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IPK im SS 2012

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Name Studiengang vhb Wiki Thema Forschungsland Homepage Video abgeschlossen
Kursleiterin Eva Sondershaus, M.A. Eva Sondershaus
Jana Autor BA DaF/DaZ Schulpädagogik Jana Autor
Julika Hofmann LA GS DaF/DaZ M, D, Ku hofjulik
Layla Maria Wollmann Ermacora BA Daf/Daz Schulpädagogik Layla Maria Wollmann Ermacora
Olga Fluhr BA DAF/DAZ Olga Fluhr
Fiona Adler LA HS DAF/DAZ Fiona Adler
Alexandra Schülein LA HS Daf/Daz, D, Geo, Sp Alexandra Schülein
Ketevan Gvianidze BA Germanistik Gvianike
[[Benutzer:|Benutzer:]]
Eleonora Lisa Schulze Battmann BA Germanistik Eleonora
Roujie Kang BA DaF/DaZ Roujie Kang
Barbara Wiedemann BA DaZ/DaF Barbara Wiedemann
Janika Hausner BA DaF/DaZ, IberoRomanistik Janika Hausner
Sabrina Schleicher BA Franko-Romanistik / DaF Sabrina Schleicher
Sophia Baller LA GS DaF/DaZ, D, M, Mu Ballerso

Hypothese

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Die traditionelle deutsche Familienkonstellation wird in Zukunft nicht mehr bestehen.

Wortursprung

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Das heutige deutsche Wort „Familie“ stammt ursprünglich vom lateinischen Wort „famulus – der Haussklave“ ab. „Familia“ meinte in der Antike den Haushalt mit der Familie des „pater familias“, also des Hausherren, den Sklaven im Haus und auf den Feldern und dem ganzen Besitz.

Verschiedene Familienbegriffe

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Juristischer Familienbegriff: Man spricht von einer Familie, wenn zwei Generationen durch biologische oder rechtliche (z.B. durch Adoption) Elternschaft miteinander verbunden sind.

Biologisch-genealogischer Familienbegriff: Biologisch wird die Familie über Blutsverwandschaft definiert.

Haushaltsstatistischer Familienbegriff: In der amtlichen Statistik bilden die Menschen eine Familie, die in einem Haushalt bzw. mit Kindern, die unter 18 Jahre alt sind, zusammenwohnen.

Psychologischer Familienbegriff: Familien sind Beziehungssysteme, die folgende Merkmale aufweisen: Abgrenzung (zwei oder mehr Personen gestalten ihr Leben in wechselseitiger Bezogenheit), Privatheit (die Personen verfügen über einen umgrenzten Lebensraum, der intime Beziehungen ermöglicht), Dauerhaftigkeit (längerfristige Zeitperspektive der Beziehungen, wechselseitige Verpflichtungen) und Nähe (physische, geistige und emotionale Intimität werden in diesen Beziehungen zugelassen)

Soziologischer Familienbegriff Familie ist ein Netzwerk von Menschen, die zusammen in einem oder in mehreren verwandtschaftlich generationenübergreifend miteinander verbundenen Haushalten leben. Es steht also der Aspekt des Mehrgenerationenhaushalts im Vordergrund.

Definition

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Da es wissenschaftlich keine anerkannte allgemeine Definition von Familie gibt, werden hier die Familienbegriffe aus verschiedenen Bereichen zu einer Definition zusammengefasst: Familie beschreibt das Zusammenleben in einem oder mehreren Haushalten von mindestens zwei Generationen, die über biologische oder rechtliche Elternschaft verbunden sind. Dazu kommen bestimmte Aufgaben und Funktionen der Familie, die in 4. Aufgaben der Familie näher erklärt werden. Peter Zimmermann sagt dazu, "dass die Familie für den größten Teil der Heranwachsenden der zentrale soziale Ort für die Herausbildung grundlegender Gefühle und von Wertorientierungen, kognitiven Schemata, Kompetenzen sozialen Handelns, Leistungsmotivation, Sprachstil, Weltdeutungen, Bildung des Gewissens." (Zimmermann, 2006)

Aufgaben der Familie

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Die Familie ist die kleinste Zelle des Staates und hat viele, für den Bestand und Stabilität einer Gesellschaft bzw. Staates, wichtige Funktionen zu erfüllen wie:

  • Die Geburt von Kindern und ihre Sozialisation: Erziehung des Nachwuchses um ihn gesellschaftsfähig zu machen.
  • Die Standortfindung eines Platzes in der Gesellschaft: Religions-, Vereins- oder Berufszugehörigkeit.
  • Die Befriedigung von körperlichen und auch psychischen Bedürfnissen: Zuwendung, Wärme oder Anerkennung.
  • Die Freizeitgestaltung: gemeinsamer Urlaub, feiern von Festen oder andere Aktivitäten
  • Der Spannungsausgleich, d.h. in der Familie ist es in der Regel einfacher seine Gefühle zu zeigen und auszuleben und sich selbst zu entfalten. Dies kann ein wichtiger Puffer beziehungsweise ein Gegengewicht zu Schule, Beruf und Öffentlichkeit sein. (Hobmair, 1996, S. 321)


Enkulturation

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Enkulturation ist das Lernen von Kultur. (Kron: Grundwissen Pädagogik, S. 37) Laut Helmut Fend müssen alle Menschen im Laufe ihres Lebens kulturelle Kompetenzen erwerben, um kulturell handlungsfähig zu sein. In diesem Prozess bildet sich beim Individuum eine soziokulturelle Grundpersönlichkeit aus. Hofstede bezeichnet Kultur als „die kollektive mentale Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet“. Der Mensch erbt von seinen Eltern bestimmte Fähigkeiten, wie z.B. das Empfinden von Emotionen und das Bedürfnis in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen zu leben. Dies nennt Hofstede die "menschliche Natur". Auf diese angeborenen Gene bauen dann die erlernten Fähigkeiten, wie z.B. der Umgang mit anderen Menschen, auf. Dieser Bereich des Erlernten ist die Kultur einer bestimmten Gemeinschaft. Die biologischen Vorraussetzungen, die Kultur und die persönlichen Charaktereigenschaften bilden dann die individuumsspezifische Persönlichkeit.

