Kurs:Dresdner Befestigungsanlagen

Einleitung

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Kurs:Dresdner Befestigungsanlagen/Übersicht

https://de.wikisource.org/wiki/Seite:Paul_Schumann_-_Dresden.pdf/13

https://de.wikisource.org/wiki/Dresden._Ber%C3%BChmte_Kunstst%C3%A4tten,_Band_46,_1._Auflage

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts bestand Dresden aus dem Altendresden, der jetzigen Neustadt und Neudresden, der jetzigen Altstadt. Während Altendresden ein offener Ort an der Elbe mit sehr unregelmäßiger Bebauung war, entwickelte sich Neudresden als Residenz der Herzöge von Sachsen zu einer Festung mit Stadtmauern.

Rings um die innere Stadt lief eine Steinmauer, mehrere Meter hoch und so breit, dass man bequem auf ihr laufen konnte. Außerhalb der Mauer befand sich ein breiter und tiefer Graben, welcher mit dem Wasser der Elbe gespeist wurde.

Um in die Stadt gelangen zu können, befanden sich vier Mauertore aus starken Eichenbohlen gezimmert und mit stabilen Eisenbeschlägen versehen:

  • das Wilsdruffer Tor im Westen, am Ende der Wilsdruffer Straße (heute Postplatz, am Ort der heutigen Konstruktion "Wilsdruffer Tor")
  • das Elbtor im Norden, mit viereckigem Turm und Zugang zu den heutigen Kasematten, 1530 bis 1535 zum heutigen Georgenbau umgebaut
  • das Frauentor im Osten, welches sich auf dem späteren Neumarkt befand (Mauerreste befinden sich in der Tiefgarage unter dem Neumarkt)
  • as Seetor im Süden, am Ende der Seestraße zwischen Altmarkt und Karstadt (am Ort der heutigen Installation „Trichter“)

Dazu existierte noch die kleine Kreuzpforte am Ende der Kreuzstraße, erstmals um 1370 erwähnt.

Die außerhalb des Walles und des Grabens liegenden Vorstädte und Vordörfer wurden erst Mitte 16. Jahrhundert mit Dresden vereinigt.

Allgemein

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Stadtmauer und Graben um 1521
 
Stadtbefestigung um 1750 (Karte nach Westen)

Geschichte

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Rudimente

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An folgenden Abschnitten sind der Teile der Stadtbefestigung erhalten oder deren Verlauf nachgebildet:

Straßennamen

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An vielen Orten erinnern noch Straßennamen an Teile der Dresdner Stadtbefestigung:

sowie an die Befestigung von Altendresden:

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Anmerkungen

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  1. CDSR 1/A/3, Nr. 217 vom 21. Januar 1216: Acta sunt hec anno ab incarnatione domini nostri Iesu Christi millesimo ducentesimo XVI., indictione V., XII. kal. febr. in civitate nostra Dreseden; feliciter.
  2. Edith Ennen: Die europäische Stadt des Mittelalters. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1972, ISBN 3-525-01308-6, S. 98.
  3. CDSR 2/5 Nr. 14 vom 17. August 1299: Praedictos articulos ad nullos alios extendi volumus, nisi ad cives nostros infra muros civitatis nostrae Dresden et septa residentes.
  4. CDSR 2/5, Nr. 58 von 1359 bis 1370: Landesherrliche Geldbewilligungen zu den Befestigungsbauten der Dresdner Bürger. (24. Juli 1359, 25. Februar 1361, 19. Juli 1363, 12. September 1365, 2. Januar 1366, 12. März 1367 und 4. Januar 1370)
  5. CDSR 2/5 Nr. 59 vom 15. Juli 1361: Die Markgrafen Friedrich der Strenge und Balthasar übertragen der Stadt den Salzhandel mit der Bestimmung, dass die nach Abzug der Verwaltungskosten sich ergebenden Ueberschüsse zur Stadtbefestigung verwendet werden sollen.

Allgemein 2

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Kurs:Dresdner Befestigungsanlagen/Allgemein 2

ausführliche Chronologie

Stadttore

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Altstadt

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Überblick

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Stadttore waren in Dresden seit dem Bau der Stadtmauer notwendig. Es gibt Hinweise darauf, dass bis zum Aufbau der Stadttore Schutzgatter die Stadteingänge schützten.

Mittelalter
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Das mittelalterliche Dresden besaß vier Stadttore in alle vier Himmelsrichtungen wie auch eine kleine Pforte nach Südosten, die zur Kreuzkirche führte:

  1. das Elbische Tor nach Norden
  2. das Wilsdruffer Tor nach Westen
  3. das Seetor nach Süden und
  4. das Frauentor nach Osten.

Der fünfte Stadteingang war die Kleine Kreuzpforte, die sich durch die Wallfahrt zur Kreuzkirche im Spätmittelalter zum Kreuztor entwickelte.

Bezeichnend ist der Umstand, dass das Frauentor bereits 1297 ersterwähnt wurde - zwei Jahre vor der Ersterwähnung der weit älteren Stadtmauer am 17. August 1299 durch eine Urkunde des damaligen Dresdner Stadtherren Friedrich Klemme.[1]

Die Dresdner Tortürme trugen als Schmuck in Stein gehauene und bunt bemalte Dresdner Stadtwappen.

An den Toren waren Steinschleudern und andere Wurfmaschinen für den Verteidigungsfall aufgestellt. Wie notwendig diese waren, zeigen die Eroberung von Dresden durch den Markgrafen von Brandenburg Waldemar den Großen im Jahr 1315 durch Erstürmung des Wilsdruffer Tores und die Eroberung Altendresdens durch die Hussiten im Jahr 1430.

