Panta rhei
Philosophische Sprachspiele
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Ob Erkenntnis eine Verdoppelung der Welt in unserem Kopf ist?

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Eine Sache erkennen heißt sich ein Bild von der Sache machen. - Was soll das? So hört man gleich einwenden. Die bloße Verdoppelung der Dinge in unserem Kopf wäre doch ganz müßig und überflüssig. So lässt sich doch nicht erklären, was Erkenntnis ist!

Interessanter Einwand. Nur, Verdoppelung hieße doch, es wären zwei. Aber werden hier dann nicht Äpfel und Birnen zusammengezählt? „Ein Bild und sein Original sind zwei“, dies Sprüchlein ist doch wohl auch nicht klüger als die dumme Frage: „Wie viele sind ein Apfel und eine Birne?“ Im Gegenteil, es ist eigentlich noch dümmer. Denn Äpfel und Birnen kann man letztlich sehr wohl zusammenzählen, ein Apfel und eine Birne sind schließlich zwei Früchte. Und damit wird klar: Erst wenn Du weißt, was ihnen gemeinsam ist, kannst Du sagen, wie viele es sind. Ohne das 'Was' gibt es kein 'Wieviel', ohne gemeinsamen Nenner lässt sich nicht zählen oder alles Zählen wird maßlos.

Ob aber Bild und Original einen gemeinsamen Nenner haben, das ist höchst fraglich. Das Bild einer Birne ist keine Birne und auch keine Frucht. Solch ein Bild wieder einordnen in die Welt der Dinge ist eine problematische und riskante Aufgabe. Entweder man verfällt leicht auf Sekundäres: Bild und Original sind zwei Worte. Ober aber man gerät schnell ins Überprinzipielle: Bild und Original sind zwei Seiende. Doch das Sein ist gleichsam das Zeichen Null im Denken, es besagt alles und nichts. Sein oder Seiendes ist jedenfalls kein Nenner zum Zählen, Seiendes als solches ist zahllos.

So führt denn gerade die vielgescholtene „Abbildtheorie“ zum Kern der Erkenntnisfrage. Eine Sache erkennen heißt sich ein Bild von der Sache machen. Jawohl! Aber Bild und Original haben keineswegs so einfach einen greifbaren gemeinsamen Nenner. Das Bild einer Birne ist weder eine Birne noch eine Frucht, ja es gehört als abseitig fremdartige Neuheit überhaupt nicht zum Pflanzenreich. So wird auch das Erkenntnisbild zu einem grenzwertigen Novum für das ganze große Sortiment der Dinge, wo der Erkenntnisgegenstand seine Stelle hat, es kann ihm nicht so einfach hinzugezählt werden - und dies erst recht, wenn ein Bild sich zum Weltbild ausweitet. Daher ist das Erkenntnisbild wohl eine Wiederkehr, aber nicht bloß eine verdoppelnde Wiederholung. Als Wiederkehr bedeutet das Bild eine Anpassung an den Erkenntnisgegenstand, aber es ist eine Anpassung, die ineins eine innovative Veränderung bedeutet. Durch Anpassung an die Realität die Welt verändern, in solchem Kontext steht das Auftreten von Erkenntnis. Was diese Veränderung in mitten der angleichenden Anpassung besagt und beinhaltet, dies gilt es zu bedenken. --Theta 07:30, 17. Apr. 2009 (CEST)

Eine Anmerkung: Wie wär's denn mit der Unmöglichkeit von Erkenntnis? Schon mal darüber nachgedacht? Dann kann man sich diese ganzen Eiertänze um die Realität und allgemeingültige Wahrheit sparen. Die Parole heißt: Zwecke und Interessen. Das ist der Stein der Weisen: das Wollen und das Werten. Logische Allgemeingültigkeit ist eine fixe Idee. Es sind nur ethische Übereinkünfte möglich. Logischen Zwang kann es immer nur in Bezug auf gemachte Annahmen geben. Die Annahmen werden be-kannt, nicht er-kannt. Veränderung macht nur als Wollen Sinn und zwar als Wollen des Richtigen, nicht des Falschen und was falsch und was richtig ist, ist letztlich Sache der Bewertung und des Wollens, aber bis dahin [oder von da weg] gilt Logik und das Gesetz des Widerspruchs. Schluß mit dem Erschleichen von Zustimmung via erlogener Objektivität und ähnlichem Schmonzes. Erkenntnis als Verdoppelung der Welt im Kopf ist nichts anderes, als eine Definition von Wahnsinn. - Mustermund / 00:31 16.10.2009


KOMMENTAR:

zu: "Ob Erkenntnis eine Verdoppelung der Welt in unserem Kopf ist?"