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Das Erlernen von Kultur findet in veschiedenen Instanzen statt. Die erste und wichtigste, denn im Kleinkindalter ist die Prägung am stärksten, ist die Familie. Hofstede stellt die erlernte Kultur mithilfe eines "Zwiebeldiagramms" dar. Er beschreibt den kulturellen Inhalt als Symbole, Helden, iItuale und Werte.

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Symbole sind z.B. Objekte oder Bilder, die innerhalb einer bestimmten Kultur eine spezielle Bedeutung haben. Menschen, die nicht Teil dieser Kultur sind, können diese besondere Bedeutung nicht verstehen. Da Symbole schnell wechseln, d.h. alte verschwinden und sich neue bilden, ist dieser Begriff als äußerste und somit am wenigsten wichtige Schale der Zwiebel dargestellt. Als nächste Schicht der Zwiebel kommen die Helden. Helden sind Personen, egal ob real oder fiktiv, tot oder lebendig, die in einer Kulter repräsentativ für hoch angesehene Eigenschaften sind. Sie dienen als Verhaltensvorbilder. Die zweitwichtigste Schicht der Zwiebel sind die Rituale. Hofstede beschreibt Rituale als „kollektive Tätigkeiten, die für das Erreichen der angestrebten Ziele eigentlich überflüssig sind, innerhalb einer Kultur aber als sozial notwendig gelten.“ (Lokales Denken, Globales Handeln S.8) Beispiele hierfür sind Begrüßungen oder religiöse Zeremonien. Die drei bis jetzt genannten Begriffe fasst Hofstede unter dem Überbegriff „Praktiken“ zusammen, denn sie sind für andere sichtbar; nur ihre kulturelle Berdeutung ist nicht für jeden sichtbar. Das Herz der Zwiebel bilden die Werte. Werte sind Gefühle mit einer Orientierung zu gegensätzlichen Polen, z.B. gut und böse. Sie dienen zur Orientierung in der Gesellschaft.

Sozialisation

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Sozialisation meint „die Gesamtheit aller sozialen Prozesse, in denen der einzelne Mensch zum Mitglied einer Kultur und Gesellschaft wird.“ (Kron S. 40) Es gibt viele verschiedene Sozialisationstheorien und noch nicht „die Sozialisation“. Worüber sich allerdings alle Theoretiker in diesem Bereich einig sind, ist, dass die primäre und dadurch grundlegend wichtigste Prägung in der Familie stattfindet. Es ist für die Motivation und den Schulerfolg Kinder entscheidend, wie die Erwartungen und Einstellungen der Eltern im Bezug auf Bildung sind. Außerdem prägt die Familie die emotionalen, moralischen und intellektuellen Aspekte des Lebens ihrer Kinder. Hierbei spielen die Qualität des sprachlichen Umgangs, die Beziehungen zwischen den Eltern und dem Kind oder dem Kind und seinen Geschwistern und z.B. der Umgang mit Verantwortung eine große Rolle. Ebenfalls wichtig ist der von den Eltern gewählte Erziehungsstil. Im Rahmen der Sozialisation erwirbt der Mensch also seine Einstellungen und Werte, aber auch die Identität wird gebildet. Man wird im Rahmen einer Gesellschaft/Kultur in eine bestimmte Rolle erzogen, ein Beispiel hierfür ist die Gendererziehung, die z.B. durch Spielzeug v erwirklicht wird: Jungen spielen mit Autos und Mädchen mit Puppen.


Wertevermittlung

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Werte im Allgemeinen werden als Tugenden, Haltungen und Qualitäten des Willens definiert. Diese sind für menschliches Handeln objektiv vorgegeben und unverzichtbar. Grundwerte in der Gesellschaft sind Beispielsweise Treue, Solidarität und Gerechtigkeit. Es wird zwischen sittlichen und präsittlichen Werten unterschieden. Unter sittlichen Werten werden die Werte verstanden, an denen die Menschen ihr sittliches Verhalten ausrichten. Es sind somit Grundeinstellungen und Überzeugungen wie Wahrhaftigkeit und Gewaltlosigkeit. Unter präsittlichen Werten versteht man die Grundwerte, die der menschlichen Gemeinschaft rechtlich vorgegeben sind wie das Recht auf Leben und Eigentum. Denn nur durch diese präsittlichen Werte, wird unsere Gesellschaft erst überlebensfähig. Eltern fungieren für ihre Kinder als Vorbilder und vermitteln ihnen somit Normen und Wertvorstellungen, die sie selbst als wichtig empfinden und durch ihren Lebensstil vermitteln. Die Art und Weise des Umgangs der Eltern miteinander hat hierbei die größte erzieherische Wirkung. Damit die Werte für die Kinder auch erkennbar sind, ist eine bewusste Lebensweise der Eltern ein Muss, denn durch diese Lebensweise werden die Kinder ein Leben lang geprägt.

Wandel der Familie

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Historische Entwicklung

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In der deutschen Sprache, tritt der Begriff „Familie" erst Ende des 18. Jahrhunderts auf. Davor bezeichnete man eine Familie als „Haushalt“ bzw. „Haus“. In diesem Begriff, war nicht nur die Kernfamilie, sondern auch alle Mägde, Knechte, Verwandte, usw. mit inbegriffen. Alle Mitglieder dieses „Haushaltes“, arbeiteten, aßen und schliefen zusammen in den selben Räumlichkeiten. Alle unterstanden der Gewalt des „Hausvaters“. Damals war die Familie also mit der Hausgemeinschaft identisch. Man heiratete nach Stand, Zunft und Besitz und in dem sozialen Milieu, aus dem man stammte. Dieses Familienbild des Dreigenerationenhaushalts ist allerdings nur Theorie, denn durch niedrige Lebenserwartung und hohe Kindersterblichkeit, lebten sehr selten tatsächlich drei Generationen unter einem Dach.