Die Stadttore wurden von einem Torwächter bewohnt (auch Hausmann genannt, vgl. Hausmannsturm). Dieser hatte im Mittelalter in einigen Türmen auch noch die Funktion des Gefangenenwärters:

Wesentlich verändert wurde die Situation an den Stadttoren durch die Hussitenkriege von 1419 bis 1434. Im Jahr 1427 wurde eine zweite, niedrigere Vormauer errichtet. Hierdurch entstand ein Zwinger.[2]

Reformationszeit: Ab 1521 Großer Rempart
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Durch die Remparierung der Dresdner Befestigungsanlagen von 1519 bis 1529 wurde die Siedlung an der Frauenkirche mit einem Neuen Wall umgeben und dadurch nach Dresden eingemeindet. Diese Siedlung war aus einer vorstädtischen elbslawischen Fischer- und Hafen-Siedlung der Nisaner hervorgegangen, welche älter als die deutsche Stadtgründung war.

Durch den 1521 erbauten Neuen Wall führte zunächst ein Schutzgatter am Pirnischen Tor, später das 1530 erbaute Rampische Tor (auch Äußeres Frauentor) genannt.

Da das Frauentor mit der mittelalterlichen Stadtmauer weiterbestand, gab es in dieser Zeit sechs Stadttore. Vom Stadtzentrum in Richtung Osten mussten allerdings das Innere wie auch das Äußere Frauentor passiert werden.

Ab 1546/1555: Bastionärbefestigung
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Diese Situation änderte sich grundlegend mit dem Bau einer der ersten deutschen Bastionärbefestigungen nach altitalienischer Manier in den Jahren 1546 bis 1555.

Das alte (innere) Frauentor wurde abgerissen und das neugebaute Rampische Tor verschlossen (dessen Vorwerk und dessen Brücke über den Stadtgraben verschwanden allerdings). Als Ersatz wurde das Ziegeltor in Richtung Osten erbaut.

In Richtung Südosten wurde die Kleine Kreuzpforte verschlossen und stattdessen das Salomonistor durch den dortigen Rempart gebaut, der in Salomonisbastei umbenannt wurde.

In Richtung Süden wurde das Seetor vermauert und zum Gefängnis umgebaut. Es wurde nicht ersetzt.

In Richtung Norden wurde das erst 1535 zum Georgentor erneuerte Elbische Tor durch das Neue Brückentor ersetzt, das 44 Meter vor dem alten Elbtor lag. Es erhielt wegen seiner Renaissance-Pracht den Namen Schönes Tor. Auch die Namen Altendresdner Tor und Wassertor gingen auf das Neue Brückentor über, da das kurfürstliche Georgentor für den Verkehr geschlossen wurde.

Damit besaß Dresden ab 1555 folgende Stadttore:

  1. das Neue Brückentor von 1555 nach Norden über die Elbe
  2. das mittelalterliche Wilsdruffer Tor nach Westen
  3. das Salomonistor von 1551 nach Südosten und
  4. das Ziegeltor von 1555 nach Osten.

Der Weg direkt nach Süden war durch die Schließung des Seetores nun nicht mehr möglich. Dafür führte nach Norden direkt in die Elbe die Arsenalspforte, welche die Bastionärbefestigung mit dem alten mitbefestigten Hafen von Nisan verband.

1589/1593: Ausbau der Bastionärbefestigung
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Durch den Ausbau der Bastionärbefestigung vor allem im Zeitraum von 1589 bis 1591/1593 wurde die Situation nochmals grundlegend verändert. Die erst neugebauten Tore in Richtung Osten (Ziegeltor) und Südosten (Salomonistor) wurden wieder verschlossen und durch ein Haupttor ersetzt, das 1590/1591 erbaute Pirnaische Tor. Danach konzentrierte sich die Begehbarkeit von Dresden ab 1591 auf nur noch drei Haupttore:

  1. das Neue Brückentor von 1555 nach Norden über die Elbe
  2. das mittelalterliche Wilsdruffer Tor nach Westen und
  3. das Pirnaische Tor von 1591 nach Osten

Auch die Arsenalspforte wurde 1590 wegen Verlandung des Hafens von Nisan größtenteils zugemauert und danach überwiegend als Salzausfall bezeichnet. 1676 wurde der Hauptausfall in der Nähe des Schlosses gebaut.

1738/1746: Nach dem Bau der Hofkirche in den Zwinger
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Diese Situation hatte rund einhundertfünfzig Jahre Bestand. Sie änderte sich erst durch die Pläne zum Bau der Hofkirche. Um Raum für diesen ehrgeizigen römisch-katholischen Kirchenbau zu schaffen, dem spätesten Werk des italienischen Barocks, wurde 1738 das 1555 eröffnete Neue Brückentor abgerissen (neben weiteren Gebäuden und sogar Teilen der Festungsanlage). Dafür wurde das bis 1535 zum Georgentor ausgebaute alte Elbische Tor wieder seiner alten Bestimmung übergeben und der Verkehr statt über die Augustusstraße wieder über die Schloßstraße direkt nach Süden geleitet. Danach war es naheliegend, auch das südliche Stadttor, das Seetor, wieder zu aktivieren, welches 1746 geöffnet wurde.

Ab 1746 besaß Dresden folgende Stadteingänge:

  1. das mittelalterliche, 1535 umgebaute Georgentor nach Norden zur Elbe
  2. das mittelalterliche Wilsdruffer Tor nach Westen
  3. das mittelalterliche Seetor nach Süden und
  4. das Pirnaische Tor von 1591 nach Osten

Damit war im Grunde die Situation aus dem Mittelalter wiederhergestellt. Lediglich im Osten war durch die Stadterweiterung durch den Neuen Wall von 1521 das mittelalterliche Frauentor abgerissen und durch das Pirnaische Tor ersetzt wurden.

1811/1821: Abriß der meisten Stadttore im Rahmen der Entfestigung
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Drei dieser vier Dresdner Stadttore wurden im Zuge der Entfestigung Dresdens abgetragen:

  1. das Wilsdruffer Tor bereits in der Napoleonzeit im Jahr 1811
  2. das Pirnaische Tor in den Jahren 1820/1821
  3. das Seetor im Jahr 1821

Lediglich das im Grunde mittelalterliche Georgentor (ursprünglich das Elbische Tor) überstand die Entfestigungsphase, außerdem das 1589 durch die Bastion Jupiter vollständig überbaute Ziegeltor von 1555, von dem sich deswegen sogar noch die Torbrücke über den Stadtgraben erhalten hat. Es ist im Museum Festung Dresden zu besichtigen (seit 2019 in Festung Xperience umbenannt).