Der Spruch heißt "Apfeln mit Birnen VERGLEICHEN". Daher ist die Metapher unbrauchbar. Man liest gar nicht erst weiter, weil alles was folgt auf einem Denkfehler aufbaut.

Schluß mit Poppers Dreifaltigkeitskäse

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Die Theorie der 3-Welten von K. R. Popper ist Unfug. Es gibt nur e i n e Welt und die ist unbegreiflich. Aber es muß Regeln geben und die müssen, so weit wie nur irgendwie möglich, der Wahrheit entsprechen. Wahrheit ist primär keine Sache der Erkenntnis, sondern des Urteils, des Wollens. Das hat nichts mit Irrationalismus oder Beliebigkeit zu tun, denn jeder vernünftige Wille braucht einen Verstand und der unterliegt dem Gesetz der Widerspruchslosigkeit, allerdings nicht absolut, sondern nur intrinsisch, also bezogen auf die eigenen Grundannahmen, die nicht er-, sondern bekannt werden. Wo es keinen Willen zur Wahrheit gibt, herrscht das Recht des Stärkeren und damit Gewalt und Willkür. In der heutigen Welt gehört der Wille zur Wahrheit zu den vom Aussterben bedrohten Existenzformen. Die Mächtigen dieser Welt sind Meister in der Kunst mit scheinbarer Wahrheit zu lügen. Dagegen hat auch euer Popper nicht wirklich was unternommen. Mit etwas bösem Willen könnte man ihn sogar der Kollaboration mit diesem Gesindel bezichtigen.

Mustermund, Fliesenleger

Eine Anmerkung: "Es gibt nur e i n e Welt und die ist unbegreiflich." - Was heißt hier "unbegreiflich"? Dies heißt hier doch, dass Wahrheit nicht primär er-kannt, sondern be-kannt werde. Es ginge demnach nicht primär um Erkenntnis, sondern um Bekenntnis. Wie aber kann dann die wahre Welt "e i n e" sein? Dieser Wahrheitsbegriff impliziert doch auch einen Pluralismus, und ob der haltbarer ist als der Poppersche Pluralismus der Drei Welten, das ist noch die Frage!

So viel für jetzt. Vielleicht treffen wir uns an dieser Stelle noch einmal? --Theta 11:47, 18. Apr. 2009 (CEST)


Eine Rückmerkung: Korrigiere mich und das "gibt". Geben tut es gar nichts, aber es macht mehr Sinn von e i n e r Welt zu sprechen, wenn schon von Welt gesprochen wird. Derart hochabstrakte Allgemeinplätze sind ohnehin so inhaltsleer, daß nur eine Gebrauchsdefinition was taugen kann, sprich ein interessebezogener Gebrauch, über den man sich einigt. Dasselbe gilt von der Wahrheit. Keine Wahrheit ansich, sondern "für mich" und das heißt nicht, daß deswegen keine Logik gelten muß. Entscheidend ist nur, daß alles auf das Subjekt zuläuft, bzw. von ihm [also von mir] ausgeht. Das darf zu keiner Zeit vergessen werden. Eine wahre Welt ist Unfug und wird es immer sein. Widerspruchslosigkeit ist das Beste, was sich erreichen läßt. Eine logisch zwingende "Einheit" findet nicht statt. Das Einzelne [Eine] entzieht sich der Erkenntnis. Individualitas non es scientia. Der Weg führt aus dem Irrationalen ins Irrationale [vom klein-Einen zum Groß-Einen] und man kann nur hoffen, das Dazwischen mit soviel Vernunft wie möglich zu füllen. - der Fliesenleger / 00:49 16.10.2009