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts bildete sich die so genannte bürgerliche Familie heraus. Die Bevölkerung zog aufgrund der Industrialisierung immer mehr vom Land in die Stadt und der Arbeitsplatz war nicht mehr zu Hause, sondern in einer Fabrik oder einer Kanzlei und anderem. Beim gehobenen Bürgertum entwickelte sich ein privater, intimer Familienraum mit einer Mutter als Hausfrau, einem Vater als Hauptverdiener und Kindern, die nicht bei der Arbeit mithelfen mussten. Diese Familienkonstellation galt natürlich nur für Familien mit Besitz. In besitzlosen Familien sah alles ganz anders aus. Hier mussten die Kinder meistens in den Fabriken oder Bergwerken mitarbeiten und die Familie lebte auf engstem Raum mit schlechten hygienischen Bedingungen.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Konstellation der bürgerlichen Kleinfamilie durch alle sozialen Schichten verbreitet und wurde dadurch der Vorläufer der traditionellen Familie des 20. Jahr-hunderts. Zu dieser Zeit änderte sich auch das Verhältnis der Ehepartner und Eheschließungen wurden nicht mehr zweckmäßig sondern aus Liebe vollzogen. Auch die Rolle der Kinder veränderte sich immer weiter weg von kleinen Erwachsenen hin zu Individuen.

Die wichtigsten Kennzeichen einer solchen bürgerlichen Kleinfamilie, waren folgende:

  • Aus Liebe verheiratetes Ehepaar
  • lebenslange, monogame und heterosexuelle Ehe
  • in der Ehe enstandene leibliche Kinder
  • traditionelle Rollenverteilung der Gschlechter : Vater als Familienvorstand und Haupternährer und Frau als Mutter und Hausfrau mit eventuellem Nebenerwerb

Pluralisierung

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Es gibt zwei verschiedene Auffassungen, in wie weit Pluralisierung verstanden wird.

Erstens: Ein Aufkommen neuer Formen des Zusammenlebens, die das Spektrum der Wahlmöglichkeiten erweitern. Wie Zum Beispiel das Zusammenleben Gleichgeschlechtlicher Paare mit minderjährigen Kindern.

Zweitens: Eine Umverteilung innerhalb bestehender Lebensformen, die letztendlich zu mehr Heterogenität durch breite Steuerung über die bestehende Vielfalt führt (Wagner/Franz 2000: 156).

Die Pluralisierung ist in der heutigen Zeit zu einem wichtigen Kennzeichen der Gegenwart geworden. Es existieren auf der ganzen Welt unterschiedliche Lebensauffassungen, Lebensentscheidungen und Lebensstile nebeneinander, die darauf bedacht sind gleichwertige anerkannt zu werden. Die Pluralisierung steht in Verbindung mit einer Veränderung der bereits existierenden Werte. Deshalb stellt sich in der Pluralisierung die Frage, inwieweit diese Werte weiter gesichert und angestrebt werden oder durch neue ersetzt werden sollen. Die Pluralisierung steht im engen Zusammenhang mit der Individualisierung, denn für jedes Individuum, bietet diese Entwicklung eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten, sein Leben eigenständig zu Gestalten. Die Pluralisierung bietet also jedem Menschen, ein Leben in einer offenen, dynamischen und Pluralen Gesellschaft. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Art von „Öffnung“ auch durch eine Abnahme der Sicherheit in einem Ordnungssystem gekennzeichnet ist. Die Zuordnung des Einzelnen zu sozialen Ordnungsgefügen nimmt ab, und die soziale Mobilität nimmt gewaltig zu. Pluralsierung bedeutet also für den Menschen, mit Unterschieden und Verschiedenheiten leben zu lernen. Die Familie als wichtigste Institution eines Kindes, wird insbesondere seit den 1960er Jahren vom Pluralismus gekennzeichnet. Seitdem befindet sich die moderne Kleinfamilie in Kongruenz mit zahlreichen anderen Familienformen. Grund dafür ist die demographische Entwicklung. Aufgrund der Anhäufung verschiedener Lebensformen, spricht man in diesem Zusammenhang auch von einer Pluralisierung. Indikatoren hierfür sind die sinkende Geburtenzahl, der Rückgang der Eheschließungen und das Ansteigen der Scheidungen. Der enorme Wandel der Familienstrukturen zeigt sich insbesondere in der Anzahl der Alleinerziehenden, der kinderlosen Ehepaare sowie der nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften. Pluralisierung und Individualisierung verlangen also von der Familie eine zunehmende Stärkung und Förderung der Identität der Kinder. So sollen diese in Zukunft dazu fähig sein, vielfältige und widersprüchliche Entwicklungen in allen Lebensbereichen und verschiedenste Lebensauffassungen wahrzunehmen und anzunehmen sowie andere Lebensentscheidungen und Lebenswege anzuerkennen.

Individualisierung

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Unter Individualisierung wird ein „universalistisch ausgerichteter Prozess verstanden“ (Burkhart/ Kohli 1989, S409) der letztendlich zur Herausbildung von Fähigkeiten, Fertigkeiten und der Notwendigkeit zur eigenen Entscheidungsfähigkeit bei allen Individuen führt. Seit 1960 nahm der Individualisierungsprozess aufgrund der Bildungsexpansion einen wichtigen Platz in der Gesellschaft ein. Durch die Angleichung der Bildungschancen für junge Frauen änderten sich deren Lebensentwürfe drastisch. So wurde die Berufskarriere, die konkurrierend zum Wert der Familie stand, immer wichtiger und die frühere Vorstellung einer Ehe änderte sich immer mehr zu der Vorstellung zweier selbstständiger Individuen, nämlich Mann und Frau. Da jedes dieser Individuen nun seine eigenen Lebenspläne hat, müssen diese so miteinander abgesprochen werden, dass jeder zufrieden ist. Das heißt, dass die Partner eventuell auch aushandeln müssen, welche Pläne Vorrang haben und welcher der beiden Partner eventuell zurück stecken muss. Daraus folgt, dass neue Arrangements von Familie und Beruf und neue Formen des Umgangs miteinander gefunden werden müssen. Dieser Prozess der Individualisierung verläuft in den verschiedenen sozialen Milieus unterschiedlich schnell ab. So heiraten beispielsweise Personen aus bildungsnahen Schichten später, als Personen aus bildungsfernen Milieus. Außerdem leben Frauen der Mittelschicht viel seltener ein typisches „Hausfrauenleben“ und verzichten häufiger auf Kinder. Die durch den Prozess abnehmende Zahl von Eheschließungen wir dahingehend kompensiert, dass es immer mehr nicht-eheliche Lebensgemeinschaften gibt. „Durch die fortschreitende Individualisierung wird sich das Bedürfnis nach Intimität und emotionaler Absicherung vermutlich erhöhen.“ /Rüdiger Peuckert)