Auch in der ehemaligen bedeutenden Hansestadt Wismar erhielt sich lediglich das Wassertor als einziges von einstmals fünf Toren der mittelalterlichen Wismarer Stadtbefestigung.

Anmerkungen
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  1. CDSR 2/5 Nr. 14 vom 17. August 1299: Praedictos articulos ad nullos alios extendi volumus, nisi ad cives nostros infra muros civitatis nostrae Dresden et septa residentes.
  2. OELSNER, Norbert: Die Dresdner Burg im Mittelalter, in: Geschichte der Stadt Dresden, Stuttgart 2005, S. 140 mit Verweis auf Richter, Verfassungsgeschichte Dresden.
Elbisches Tor
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Das Elbische Tor stand auf den ersten beiden Brückenpfeilern am Südkopf der Dresdner Elbbrücke und bildete dort den Eingang in die Stadt Dresden. Da die Elbbrücke nach Altendresden führte, war auch der Name Altendresdner Tor gebräuchlich.

Geschichte

  • Beginn des 13. Jahrhunderts: älteste erhaltene Bauteile des Elbischen Stadttores entstehen, der damals etwa 8,5 m breite und 10 m hohe Torturm war mit einer Zugbrücke versehen
  • 1407 Ersterwähnung als "Elbisches Tor"
  • 1455 "Wasserthor"
  • 1458 "Brückenthor"
  • 15. Jahrhundert: Bei Erweiterungen wird der Tordurchgang mit einem Kreuzrippengewölbe versehen; diese gotische Gewölbeform wird trotz aller späteren Umbauten bis heute beibehalten
  • 1530/35 das "Brückenthor" wird durch Georg den Bärtigen zum Georgenbau (auch: Georgentor) umgebaut und damit vom Stadttor zum Teil des Schlosses umgewidmet, dieser Umbau ist Teil eines umfassenden Umbaus des Dresdner Schlosses
  • 1547: Unter Kurfürst Moritz werden beim Umbau der Befestigungsanlagen fünf Pfeiler und vier Bögen auf einer Gesamtlänge von etwa 150 Metern zugeschüttet, dabei wird über dem nun ersten Pfeiler am Altstädter Ufer ein neues Brückentor (das Schöne Tor) errichtet


Georgenbau
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Das Georgentor, auch Georgenbau ist der Verbindungsbau zwischen Residenzschloss und Stallhof in der Altstadt und die Überbauung der Schloßstraße.

Geschichte

Das Tor wurde wahrscheinlich durch den Dresdner Baumeister Bastian Kramer zwischen 1530 bis 1535 unter der Herrschaft von Herzog Georg dem Bärtigen an Stelle des "Brückenthores" errichtet. Beim Bau wurden zwei Bögen der Elbbrücke verschüttet. [1] Als Bauintendant fungierte Hans von Dehn-Rothfelser (* 1500 in Wittenberg (?); † 13. Juni 1561 in Dresden). Ihm oblag als Verwaltungsbeamter am sächsischen Hof die Organisation und Bauaufsicht beim Georgenbau.

Das Georgentor gilt als erster Renaissancebau Dresdens und Mitteldeutschlands. Das Gebäude bestand aus drei Geschossen mit zwei mächtigen Portalen, vier Volutengiebeln und einem reichen plastischen Schmuckwerk. Es war ursprünglich mit dem Dresdner Totentanz von Christoph Walther I. geschmückt und trug die Inschrift "Durch die Mißgunst des Teufels kam der Tod in die Welt".

Unter Kurfürst Moritz werden beim Umbau der Befestigungsanlagen ab 1547 fünf Pfeiler und vier Bögen der Elbbrücke auf einer Gesamtlänge von etwa 150 Metern zugeschüttet, dabei wird über dem nun ersten Pfeiler am Altstädter Ufer ein neues Brückentor (das [[Schönes Tor (Neues Brückentor)|Schöne Tor) errichtet.

Das Georgentor war von 1556 bis 1738 zugemauert. In diesen 182 Jahren wurde der Verkehr nicht wie bis dahin über die Schloßstraße geleitet, die am Georgentor beginnt, sondern durch das von Melchior Trost erweiterte neue Elbtor über die Augustusstraße. In dieser Zeit war auch der Südausgang der Stadt Dresden, das Seetor, vermauert, das sogar erst 1746 wieder geöffnet wurde. Der Verkehrsfluß verlief nicht mehr wie seit alters her über den Altmarkt (1400 "margt", 1410 "ring", 1452 "forum"), sondern über den erst um 1530 eingemeindeten und um 1550 durch Abtragung der ältesten Stadtmauer erweiterten Neumarkt um die Frauenkirche.

1701 ausgebrannt, wurde das Georgentor 1730 durch Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff als zweigeschossiges, mit Ausnahmen von Lisenen, schmuckloses Gebäude wiedererrichtet, wobei Fürstenhoff als Bauherr das Palais selbst entwarf. Dabei wurden die beiden alten Portale wieder mit integriert. Schon 1718 und 1719 wurden durch den Franzosen Raymond Leplat die kurfürstlichen Prunkgemächer Augusts des Starken (* 12. Mai 1670 in Dresden; † 1. Februar 1733 in Warschau) eingerichtet, der damals auch König von Polen war.

Um 1833 wurde der Georgenbau aufgestockt. Dies eröffnete die Möglichkeit, von 1866 bis 1868 den königlichen Kleinen Ballsaal einzurichten.

Der heutige Bau im Stil der Neorenaissance entstand von 1889 bis 1901 nach Entwürfen von Gustav Frölich und Gustav Dunger im Zusammenhang mit dem Umbau des Dresdner Schlosses. Der Georgenbau wurde noch bis 1918 von den sächsischen Königen bewohnt, zuletzt von Friedrich August III..

