S. | Camerae Senatoriae | Praefectus.

Anhenker (Fig. 636), Goldmünze, 64:82 mm messend, vorn emaillirt; unter Krone und Hermelin zwei A unter Königskrone mit der Umschrift:

Avis. Atavis. Animis. Armis.

Auf der Eückseite die Umschrift:

Anglum Saxoniam tantis ornare triumphis Nil mirum prolem diligit illa suam.

Innen:

XX Sept. MDCCVK | Joannes Robinson | Sac. Reg. Maiestatis | Magnae Britanniae | Ablegat. Extraordinarius | in aviladi Dres- | densi | Rex.

Eingsherum ein emaillirter Kranz von Eosen.

Wappen des Grafen Waltstein, Silber, vergoldet, mit Diamanten und Smaragden besetzt, an dunkelgrünem Bande. Inschrift:

Von | Sr. Excellenz d. K. K. | Geheimden Rath Herrn | Vincenz Grafen v. Waltstein | der hochlöblichen Vogel Schü | tzen Gesellschaft in Dresden, | bey Erhaltung des Königs | Schufs: zum Andencken ge | widmet Anno 1788.