Enttraditionalisierung

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„Mit dem Prozess der gesellschaftlichen Enttraditionalisierung wird der Legitimationsverlust von Traditionen und die Entbettung des modernen Menschen aus überkommenen kulturellen Gefässen verstanden. Waren einst Traditionen und überlieferte Gewissheiten strukturelle Bedingungen der Stabilität unsere alltäglichen Lebenswelt, sieht man sich heute plötzlich aus Selbstverständlichkeiten herausgeworfen und muss neue Orientierungsmuster entwickeln, um Entscheide zwischen gleichwertig gewordenen Alternativen zu fällen.“ Die Enttraditionalisierung innerhalb der Familie, ging einher mit der Gleichstellung der Frau. Denn diese bedeutete für den Mann nicht nur mehr Konkurrenz und mehr Hausarbeit, sondern oftmals auch den Verzicht auf die eigene Karriere. Deshalb bringt die Enntraditionalisierung innerhalb der Familie die Geschlechtergegensätze um so deutlicher hervor. Erwerbsarbeit setzt Hausarbeit voraus. Durch die fortschreitenden Modernisierung vermehren sich die Handlungs- und Entscheidungsfelder innerhalb der Familie. Man unterliegt Wahlmöglichkeiten und Wahlzwängen wie zum Beispiel Zeitpunkt und Anzahl der Kinder. Des weiteren verändern sich mit dem innerfamiliären Individualisierungsprozess auch die soziale Beziehungs- und Bindungsqualität zum Kind: „Einerseits ist es eine Beschränkung im Hinblick auf den Individualisierungsprozess und andererseits die letzte verbliebene unaufkündbare Primärbeziehung. Denn die Statistik spricht eine deutliche Sprache, was die Situation der Ehe anbelangt; immer mehr Menschen leben allein, es gibt steigende Scheidungsziffern und auch eine steigende Zahl von Ehen ohne Trauschein.“ Ein weiteres Beispiel für die Enttraditionalisierung innerhalb der Familie, ist der Prozeß der Auflösung vorgegebener sozialer Lebensformen.Die Sittem, Bräuche und sozialen Kontrollen, die man durch die Geburt erlangt hat, werden heutzutage oftmals durch selbst gewählte und interessengeleitete, virtuelle oder anderer Gemeinschaften ersetzt. Damit einher geht die Herauslösung aus familiären Bindungen sowie die Verpflichtungen und Zwängen mit determinierter Berufs-und Partnerwahl .


Veränderung der Eltern-Kind-Beziehung

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In der Entwicklung der Eltern-Kind-Beziehung ist, die sich entwickelnde Emotionalisierung, für das derzeitige 21.Jahrhundert charakteristisch und normgebend. Im Zusammenhang mit der Emotionalisierung, hat sich auch der Wert der Kinder für die Eltern enorm gewandelt. Kohlmann (2000; 2001)unterscheidet dabei drei Aspekte: Kinder können für ihre Eltern ökonomisch utilitaristischen, psychologisch-emotionalen und sozial-normativen Wert haben. Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels der letzten Jahrzehnte hat sich parallel zu entsprechenden Bedeutungswandlungen hinsichtlich der Paarbeziehungen das Gewicht des psychologisch-emotionalen Werts von Kindern deutlich erhöht, wohingegen der ökonomisch-utilitaristische Wert zurückgegangen ist. Heutzutage wird die Entscheidung für ein Kind oder für weitere Kinder durch die Entkopplung der Sexualität und Fortpflanzung weitaus bewusster getroffen. Natürlich kommt es auch heute noch zu ungeplanten Schwangerschaften, jedoch sind die meisten Schwangerschaften in Deutschland freiwillig und geplant. Seit 1995 gibt es gemäß des §218 auch ein Gesetz, dass sich für den Schutz ungeborenen Lebens einsetzt. Desweiteren ist es in der heutigen Gesellschaft normal, die Entscheidung für Kinder und auch die Anzahl der Kinder, als eine private Angelegenheit anzusehen und damit zu akzeptieren. Um im Sinne einer „verantworteten Elternschaft“ zu handeln, ist es für die meisten Eltern das Wichtigste, für ihre Kinder und deren ungestörte Entwicklung zu sorgen. Nach der in der Gegenwart vorherrschenden Vorstellung einer Elternschaft, ist diese primär darauf gerichtet, dem Kind bestmögliche Entwicklungsvoraussetzungen und eine umfassende Förderung zu ermöglichen. Darüber hinaus wird versucht den Kindern einen möglichst großen Spielraum für ihre individuelle Entfaltung zu bieten. Diese veränderte Vorstellung von Elternschaft deckt sich mit der abnehmenden Anzahl der Kinder pro Familie. Damit einher geht auch ein Wandel der Erziehungsvorstellungen und Erziehungsziele. So ist seit den 1960er Jahren ein „Umbruch von einer Betonung von „Gehorsam und Unterordnung“ hin zur Betonung von „Selbstständigkeit und freiem Willen““ (vgl. Reuband 1997; Fend 1988). Demnach lässt sich in den letzten Jahren, eine Liberalisierung der Erziehung und der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern beobachten. Woraufhin auch die Rechte und Bedürfnisse der Kinder innerhalb der Eltern-Kind Beziehung an Wichtigkeit gewonnen haben. Natürlich fanden aus rechtlicher Sicht auch Veränderungen in der Eltern-Kind Beziehung statt besonders im Kindschafts- und Sorgerecht der 1980er und 1990er Jahre. Im Laufe der Zeit, kam es also zu einer Veränderung. Weg von dem Begriff der „Elterlichen Gewalt“ hin zur „Elterlichen Fürsorge“ und damit zu einem rechtlich geschütztem „Wohl des Kindes“. „Auch wenn für den Wandel im Eltern-Kind-Verhältnis also ebenfalls Wirkungen der Individualisierungsprozesse auszumachen sind, erweist sich ein Teil der diesbezüglichen Normen und Werte als relativ stabil, obgleich es zu partiellen Widersprüchen z.B. mit den Emanzipationsvorstellungen von Frauen kommt. Da man der Meinung ist, dass es für das Kind das Beste sei in seinen ersten Lebensjahren bei der Mutter aufzuwachsen, hat sich die eigentliche Mutter-Kind Verbindung, trotz der wachsenden Instabilität innerhalb vieler Familien, kaum verändert. Doch auch die „Väter von heute“, zeigen ein großes Engagement, wenn es um das Wohl ihrer Kinder geht was auch mit der Veränderung der Rolle des Vaters innerhalb der Familie zu tun hat. So versuchen auch Väter möglichst viel Zeit mit ihren Kindern und der Familie zu verbringen.