Nach dem Wiederaufbau und der Sanierung ab dem Ende des 20. Jahrhunderts finden im Georgentor mehrfach im Jahr Sonderausstellungen statt.

Quellen

1. RAUDA, Wolfgang: Als baugeschichtlicher "Höhlenforscher" unterm Dresdner Schlosse, in: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, 1931

1756 Dresden – Dem Mythos auf der Spur, Asisis monumentales 360°-Panorama der Barockzeit in Dresden, Kathrin Francik/ Ulla Heise, Asisi Visual Culture GmbH, 2. Auflage 2009, ISBN 978-3-00-029599-7

Dresden Stadtlexikon, edition Sächsische Zeitung, Siegmar Baumgärtel/ Klaus Gertoberens,1. Auflage 2009, ISBN 978-3-938325-61-2

http://schloss-dd.mz.test.tu-dresden.de/menue-1/georgentor



 
Der Georgenbau (Georgentor) mit seiner Neorenaissancefassade
 
Das Georgentor (um 1535) war alte Stadtausgang zur Elbbrücke
 
Das Georgentor um 1865

Das Georgentor oder der Georgenbau ist der ursprüngliche Stadtausgang von Dresden zur Elbbrücke. Er liegt in der Inneren Altstadt am Schloßplatz zwischen dem Residenzschloss und dem Stallhof. Dieser erste Renaissancebau in Dresden wurde von Georg dem Bärtigen veranlasst, der das ehemalige Stadttor zur damals einzigen Dresdner Elbbrücke von 1530 bis 1535 zum Georgentor umbauen ließ. Der Bau besticht heute durch seine repräsentative Fassade im monumentalen Neorenaissancestil.

Geschichte
 
Georgentor 1902
 
Georgentor 1954

Der alte Stadtausgang zur Elbbrücke, das Elbtor der Stadtfestung, wurde von 1530 bis 1535 vom Baumeister Bastian Kramer unter der Bauintendantur von Hans von Dehn-Rothfelser zum sogenannten Georgentor umgebaut. Es war das erste Renaissance-Bauwerk Dresdens, noch vor dem Umbau des Residenzschlosses, allerdings mit Anklängen an die lombardische Architektur.[1]

Die Schauseite des Gebäudes war auf religiöse Themen bezogen. Dies zeigte sowohl der Figurenschmuck (hier die Darstellung von „Leben und Tod“) als auch sein Wahlspruch:

„Per Invidiam Diaboli Mors Intravit In Orbem“ (Durch den Neid des Teufels ist der Tod in die Welt gekommen). Damit kommt die große Frömmigkeit von Herzog Georg dem Bärtigen zum Ausdruck.

So war der „Dresdner Totentanz“ Bestandteil der Gebäudefassade, dieser ist heute in der Dreikönigskirche untergebracht. Der Wahlspruch ist oberhalb des Torbogens „am alten Georgentor“ angebracht (jetzt auf der Westseite des Gebäudes angeordnet).

Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Georgentor zugemauert. Der Verkehr wurde nicht wie bis dahin über die Schloßstraße geleitet, die am Georgentor begann, sondern durch das erweiterte Elbtor über die Augustusstraße und den Neumarkt. In dieser Zeit (1556) ließ Kurfürst August seine bisherige Landeshauptmünzstätte Freiberg im Zuge umfassender Reformen in die unmittelbare Nähe seines Residenzschlosses neben dem Georgentor verlegen. Sein Ziel war es, somit nur eine einzige Landesmünzstätte zu betreiben.[2]

Nach der Zerstörung durch den Schlossbrand 1701 wurden im Georgenbau in den Jahren 1718 und 1719 durch den Franzosen Raymond Leplat, der auch die barocke Ausstattung des Schlosses Moritzburg entwarf, die kurfürstlichen bzw. königlichen Gemächer eingerichtet. So befanden sich dort zu seiner Zeit die Prunkgemächer Augusts des Starken. Bis 1730 erfolgte dann die komplette Wiederherstellung durch Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff, den illegitimen Sohn von Johann Georg III.

Nach einer Aufstockung des Georgentors um 1833 wurde in den Jahren 1866 bis 1868 der Kleine Ballsaal eingerichtet.

Bis 1901 erfolgte im Zusammenhang mit dem Schlossumbau die Umgestaltung der Fassade im Stil der Neorenaissance durch Gustav Dunger und Gustav Frölich. Das Rundbogenportal auf der Elbseite (ehemaliges Nordportal) wurde dabei an die Westseite Richtung Hofkirche versetzt. Das überlebensgroße, ca. vier Meter hohe Reiterstandbild Herzog Georgs des Bärtigen im Schaugiebel des Georgentors schuf seinerzeit der Bildhauer Christian Behrens.

Der letzte sächsische König Friedrich August III. bewohnte bis 1918 den Georgenbau.

Nach der Zerstörung des Georgentors durch die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 wurde das Gebäude Mitte der 1960er Jahre äußerlich wiederaufgebaut, dabei jedoch verändert.

Gegenwart

Auch heute ist die Durchwegung für den Autoverkehr gesperrt. Aufgrund der Lage im unmittelbaren Umfeld des Schlosses sowie auf der Achse Prager StraßeAugustusbrückeHauptstraßeAlbertplatz sind erhebliche Fußgängerströme durch das Tor zu verzeichnen.

Ausstellungen

Im Georgenbau sind derzeit die folgenden Ausstellungen zu sehen:

außerdem der Silberwaffensaal und der Kleine Ballsaal.

Ansichten
Weblinks
  Commons: Georgentor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
  1. Fritz Löffler: Das alte Dresden – Geschichte seiner Bauten. E. A. Seemann, Leipzig 1981, ISBN 3-363-00007-3.
  2. Lienhard Buck: Die Münzen des Kurfürstentums Sachsen 1763 bis 1806. Berlin 1981, S. 50.