Philosophie und Geist

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Es ist aus dem "Zeitgeist" verschwunden, sich über "Geist" Gedanken zu machen. Disziplinen, wie die Psychologie analysieren den Geist als Handeln, Gefühle und Reflexion. Die Theologie sagt, dass der Geist "göttlich" sei und damit eine Konstante in unserer Existenz. Der Chemiker beschreibt den Geist mit einer Formel des Ethanols, aber trifft nicht das Wesen des Geistes. Die Philosophie ist nicht die Wissenschaft des Geistes, sie ist keine Wissenschaft. "Ratio versus Logik" oder "Gedanke des Geistes" sind keine Namen der modernen Philosophie. Die Philosophie ist die "Alma Mater" des Geistes, aber die Universitäten des 21. Jahrhunderts haben diesen "Geist" verloren. "Ich denke, also bin ich vs. ich bin, also brauch ich nicht zu denken" (Vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 77.116.17.222 (DiskussionBeiträge) --WandelndesWenn 07:17, 2. Okt. 2008 (CEST))

Eine Anmerkung: "Sag nicht, was du denkst, sag nur, was du fühlst!"?? Gedanken haben wohl zur Zeit tatsächlich nicht Konjunktur. Aber welcher Denker hat eigentlich etwas gegen Gefühle? Nur Gefühle grundsätzlich höher einstufen als Gedanken, das ist wohl wirklich geistlos. Wer echt ins Nachdenken gerät, der kann es buchstäblich spüren: der Bauch empfindet immer mit.--Theta 12:01, 17. Apr. 2009 (CEST)

Eine zweite Anmerkung, weil ich gerade auf diese Seite gerate:

'Geist' und 'geistig' bis 'geistlich' sind keine philosophischen Termini, sondern von einzelnen Autoren begrifflich unterschiedlich aufgefasste, wenn in ihrem Sinngehalt überhaupt "definierte" Worte aus der Umgangsssprache!
Ihre Geschichte dort, dh. ihre Etymologie ist allerdings höchst aufschlussreich; denn das indogermanische Wurzelwort *gheis- bezeichnetet ursprünglich eine emotionale Reaktion! Die des Erschauderns...
"Geistig" genannte Fähigkeiten kennt die Psychologie natürlich und selbstverständlich auch die Philosophie: Wahrnehmung, Denken bis hin zu Aufmerksamkeit. Der Essener Philosoph Dirk Hartmann hat die wohl eingehendste Monographie über "Philosophische Grundlagen der Psychologie" geschrieben - und mittlerweile sogar hier online gestellt.
Am bedeutendsten ist für uns unsere Vorstellungsfähigkeit. Ihr hat der Philosoph Colin McGinn in seinem Buch "Mindsight" die m.W. gründlichste, jedenfalls aktuellste und psychologisch beeindruckend stimmige Monographie gewidmet. - Ingo-Wolf Kittel - 93.133.37.100 10:19, 7. Jan. 2010 (CET)

Jaspers schreibt Anzenbacher

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Heute Arno Anzenbachers Einführung in die Philosophie abgestaubt und in die Hände genommen und er schreibt, dass Jaspers in seiner Einführung schreibt: "Was Philosophie sei und was sie wert sei, ist umstritten. Man erwartet von ihr außerordentliche Aufschlüsse oder läßt sie als gegenstandsloses Denken gleichgültig beiseite. Man sieht sie mit Scheu als das bedeutende Bemühen ungewöhnlicher Menschen oder verachtet sie als überflüssiges Grübeln von Träumern. Man hält sie für eine Sache, die jedermann angeht und daher im Grund einfach und verstehbar sein müßte, oder man hält sie für so schwierig, daß es hoffnungslos sei, sich mit ihr zu beschäftigen. Was unter dem Namen der Philosophie auftritt, liefert in der TAt Beispiele für so entgegengesetzte Beurteilungen. (Jaspers[1]" (Anzenbacher[2]) und ich schreibe, was er schreibt. Wer schreibt was? --OnnoS 08:47, 14. Aug. 2008 (CEST)

Kant und die Aufklärung

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Kant schreibt über die Aufklärung: Nun höre ich aber von allen Seiten rufen: räsonniert nicht! Der Offizier sagt: räsonniert nicht, sondern exerciert! Der Finanzrat: räsonniert nicht, sondern bezahlt! Der Geistliche: räsonniert nicht, sondern glaubt! (Nur ein einziger Herr in der Welt sagt: rä­sonniert, so viel ihr wollt, und worüber ihr wollt; aber gehorcht!)

Frage: Wer könnte mit "ein einziger Herr in der Welt" gemeint sein? - Walter --217.185.0.58 06:49, 29. Jun. 2007 (CEST)


Der Herr war Friedrich der Große (Friedrich II.), wie mit der Eingabe "räsonniert, so viel ihr wollt" in Google unschwer herauszufinden ist.