Situation der Familie heute/ Familienarten

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Eltern-Familie aufgrund biologischer Elternschaft

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Zwei-Eltern-Familie

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Eheliche Lebensgemeinschaft

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Die eheliche Lebensgemeinschaft, wird auch als "Normalfamilie" bezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein Ehepaar mit einem oder mehreren gemeinsamen leiblichen Kindern. Auch wenn die Anzahl der Normalfamilien in Deutschland immer weiter sinkt, nimmt sie den Großteil der bestehenden Familienarten in Deutschland ein.

Nicht eheliche Lebensgemeinschaft

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Die nicht eheliche Lebensgemeinschaft, ist eine Familie, die aus einem nicht verheirateten Paar und deren gemeinsamen Kinder besteht. Auch diese Form der Familie nimmt in Deutschland immer mehr zu.

Ein Eltern Familie (Alleinerziehend)

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„Unter allein Erziehenden werden Väter und Mütter verstanden, die ohne Ehe- oder LebenspartnerIn mit ihren minderjährigen Kindern in einem Haushalt zusammen leben.“ (Rüdiger Peukert) Im Jahr 2004, wuchsen in Deutschland auf ca.14% der Minderjährigen, bei alleinerziehenden Eltern auf. Dies entspricht 2,2 Millionen minderjährigen Kindern. Diese Konstellation von Familie,besteht zu zwei - dritteln aus Ein-Kind-Familien. Nur 12% dieser Familien sind Vaterfamilien, der Rest also 88% sind Mutterfamilien. Familien in dieser Situation leiden oft unter einer „sozio-ökonomischen deprivierten sozialen Lage“ (Rüdiger Peukert), damit ist gemeint, das Ein-Eltern-Familien häufig ein eher geringes Einkommen beziehen und damit einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt sind. Die enorme Zunahme der Ein-Eltern-Familien seit 1980 basiert auf der zunehmenden Anzahl der Ehescheidungen und Trennungen. Als Folge dieser, wurde versucht ein „binukleares Familiensystem“ also eine Zwei-Hausahlte-Familie zu gründen. Wenn sich die Eltern, trotz ihrer Trennung, um das Wohl ihres Kindes bemühen, indem sie gemeinsam Kooperieren, spricht man von einem intakten „binuklearen Familiensystem“. Häufig, wird jedoch auch ein Elternteil (meist der Vater) nach der Trennung ausgegrenzt. Rechtlich gesehen, besteht gemäß des Kindschaftsreformgesetzes von 1997 auch nach der Trennung oder Scheidung der Eltern, das gemeinsame Sorgerecht. Um schädliche Trennungsfolgen für das Kind zu vermeiden sollten die getrennt lebenden Elternteile Kooperieren. Wer allerdings das alleinige Sogerecht beantragen will, muss vor Gericht beweisen, dass es dem Wohl des Kindes schadet, Umgang mit dem anderen Elternteil zu haben.


Familie ohne biologische Elternschaft

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Adoptionsfamilie

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Unter Adoption versteht man die Annahme eines Kindes durch einen Erwachsenen oder ein Ehepaar, so dass es die rechtliche Stellung eines eigenen ehelichen Kindes erhält. Die zahl der Adoptionen hat in Deutschland in den letzten Jahren immer mehr abgenommen. Gegenwärtig leben in Deutschland etwa 136.000 minderjährige adoptierte Kinder zusammen mit einem oder zwei nicht leiblichen Elternteilen. Bei 54% der Adoptionen in Deutschlnad, handelt es sich um ein Adoption durch ein Stiefelternteil. Bei 39% handelt es sich um eine Fremdadoption und bei 7% um eine Verwandtenadoption. Verschiedene Studien ergaben, das Kinder aus Adoptionsfamilien wesentliche Unterschiede im Hinblick auf ihr Selbstbild und auf ihre emotionale, soziale und kognitive Entwicklung aufweisen.

Pflegefamilie

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Unter einer Pflegefamilie versteht man ein oder zwei Erwachsene ( evtl. auch mit eigenen Kindern) Personen, die vorübergehend oder dauerhaft ein oder mehrere Kinder anderer Eltern betreuen und erziehen.

Stieffamilie, Fortsetzungsfamilie oder Patchworkfamilie

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In Deutschland ist etwa jedes vierte minderjährige Kind mit seinen sozialen Eltern nur noch zur Hälfte (Vater oder Mutter) oder überhaupt nicht leiblich verwandt. Da sowohl die Anzahl der Scheidungen, als auch die Anzahl der Wiederverheiratungen sehr hoch ist, hat sich auch die Anzahl der Stieffamilien in der Bundesrepublik drastisch erhöht. Die Voraussetzung einer Stieffamilie ist, dass „zu beiden leiblichen Elternteilen mindestens ein sozialer Teil hinzukommt oder ein verstorbener Elternteil durch einen sozialen ersetzt wird.“ (Rüdiger Peukert) Ihr Anteil in alles Familien der Bundesrepublik, liegt bei 5,4 % und ist damit, anders als vermutet, sehr niedrig. Beachtet man jedoch auch Familien, in denen der Elternteil nicht mit dem neuen Partner verheiratet ist, so liegt ihr Anteil bei 9,8%. Aufgrund der massiven Änderungen in den Familien, resultieren häufig Probleme. So zeichnen sich Stieffamilien häufig durch eine Rollenambiguität aus. Durch den neuen Partner an der Seite ihres Elternteils, befürchten Kinder oft einen Verlust der besonders engen Eltern-Kind Beziehung und verweigern auch deshalb häufig eine Beziehung zum Stieffelternteil. Auch der Punkt der fehlenden gemeinsamen Geschichte und der Andersartigkeit des sozialen Elternteils, bereitet den Kindern häufig große Schwierigkeiten. Womöglich führt dies auch zu Studienergebnissen, die belegen, dass Kinder aus Stieffamilien häufiger Verhaltensprobleme aufweisen, schlechtere Schulleistungen erbringen und eine geringeres Selbstwertgefühl haben. Im Vergleich zu Kindern aus „Normalfamilien“