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Schönes Tor (Neues Brückentor)
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Das Schöne Tor stand auf der Dresdner Elbbrücke und diente seit 1547 statt dem 1530/1535 zum Georgenbau umgebauten Elbischen Tor als neues Stadttor von Dresden über die Elbbrücke nach Altendresden, weswegen es auch als Altendresdner Tor bezeichnet wurde.

Geschichte

  • 1547: Unter Kurfürst Moritz werden beim Umbau der Befestigungsanlagen fünf Pfeiler und vier Bögen der Elbbrücke auf einer Gesamtlänge von etwa 150 Metern zugeschüttet, dabei wird über dem nun ersten Pfeiler am Altstädter Ufer ein neues Brückentor (das Schöne Tor) errichtet
  • 1553: Erweiterung durch Melchior Trost, danach wird der Verkehr nicht wie bis dahin über die Schloßstraße geleitet, die am Georgentor beginnt, sondern durch das erweiterte Elbtor über die Augustusstraße und den Neumarkt
  • 1648: Stich "Ansicht von Alt- und Neu-Dresden" von Altendresden aus mit der Elbbrücke und dem Schönen Tor wasserseitig, zu sehen auch das Altendresdner Elbtor und die Alexiuskapelle auf dem Mittelpfeiler
  • 1679: Stich "Am Stallgebäude" mit dem Schönen Tor landseitig, dem Jagdtor, dem Langen Gang und dem turmartigen Georgenbau im Hintergrund
  • 1710: auf einem Grundriss-Plan als "Schönes Tor" mit "Thorhaus" bezeichnet
  • 1727 bis 1731: massiver Umbau der Dresdner Elbbrücke durch den Barock-Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann gemeinsam mit dem Ratsbaumeister Johann Gottfried Fehre, Neugestaltung der Umgebung des Schönen Tores
  • 1731: Stich der Augustusbrücke von Ernst Kunze mit dem Schönen Tor wasserseitig, Zustand nach dem Umbau der Brücke durch August den Starken
  • 1738: mit der Anlage des Schloßplatzes wird das "Schöne Tor" abgerissen, seine Funktion erhält das Georgentor

Wilsdruffer Tor

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Das Wilsdruffer Tor wurde 1313 erstmals als Wilisches Tor am Ausgang der Wilischen Gasse urkundlich erwähnt, sein Turm 1416 erbaut. Sein Name wurde auch zu Wilsches Tor verkürzt. Es wurde nach dem damals verkehrsgünstig gelegenen Wilsdruff bezeichnet (1259: Wilandestorf[1], 1350: Wilandisdorf; 1428: Wilissdorff). In der Wilsdruffer Stadtbefestigung gab es ein entsprechendes Dresdner Tor.

Durch den Ausbau der Dresdner Befestigungsanlagen wurde das Wilsdruffer Tor 1548 von Caspar Vogt von Wierandt erweitert. Ab 1568 erfolgte durch Paul Buchner und Hans Irmisch der Aufbau eines zweiten Geschosses mit Dachhaube und Turmknopf.

1722 wurde vor dem Wilsdruffer Tor eine kursächsische Postmeilensäule aufgestellt, etwa am Ort der heutigen Ecke der Annenstraße mit der Hertha-Lindner-Straße. In Wilsdruff wurde 1730 eine entsprechende Postmeilensäule am Marktplatz errichtet.

Nach der Besetzung Dresdens (1806) durch napoleonische Truppen erfolgte ab dem 30. November 1809 die Entfestigung Dresdens auf Befehl der französischen Besetzung (wahrscheinlich durch Napoleon Bonaparte angeordnet). Das Wilsdruffer Tor wurde 1811 abgetragen und man legte von dort den mit Bäumen bepflanzten Annenweg zum Jakobsspital hin an[2].

1835 wurde das ehemalige Wilsdruffer Tor namensgebend für die zu diesem Zeitpunkt nach Dresden eingemeindete Wilsdruffer Vorstadt mit der Poppitzer Gemeinde, der Viehweidegemeinde, der Gerbergemeinde, der Fischersdorfer Gemeinde und der Entenpfütze.

Der Wilsdruffer Torplatz wurde 1865 in Postplatz umbenannt.

Am Ort des ehemaligen Wilsdruffer Tores stehen heute zwei Pylonen, die an die Pfeiler des Tores erinnern sollen. An ihnen ist eine dreieckige gläserne Dachfläche abgehängt, die in die glasgedeckten Stahlrahmenkonstruktion der Haltestellenüberdachungen am Postplatz übergeht. Diese von der Arbeitsgemeinschaft joachim schürmann architekten und b2 Architekten Dittmann Luft (Köln/Bonn) entworfene und ebenfalls "Wilsdruffer Tor" genannte Konstruktion zeigt den heutigen Eingang in die Altstadt an.

1. CDS II 1 Nr. 188

2. Adolf Hantzsch: Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens. Baensch, Dresden 1905. Schriftenreihe Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, 17/18., S. 6


 
Bernardo Bellotto („Canaletto“, 1721–1780): Ansicht von Dresden, Die Festungswerke in Dresden, Festungsgraben mit Brücke zwischen Wilschen Tor und Postmeilensäule, etwa 1750

Das Wilsdruffer Tor, in älteren Zeiten auch Wil(i)sches Tor genannt, war eines der Haupttore in den Dresdner Befestigungsanlagen. Es war das westliche Stadttor am Ausgang der Wilischen Gasse, der heutigen Wilsdruffer Straße. Das Tor wurde 1313 erstmals urkundlich erwähnt[1] und 1811 im Zuge der Entfestigung Dresdens abgetragen. Benannt war das Tor nach der westlich von Dresden gelegenen Stadt Wilsdruff.

Bereits Anfang des 15. Jahrhunderts wurde das Wilsche Tor ausgebaut. Im Rahmen des Festungsumbaus wurde es 1548 durch Caspar Vogt von Wierandt erweitert. Wegen Baufälligkeit nahmen nach 1568 Paul Buchner und Hans Irmisch größere Umbauten vor, wie den Aufbau eines zweiten Geschosses mit Dachhaube und Turmknopf.