Paradoxien der Kommunikation

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Es ist fast unmöglich, etwas Wahres zu sagen, ohne Recht zu behalten. Das ist wirklich irgendwie paradox. Wer Recht behalten will, dem widerspricht man und macht ihm schnell das Wort streitig, auch wenn er sachlich Zutreffendes reden sollte. Wer sich aber solchem Widerspruch ausgesetzt sieht, der fühlt sich missachtet und beleidigt und trumpft nur um so heftiger mit seiner Wahrheit auf. So wird alles plötzlich zu einer Machtfrage und es kommt zu einer Endlosschleife von Wort und Widerwort in Richtung auf das Nichtssagende und Absurde. – Du glaubst, du könntest in solch dumme Paradoxien nicht hineingeraten? Sei vorsichtig, sei umsichtig!

Der alte Sokrates, wenn der einmal wieder seinen Gesprächspartner dialektisch besiegt und einen Irrtum vorgeführt hatte, der alte Sokrates ging hin und entschuldigte sich. Er hat sich wirklich entschuldigt, so steht es geschrieben! (St356) Es tut mir leid, sagte er in etwa, ich wollte eigentlich gar nicht siegen, ich bin wahrhaftig nur am Thema interessiert.

Das ist doch wohl interessant genug. Leider steht nicht geschrieben, was denn die Besiegten zu solchen Entschuldigungen gesagt oder gedacht haben. Das wäre vielleicht noch interessanter zu lesen. Denn solche paradoxen kommunikativen Verwicklungen lassen sich wohl doch nicht so einfach auflösen?

Wie auch immer: Manche Leute können sich nicht tief genug verbeugen, sie haben nicht das Kreuz dazu. Ist das denn ein aufrechter Gang? --

Nach meiner Meinung scheint es eine durchaus interessante Frage zu sein, wo solche paradoxen Verwicklungen der Kommunikation in der ethischen Tradition einmal behandelt und analysiert worden sind. Schließlich lässt sich diese kleine Betrachtung auch ganz praktisch als Fortsetzung des vorigen Beitrags verstehen.--Theta 18:18, 6. Jan. 2007 (CET)

Tugenden als Normen?

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Ausgehend von dem Versuch, Leitlinien für eine konstruktive Zusammenarbeit in der Wikiversity zu erarbeiten, eine Art Wiki-versity-quette also, sind wir ganz zwanglos bei einem der großen Themen der praktischen Philosophie, genauer der Ethik gelandet. Ich habe mal eine kleine Denksportaufgabe für die Cafeteria daraus gemacht:

Es geht (...) darum, Werte bzw. Normen zu erarbeiten, die am Ende mit einer bestimmten, noch zu erörternden Verbindlichkeit (als Empfehlungen, Regeln, "Richtlinien" etc.) hier evtl. eingeführt werden, um als Leitlinie und Orientierung für unsere Zusammenarbeit zu dienen. Wir sind dabei von Begriffen ausgegangen, die unsere Sprache bereitstellt, um konstruktive Eigenschaften zu kennzeichnen. Die weitaus meisten der so bisher gewonnenen Kategorien könnte man als Tugenden bezeichnen: Freundlichkeit, Höflichkeit, Respekt, Wohlwollen, Hilfsbereitschaft, Solidarität, Toleranz, Rücksichtnahme, Großzügigkeit, Versöhnlichkeit etc.
Wie aber will man Tugenden hier implementieren? Kann man eine Tugend präskriptiv zur Norm machen? Ist es nicht so, dass man sie entweder hat oder nicht hat, dass man sie aber nicht "verordnen" kann?

Wir streifen bei unserem Versuch, eine funktionierende Online-Community aufzubauen, soeben also ganz praktisch das Problem der Tugendethik, wobei es im aristotelischen Sinne nicht um Verstandes-, sondern um Charaktertugenden (ethische Tugenden) geht. Eine schöne Gelegenheit, mal die Probe auf's Exempel zu machen: Könnte Wikipedia weiterhelfen? Außer den genannten Artikeln sind noch im Angebot: Sozialethik Diskursethik, Moral, Pflicht... --Almeida 19:44, 7. Nov. 2006 (CET)

Kommentare

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  1. Karl Jaspers Einführung in die Philosophie 1989)
  2. Arno Anzenbacher Einführung in die Philosophie ISBN 3-451-23890-X