Inseminationsfamilie

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Durch neue Entwicklungen wie die Reproduktionstechnologien von Samen- und/oder Eispende, wurden für die Menschheit die bisher gültige „biologisch-soziale-Doppelnatur“ der Familie teilweise abgeschwächt und sogar ganz aufgehoben werden. „Das einzige in Deutschland zulässige Verfahren ist die künstliche Befruchtung einer Frau mit Spendersamen. Es handelt sich hierbei um artifizielle Familien, die von der biologischen Struktur her der Stieffamilie ähnlich sind.“ (Rüdiger Peukert) Mindestens 50.000 Kinder sind seit den 1970er Jahren in Deutschland auf diesem Wege gezeugt worden. Auch hier tritt für das Kind wieder das Problem der „Andersartig“ aufgrund der asymmetrischen biologischen Beziehung beider Eltern auf. Wahrscheinlich ist dies auch ein Grund dafür, dass 80% bis 90% der Eltern ihre Kinder nicht über deren biologische Herkunft aufklären. Studien haben jedoch belegt, dass weder die Paare, die sich zu diesem Schritt entschieden haben, noch deren Kinder, solange sie nicht durch dritte aufgeklärt wurden, unter einer Identitätskrise oder psychogenen Störungen leiden.

Mehrgenerationenfamilie

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Die Mehrgenerationenfamilie umschreibt unter anderem Familien, die mit Großeltern, Eltern und Kindern in einem Haushalt gemeinsam wohnen und wirtschaften. In Deutschland leben heute nur noch 2% der Familien in solch einer Konstellation zusammen. Eine weiter Konstellation der Mehrgenerationenfamilie, ist die sogenannte Hausfamilie. In dieser leben zwar mehrere Generationen eines Familienverbandes zusammen unter einem Dach, jedoch beziehen sie verschiedene, separate Wohnungen. Diese Art von Familie haben in Deutschland einen prozentualen Anteil von 6,9%. Trotz der getrennten Wohnungen,finden in der Hausfamilien tägliche soziale Vernetzungen und Hilfeleistungen zwischen den Generationen statt.


Zweigenerationenfamilie oder Kernfamilie

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Die Kernfamilie umfaßt die Eltern mit ihren eigenen, adoptierten oder angenommenen (Kinder des Partners aus früherer Ehe) Kindern, die für längere Zeit in einer Wohn-, Lebens- und Hausgemeinschaft zusammenleben.


Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft

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Am 01.08.2011 trat in Deutschland die familienrechtliche Institution der „Eingetragenen Lebenspartnerschaft“ in Kraft. Seit diesem Tag, wird die gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft in Rechtsbereichen, mit ehelichen Lebensformen gleichgestellt.Bei Ihnen wuchsen seitdem ca. 9.500 minderjährige Kinder auf, die meist aus einer früheren heterosexuellen Partnerschaft stammten. „Neueren U.S Befunden zufolge, lassen sich im Hinblick auf die intellektuelle, emotionale und soziale Entwicklung keinerlei Unterschiede zwischen Kindern von homo- und heterosexuellen Eltern feststellen.“ (Rüdiger Peukert) Jedoch habe Studien ergeben, das Kinder gleichgeschlechtlicher Eltern weniger traditionell geschlechtskonform und offener gegenüber homoerotischer Beziehungen sind.

Interviews

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Fragenkatalog

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  • Angaben zur Person (Geschlecht, Alter, Herkunft, sexuelle Orientierung)
  • Elternhaus
Leben deine Eltern zusammen oder getrennt? Sind sie verheiratet/geschieden? (Wann haben sie sich getrennt/geschieden? Wie alt warst du?)
Wie alt waren deine Eltern, als sie geheiratet haben/ die Familie gegründet haben?
Hast du Geschwister? Wie viele? Hast du eine gute Beziehung zu ihnen?
Arbeiten sowohl deine Mutter als auch dein Vater?
Welche Beziehung hast du zu deinen Eltern? --- Woran liegt das?
  • Eigene Familienplanung
Willst du heiraten? Wann? ---- Sondern?
Willst du Kinder haben? Wann? Wie viele? ---- Warum?
Willst du Karriere machen oder zu Hause bleiben als Mutter/Hausfrau?
Wie stellst du dir deine zukünftige Familie/Lebensgemeinschaft vor?
  • Einstellungen und Vorurteile
Alleinerziehende
Patchwork-Familie
Inseminationsfamilie

Interviews

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Proband 1, männlich, 23 Jahre alt, aus München

I.: Leben deine Eltern zusammen oder getrennt?

Proband 1: getrennt seit 2 jahren

I.: Sind sie geschieden?

Proband 1: ja ziermlich frisch

I.: Wie alt warst du, als sie sich getrennt haben?

Proband 1: genau an meinem 21. geburtstag

I.: Und wie alt waren deine Eltern als sie geheiratet bzw. eure Familie gegründet haben?

Proband 1: hmm 27 und 30, also mit 27 (mama) kam das erste kind und ein jahr vorher geheiratet

I.: Also hast du Geschwister? Wie viele?

Proband 1: ich habe zwei geschwister. eine zwillingsschwester und einen älteren bruder

I.: Hast du ein gutes Verhältnis zu deinen Geschwistern?

Proband 1: tendentiell ja bis auf einige spannungen im Alltag

I.: Und als deine Eltern noch zusammen waren, haben beide gearbeitet oder ist einer zu Hause geblieben?

Proband 1: beide haben gearbeitet

I.: Was hast du jetzt für eine Beziehung zu deinen Eltern?

Proband 1: eine lockere und ehrliche

I.: Woran liegt das deiner Meinung nach?

Proband 1: wir gehen untereinander mehr freundchaftlich um. keine hierarchische eltern-kind beziehung

I.: Und jetzt zu deiner eigenen Familienplanung: Willst du selbst mal heiraten?

Proband 1 : nein habe ich nicht vor

I.: Warum nicht?