Über die Jahrhunderte entstand durch Ansiedlungen vor dem Tor die Wilsdruffer Vorstadt, in der auch verschiedene Mühlen, angetrieben durch den Weißeritzmühlgraben, standen.

 
Das Wilsdruffer Tor kurz vor der Abtragung 1811

Die Entfestigung Dresdens begann 1809, das Wilsdruffer Tor wurde 1811 abgetragen. Der Abriss sowie die Verfüllung des Festungsgrabens vergrößerten den Wilsdruffer Thorplatz und es entstanden neue Baugrundstücke. 1865 erfolgte dann die Umbenennung des Platzes in Postplatz, an dessen Westseite die namensgebende Hauptpost stand.

Von der kursächsischen Postmeilensäule, die 1722 vor dem Wilsdruffer Tor, etwa an der Annenstraße Ecke Herta-Lindner-Straße, aufgestellt wurde, existieren in Dresden heute zwei öffentliche Kopien. Eine von 1967 steht in Zschertnitz in der Münzmeisterstraße und trägt die Inschriften von 1722, jedoch an falschen Seiten. Die andere Nachbildung von 1997 nahe dem Postplatz, unweit vom Originalstandort, an der Herta-Lindner-Straße Ecke Freiberger Straße, trägt die Inschriften von 1732 an den richtigen Seiten. Letztere gilt als die bessere Rekonstruktion.

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  Commons: Dresdner Befestigungsanlagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
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  1. Anton Weck: Der Chur-Fürstlichen Sächsischen weitberuffenen Residenz- und Haupt-Festung Dresden, Nürnberg 1680
Datei:Seetor 1782.jpg
Prospect des See-Thores gegen die Stadt, vor 1782

Das Seetor befand sich am Ende der Seegasse als Verbindung zwischen Altmarkt und der Seevorstadt.

Erstmals erwähnt wurde das Stadttor im Jahr 1403. Im Jahr 1746 wurde das seit 1550 vermauerte und als Gefängnis genutzte Seetor wieder geöffnet und nach Plänen von Maximilian von Fürstenhoff neu gestaltet. Der Abriß erfolgte im Rahmen der Entfestigung im Jahr 1821.

Seit Juni 2011 erinnert die begehbare Installation „Trichter“ an das Seetor.

Frauentor

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Das Frauentor befand sich im Ring der Stadtmauer zwischen Elbtor und Kreuzpforte am Neumarkt. Außerhalb der Stadtmauer stand damals die Frauenkirche mit einem weiten Friedhof umgeben. Sie besaß sechs Altäre und ein Marienbild aus Wachs, zu welchem zahlreiche Wallfahrten unternommen wurden.

Rampisches Tor
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Das ehemalige Rampische Thor um 1830 (nach einem älteren Stich)


Das Rampische Tor (bei Rampische Gasse, in Höhe des Kurländer Palais) bis 1818, Blatt Teil der Chronik, Grimmerschen Buchhandlung Dresden 1835 deutsche digitale Bibliothek

Material/Technik Radierung

Maße 94 x 114 mm (Darstellung), 126 x 152 mm (Blatt, Plattenrand beschnitten)

Standort Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Inventarnummer A 1995-3799


Theodor Bienert Sammlung


Ereignis Herstellung (wer) unbekannt;

Hersteller Grimmer, Christian Friedrich (1798-1850); Verlag

(wann) um 1835


Sammlung Theodor Bienert (sächsische und böhmische Topographie, Ende 16. Jh. - Anfang 20. Jh.) skd

Christian Friedrich Grimmer vgl. Kurs:Alte Dresden-Literatur/Verlage/Hilschersche Buchhandlung#Christian Friedrich Grimmer: ab 1832


1519 bis 1529/30: in den Jahren der Reformation und des Bauernkrieges läßt Herzog Georg der Bärtige die Siedlung an der Frauenkirche sowie die weiteren östlichen Vorstädte mit einem Wall sichern und die Stadtmauern durch Remparierung verstärken, die alte Stadtmauer zwischen der alten Stadt und den neu eingewallten Vorstädten bleibt - dadurch müssen auf dem Weg Richtung Osten sowohl das Frauentor als auch das in den neuen Wall eingefügte Rampische Tor (1530 errichtet) durchquert werden - die Streckenführung zwischen diesen beiden Toren ist noch heute als Rampische Gasse bekannt und führte seinerzeit zu dem ehemaligen Vorwerk Ramwoltitz auf dem Gebiet der heutigen Johannstadt


Zwischen 1519 und 1529 erfolgte eine Erweiterung der Befestigungsanlage, bei welcher die Siedlungen an der Elbe und an der Frauenkirche mit einbezogen wurden. Dieses Gebiet wurde als „Newe Stadt“ bezeichnet und durch einen Wall geschützt. Das Rampische Tor wurde 1530 angelegt, es ersetzte das Frauentor und befand sich ungefähr auf Höhe des Kurländer Palais. Weitere Um- und Ausbauten an den Dresdner Befestigungsanlagen begannen 1546. Zwei Jahre später war die alte Stadtmauer zwischen Stadt und der östlichen Vorstadtsiedlung abgetragen. Das Rampische Tor wurde durch den Bau des Ziegeltores und des Salomonistores 1552 abgerissen. Das Elbtor wurde erweitert, während das Georgentor und das Seetor zugemauert wurden. Das Ziegeltor, auch Schifftor genannt, lag an der Elbseite der Festungsmauer nahe der späteren Kunstakademie. Es wurde später ebenfalls übermauert.

Befestigungsanlagen Dresden bei Sachsens Schlösser (ein Projekt von Katja Kretzschmar, Stadt Wehlen)


In den Jahren 1519 bis 1529 wurden die Siedlungen an der Elbe und an der Frauenkirche mit der ersten Erweiterung der Stadtbefestigung einbezogen; dies geschah auf Befehl von Herzog Georg dem Bärtigen. Diese „Newe Stadt“ wurde durch einen Wall geschützt. Die alte Stadtbefestigung blieb an dieser Stelle vorerst bestehen. Als neues Tor wurde das Rampische Tor im Jahr 1530 angelegt. Es löste das Frauentor als östliches Stadttor ab. Sein Standort war ungefähr beim späteren Kurländer Palais. Der Name des Tores und der dahinführenden Rampischen Gasse leitet sich vom im 15. Jahrhundert aufgegebenen Dorf Ranvoltitz ab. Neben der Einbeziehung der Vorstadtsiedlungen wurden die übrigen Abschnitte der Stadtmauer außen durch Erdaufschüttungen und durch vorgelagerte Außenwerke verstärkt. ... Bereits im Jahr 1548 war die alte Stadtmauer zwischen Stadt und den östlichen Vorstadtsiedlung abgetragen. Das Rampische Tor wurde durch den Bau des Ziegel- und des Salomonistores 1552 abgetragen. Das Elbtor wurde erweitert, das mit ihm in Verbindung stehende Georgentor und das Seetor wurden zugemauert. Dresdner Befestigungsanlagen


Ursprünglich lag der Straßenzug außerhalb der Stadtmauer vor dem „Frauentor“ an der gotischen Kirche Unserer Lieben Frauen und deren Friedhof. Im Mittelalter gab es einige vereinzelte Häuser an der Rampischen Straße (später Pillnitzer Straße) und der Pirnaer Straße.[19] Zwischen 1520 und 1556 wurden die Befestigungen nach Osten gelegt und beginnend vom Neumarkt begann die Bebauung mit innerstädtischen Gebäuden.

Die Rampische Gasse findet sich auf der gesüdeten Karte von 1529 vom Rathaus (M) und dem Markt (L) durch die Gr. Frauengasse (18) zum Frauentor (G), davor liegt der Gottesacker (Q) mit „Unser lieben Frauen Kirche“ (P) als Zugang zur Rampischen Gasse (23) und der Pirnischen Gasse (24). Von da durch das Rampische Thor (D) über Wall (V) und Wassergraben (T) führte die Verbindung in die Umgebung im Osten. 1548 wurde das Gebiet vor dem Frauentor in die Stadtbefestigung und die Dresdner Zollmauer einbezogen. Nach dieser Stadterweiterung durch Herzog Moritz war der unregelmäßige Platz des Neumarkts geschaffen, von dem etliche Straßen abzweigten, so nach Osten auch die Rampische Straße. Die historische Rampische Gasse führte in einem sanft konvexen Bogen an der südöstlichen Begrenzung des Friedhofs vorbei. Der Weg verlief vom Neumarkt und der (alten) Frauenkirche zum Rampischen Thor (Rampischer Schlag) in die „Rampische Gemeinde“ als Teil der Pirnaischen Vorstadt. Namensgebend für die Gasse war die Richtung zum (wohl schon länger) bestehenden Dorf Ranvoltitz,[20] das aber im 14. Jahrhundert aufgegeben wurde. Übernommen wurde die Flur von Ranvoltitz mit dem Grundbesitz des Maternihospitals und behielt lange den Charakter der Dorfflur.[21] Später wurde die Johannstadt als Vorort angelegt, benannt nach König Johann (1801–1873) von Sachsen. Der Straßenname nach der Wüstung blieb bestehen. Im 17. Jahrhundert begann die Bebauung an der Rampischen Straße mit repräsentativen Adels- und Bürgerhäusern.[22] Die Vorstädte der Altstadt waren offen, wie am Rampischen Schlag mit den Landstraßen nach Pillnitz und Pirna. Sie wurden 1760 im Siebenjährigen Krieg in Mitleidenschaft gezogen.[23] Nach dem Beschuss mit feindlicher Artillerie lag der Straßenbereich in Schutt.[24] Der Wiederaufbau nach den Kriegsjahren erfolgte im „Dresdner Hungerstil“ eher einfach. Das geschlossene Stadtbild mit Barockfassaden und Renaissance-Erkern am Neumarkt und den barocken Bürgerhäusern (zum Kurländer Palais hin) an der (Inneren) Rampischen Straße entstand im Augusteischen Zeitalter des frühen 18. Jahrhunderts durch Neubebauung.[25] Die Rampische Straße entwickelte sich mit Ausdehnung der Stadt und der Bebauung der „Äußeren Pirnaischen Vorstadt“ über den Akzisering hinweg als Landstraße nach Pillnitz.[26] In Stadtnähe war die durchgehende Bezeichnung zunächst Rampische Gasse[27] in Fortsetzung der in der inneren Stadt gelegenen Gasse.[28] Seit 1840 wurde der städtische Abschnitt (Altstadt) zur Inneren, die Landstraße zur Äußere Rampische Gasse (1100 Ellen lang, → Pillnitzer Straße) unterschieden. Auf der Karte von 1855[29] endet die Rampische Gasse an der Schießgasse durch den querstehenden Bau der „Clinic“ und der niedergelegten Ringumfassung (Botanischer Garten, Moritzallee). An der Amalienstraße beginnt nach Osten und um 1855 schon weitestgehend bebautdie Äußere Rampische Gasse. Sie führt durch die Pirnaische Vorstadt und wird gekreuzt vom Straßenzug Neue Gasse/ Große Ziegelgasse. Am Rampischen Schlag ist der damalige Ostrand der Pirnaischen Vorstadt erreicht. Im Jahr 1859 wurde mit der zunehmenden Bebauung[30] die Äußere Rampische Straße nach der Richtung zum Dorf Pillnitz als Pillnitzer Straße[31] benannt und 1874 kam zu dieser der westliche Teil der Striesener Straße bis zum Striesener Platz hinzu.[32]

Bevor die Erweiterung der Befestigung zwischen 1520 und 1556 erfolgte, führte die außerhalb liegende Rampische Gasse durch das „Loch“. Seit der Zeit um 1415 befand sich ein Hurenhaus an der Gasse. Diese Form wurde geduldet, um Vergewaltigungen, unerlaubten Beischlaf und Sodomie vorzubeugen. Die Nutzung war für Ehemänner, Juden sowie Priester und Mönche bei Todesstrafe verboten. Frauen drohte für unsittliches Benehmen außerhalb des Hauses die Hinrichtung.