Proband 1: Ich sehe eine Ehe nicht als nötiges Bindungselement in einer Beziehung an. Aber schwulen-ehe ginge ja auch daher wahrsch nicht zwingend nötig

I.: Und Kinder? Willst du Kinder haben?

Proband 1: Ja ich würde gerne Kinder haben

I.: Wie viele?

Proband 1: 1-2

I.: Wie alt willst du ungefähr sein, wenn du Kinder bekommst?

Proband 1: so zwischen 26 bis 30 spätestens

I.: Willst du dann auch zu Hause bleiben, so lang die Kinder klein sind? Oder ist es dir wichtiger zu arbeiten?

Proband 1: so lang die kinder klein sind sollte jemand zuhause bleiben ob ich das sein wede weiß ich nicht

I.: Wie stellst du dir prinzipiell deine zukünftige Familie vor?

Proband 1: schwierige frage. also einen alleinerziehend möchte ich nicht leben.

Proband 1: ich würde mit meiner zukünftigen Familie auch gern im schönen München wohnen bleiben. Am liebsten in einen geräumigen Apartment mit ein bis zwei Töchtern und einem liebevollen Lebensgefährten. Anstatt einer Heirat könnte ich mir vorstellen eine Lebensgemeinschaft eintragen zu lassen. Am liebsten würde ich schon Arbeiten gehen, sollte ich in der Archäologie einen Arbeitsplatz finden können. Ansonsten wäre es aber auch für mich in Ordnung zuhause zu bleiben, während mein Partner arbeiten eht.

I.: Jetzt würde ich dich noch zu ein paar "neueren" Familien"arten" befragen: Was hältst du denn von Alleinerziehenden Eltern?

Proband 1: Ich habe nichts gegen alleinerziehende Eltern, jedoch finde ich es wichtig dass ein Kind zwei unterschiedliche Bezugspersonen hat. Am Betern hier natürlich auch weiblich sowie männlich

I.: Und die Patchwork Familie?

Proband 1: ich habe im Freundeskreis selber beobachten können dass dieses Konstrukt meistens sehr gut verläuft. Ich denke dass eine Patchwork-Familie für beide Elternteile eine Alltags-Erleichterung mit sich bringt

I.: Und was hältst du von der Inseminationsfamilie?

Proband 1: ich denke auch dass die Patchwork Familie keine Erfindung unserer Zeit ist, sondern auch schon früher vorgekommen sein mag.

Proband 1: Hat die Frau dabei einen unfruchtbaren Ehemann oder ist sie Alleinerziehend?

Proband 1: beim dringenden Kinderwunsch finde ich es in Ordnung solange die Frau familiär oder im Freundeskreis genug Rückhalt hat

I.: Es gibt aber auch Paare, die keine Kinder bekommen können und es dann durch Samen- oder Ei-spende versuchen.

Proband 1: ja das geht völlig in Ordnung


Proband 2, weiblich, 19 Jahre alt

I:Kannst du mir bitte alle wichtigen Angaben zu deiner Person machen?

Proband 2:Also, ich bin 19 Jahre alt, ich studiere Jura und wohne während des Studiums noch bei meinen Eltern.

I:Hast du Geschwister? wenn ja wie alt sind sie?

Proband 2:Ja, einen kleinen Bruder, ...(17)

I:Leben deine eltern noch zusammen? Sind sie verheiratet?

Proband 2: Ja, sie leben zusammen und sind seit 25 Jahren verheiratet

I: Kannst du dir vorstellen, später auch mit einem Mann so lange verheiratet zu sein? oder überhaupt zu heiraten?

Proband 2: Ja klar, ich möchte später auf jeden Fall heiraten und hoffentlich auch möglichst lange verheiratet sein.

I: Möchtest du auch Kinder haben?

Proband 2: Ja, am liebsten 2 oder 3

I: In welchem Alter kannst du dir vorstellen zu heiraten und Kinder zu haben?

Proband 2: ich möchte erst mein Studium fertig machen und dann mal schauen. Ich glaube mit 27 wäre ganz gut.

I:Möchtest du dann auch arbeiten oder bei deinen Kindern zuhause bleiben.

Proband 2: Erst mal möchte zuhause bleiben und mich um die Kinder kümmern. Würde aber gerne möglichst bald dann wieder halbtags oder so arbeiten

I:War das bei deinen Eltern auch so, dass deine Mutter bei euch zuhause geblieben ist?

Proband 2: Ja, meine Mutter war zuhause bis ich 14 Jahre alt war

I:Darf ich fragen wie alt deine Mutter war als sie dich bekommen hat?

Proband 2: ja klar, sie war 33

I:Wie stellst du dir deine zukünftige Familie vor?

Proband 2: Ich möchte am liebsten mit meinen Kinder und meinem Mann in einem kleinen Häuschen leben, vllt mit einer Katze oder einem kleinen Hund. Ich würde mir wünschen, dass ich mit meinen Kinder immer ein freundschaftliches Verhältnis führe. Ich komme mit meinen Mutter ja auch super aus!

I:HAst du denn auch so ein gutes Verhältnis zu deinem Vater? Obwohl er arbeiten war?

Proband 2: Ich würde sagen, dass mein Bruder eine engere Beziehung zu ihm hat, aber alles in allem komm ich gut mit ihm aus. Er hat sich damals halt viel am Wochenende um uns gekümmert

I:Vielen Dank für all die persönlichen Informationen. Das wird natürlich alles diskret verwendet.

Nun habe ich noch ein paar letzte Fragen. Was hältst du von sogenannten Patchworkfamilien.

Proband 2: ich finde es eigentlich schön, dass die Kinder ein reguläres Familienleben haben, aber ich denke, dass es auch oft schwierig und problematisch ist

I: Nun die letzte Frage: Und zwar geht es um inseminationsfamilien, bei der die Frau künstlich befruchtet wird, jedoch nichtmit den Spermien ihres Mannes. Könntest du dir das selbst für dich vorstellen?

Proband 2: wenn mein Mann einen genauso großen Kinderwunsch hat wie ich und dieses Kind dann wie sein eigenes aufziehen und lieben würde, eigentlich schon

I:vielen Dank für deine Zeit und deine Aufgeschlossenheit


Proband 3, männlich, 22 Jahre alt, aus Starnberg

I.: Leben deine Eltern noch zusammen oder getrennt?

Proband 3: getrennt

I.: sind sie geschieden?

Proband 3: ja

I.: wie alt warst du als sich deine eltern getrennt haben?

Proband 3: 15 o. 14 bin mir gerade nicht hundertpro sicher, eher 15

I.: und wie alt waren deine Eltern als sie eure Familie gegründet haben?

Proband 3: da war ich noch ned geboren, aber, hm

I.: einfach ungefähr?

Proband 3: ich hab ganz ehrlich keine ahnng, aber ich meine mein dad hat gesagt meine mutter wäre so 22 gewesen, er etwas über 30 folglich

I.: Hast du auch Geschwister? Wie viele?

Proband 3: eine schwester

I.: Älter oder Jünger? Wie ist dein Verhältnis zu deiner Schwester?

Proband 3: 4 jahre jünger, naja nicht allzu besonders, habs ned so mit ihr

I.: Und wie ist das Verhältnis zu deinen Eltern?

Proband 3: von meiner mutter möchte ich eigentlich garnichts wissen, bei meinem vater, naja da wohne ich noch, wir haben eigentlich ein ganz gutes verhältnis

I.: Weißt du auch woran das liegt, dass die Beziehung zu deinem Vater eher gut ist und die zu deiner Mutter nicht?

Proband 3: weil sie gegangen ist

I.: Und wie siehts bei dir selber aus? Willst du heiraten?

Proband 3: nein

I.: Warum?

Proband 3: weil ich keinen Grund dazu sehe so einen Schritt zu unternehmen wenn die Wahrscheinlichkeit das man sich irgendwann gegenseitig so auf den Sack geht das man es zusammen nicht mehr aushält dermaßen hoch sehe das er eine Verbindung oder auch Schwur auf eigentlich Labenszeit nicht rechtfertig

I.: Und Kinder? Willst du welche haben?

Proband 3: nein

I.: Warum?

Proband 3: weil meiner erfahrung nach das leben kein scheiß Ponyhof ist, und ich nicht denke das es zu irgendeinem Zeitpunkt wircklich besser wird

I.: Wie stellst du dir dein Leben in Zukunft vor?

Proband 3: wie weit in der zukunft

I.: sagen wir ca 10-15 jahre?

Proband 3: hm okay, ich möchte ein großes haus an einem Ort wo die nächsten Nachbarn nicht gerade um die Ecke sind, und mit jemandem zusammenleben der für die Menschheit an sich genauso wenig übrig hat wie ich

I.: Und jetzt hab ich noch Fragen zu den sog. "neuen" familienformen: Was hältst du von der Patchworkfamilie?

Proband 3: hm, warum nicht, allerdings sollten alle beteiligten darin ein Plus sehen und nicht nur die eltern, falls du verstehst was ich meine

I.: Und die Inseminationsfamile?(das bedeutet künstliche befruchtung per Samenspende)

Proband 3: ??, du meinst in einem Gleichgeschlechtlichem paar oder was?

I.: oder auch eine alleinstehende frau oder ein Paar, das nicht schwanger werden kann

Proband 3: warum nicht, ist ja nicht so als ob es unethisch wäre bzw mich etwas angehen würde

I.: okay dann vielen dank für deine zeit =)

Die traditionelle deutsche Familienkonstellation besteht aus Vater, Mutter und mindestens einem Kind, die alle zusammen unter einem Dach wohnen. Im Laufe dieser Arbeit haben wir ermittelt, dass es aber ganz viele weitere Familienformen in Deutschland gibt. Es ist allerdings für die Sozialisation, die Enkulturation und auch die Identitätsbildung eines Kindes entscheidend, wie die Familie, in der es aufwächst, gestaltet ist.

Um nun die am Anfang aufgestellte Hypothese - Die traditionelle deutsche Familienkonstellation wird in Zukunft nicht mehr bestehen - zu überprüfen, haben wir drei junge Erwachsene zu ihrer Familie und zu ihrer Familienplanung befragt. Die drei Interviews haben sehr unterschiedliche Ergebnisse gezeigt: Ein Proband möchte eine traditionelle Familie. Ein anderer möchte eine Familie, die der Traditionellen sehr ähnlich ist, also mit einem Partner und Kindern, allerdings mit einem gleichgeschlechtlichen Partner und adoptierten Kindern. Der dritte Proband möchte gar keine Familie, nur eine Lebensgemeinschaft. Zwei von drei Probanden würden die Hypothese bestätigen, einer jedoch nicht. Daraus folgt: Die Hypothese wurde widerlegt. Es werden zwar neben der traditionellen Familienkonstellation, so wie es jetzt auch schon ist, viele andere Formen vorkommen, die traditionelle Familie bleibt allerdings bestehen, was das Interview mit Proband 2 gezeigt hat. Auch sind wohl die Patchworkfamilie und die Familie mit nur einem Elternteil keine Erscheinung unserer Zeit. Es gab immer schon Kriege oder Krankheiten, denen ein Elternteil zum Opfer fiel. Der zurückgebliebene Elternteil hat häufig dann wieder geheiratet und dadurch entstand auch damals schon eine Patchworkfamilie. Auch die Anzahl der Familien mit gleichgeschlechtlichen Paaren als Eltern wird immer weiter zunehmen, da in unserer Gesellschaft Homosexualität zunehmend akzeptiert wird. Dadurch nimmt natürlich auch die Zahl der Adoptionen und Inseminationen zu. Die Entwicklung von Patchwork-Familien und alleinerziehenden Müttern oder Vätern ist aber auch dem Trend zuzuschreiben, dass immer weniger Paare heiraten. Außerdem ist es in Deutschland nicht allzu schwer, sich auch wieder scheiden zu lassen.

Es war interessant, dass beide Probanden, die angegeben haben, dass die eigenen Eltern getrennt leben, zwar eine Partnerschaft, jedoch keine Ehe wollen. Es wäre spannend in dieser Richtung noch weitere Forschungen durchzuführen.

http://www.weisses-kreuz.de

http://www.carelounge.de/sozialberufe/wissen/paed_risikogesellschaft.php

http://www.ruhr-uni-bochum.de/imperia/md/content/zefir/sozialberichterstattung/familienforschung_fuer_die_familienpolitik.pdf

http://www.familytoday.info/media/simplecalendar/id31-Material%20GK%203.%20Termin.pdf