Rampische Straße


Im Mittelalter gab es hier nur ein paar vereinzelte Häuser an der Rampischen Straße (später Pillnitzer Straße) und der Pirnaer Straße. Nach der Erweiterung der Stadtfestung ab 1520 siedelten sich dann zahlreiche Ackerbürger und Gärtner sowie auch Fischer (Fischergemeinde am Elbberg) hier an. Der Böhmische Holzhof war ein Stapelplatz für geflößtes Holz. Bereits 1703 gab es die erste Apotheke in der Vorstadt - Vorgänger der späteren Mohrenapotheke am Pirnaischen Platz.

Pirnaische Vorstadt in Dresden & Sachsen

Kreuzpforte

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Allgemein
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Die Kleine Kreuzpforte (auch nur Kreuzpforte, gelegentlich auch Kreuztor) war eines der fünf mittelalterlichen Stadttore Dresdens und im Vergleich zu den vier Haupttoren in die vier Himmelsrichtungen (Elbisches Tor nach Norden, Wilsdruffer Tor nach Westen, Seetor nach Süden und Frauentor nach Osten) verhältnismäßig klein, weswegen es nur als Pforte bezeichnet wurde.

Die nach historischem Vergleich in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts entstandene und am 4. Januar 1370 erstmals erwähnte Kleine Kreuzpforte lag am Ende der Kreuzgasse (der späteren Kreuzstraße) und führte deswegen nach Südosten.

Die Kleine Kreuzpforte war insbesondere für die vielen Wallfahrer vorgesehen, welche die 1234 als Anbau der Nikolaikirche errichtete Kapelle zum Heiligen Kreuz besuchten. Constantia von Österreich, Gemahlin des Markgrafen (Heinrich), brachte "ein merklich schön Partikel vom Heiligen Kreuze" als Mitgift nach Dresden. Er zog als Reliquie viele Pilger an und gab der Kreuzkapelle, später der Kreuzkirche ihren Namen. [1]

1270 wurde diese Kapelle zum Heiligen Kreuz zu einer Kirche erweitert.

Die Markgrafen von Brandenburg erstürmten 1315 das Wilsdruffer Tor und besetzten die Stadt.[2] Die Kleine Kreuzpforte war damals zu unbedeutend und einer Erwähnung nicht wert.

Die Brandenburger Besatzer verpfändeten 1316 die Stadt, nicht aber die Burg Dresden an den Meißner Bischof.[3]

1317 wurde in Weißenfels ein Vergleich geschlossen: Markgraf Johann von Brandenburg, Waldemars Vetter, sollte seine Schwester dem Sohn des Markgrafen Friedrich von Meißen vermählen und ihr die Städte Meißen und Freiberg als Mitgift geben, Friedrich ihr dagegen Döbeln und Rochlitz als Leibgedinge verschreiben. Dagegen machte Friedrich sich verbindlich, die Brandenburger Markgrafen im Besitz von Dresden, Hayn und Tharandt fernerhin nicht zu beeinträchtigen.[4]

Nach der erneuten Zerstörung der Elbbrücke durch Hochwasser im Jahr 1319 schrieben 13 in Avignon versammelte Erzbischöfe und Bischöfe einen 40-tägigen Ablass für alle aus, die an bestimmten Festtagen die Kapelle zum Heiligen Kreuz in Andacht und Gebet besuchen. Die Opfergaben sollten zum Brückenbau beitragen.[5]

Nach dem für die damalige Zeit äußerst wertvollen und lukrativen 40-tägigen Ablass von 1319 wurde die Kleine Kreuzpforte vermutlich baulich vergrößert und verbessert.

Durch das Aussterben der askanischen Markgrafen von Brandenburg[6] fiel Dresden im gleichen Jahr an den Bischof von Meißen, Withego II., zurück [7]. Am Sonntag nach St. Lucä bestätigte Friedrich der Gebissene von der Wartburg aus seine getreuen und lieben Bürger zu Dresden in all ihren Ehren und Rechten, die sie von Alters her hatten.[8]

Von 1359 bis 1370 erfolgte ein weiterer Ausbau der Stadtmauer mittels landesherrlicher Geldbewilligungen. Hierbei wurde die Kleine Kreuzpforte zum 4. Januar 1370 erstmals erwähnt.[9] Da sie lediglich saniert wurde, hatte sie zu diesem Zeitpunkt bereits ein erhebliches Alter. Nach historischem Vergleich kann ihre Entstehung in die 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts angesetzt werden. Nach einer historischen Karte von Bruno Krause war die Kleine Kreuzpforte schon 1216 vorhanden.[10] Diese Annahme ist allerdings unter Historikern umstritten.

Auch das wichtige Elbische Tor (auch Brückentor oder Altendresdner Tor) wurde nach archäologischem Befund am Beginn des 13. Jahrhunderts in Stein errichtet (ein hölzerner Vorgängerbau ist nicht auszuschließen) und sogar erst 1407, rund zwei Jahrhunderte später, ersterwähnt.

Infolge des zunehmenden Pilgerstromes übertrug sich im Volksmund der Name der Kapelle zum Heiligen Kreuz auf die Nikolaikirche selbst. Am 10. Juni 1388 wurde deswegen die Nikolaikirche offiziell auf den Namen Kirche zum Heiligen Kreuz (Kreuzkirche) neu geweiht. Anlassgebend war vermutlich die Kirchweihe der Frauenkirche im gleichen Jahr (wahrscheinlich des gotischen Neubaus der Frauenkirche). Auch zur Frauenkirche gab es eine Wallfahrt. Hier wurde ein wundertätiges Marienbild aufgesucht, welches besonders schwangeren (presshaften) oder noch kinderlose Frauen helfen sollte. Da die Frauenkirche sich damals noch außerhalb der Dresdner Befestigungsanlagen befand, mussten diese Pilger nicht unbedingt in die Stadt kommen.

Durch die Hussitenkriege (1419 bis 1434) ausgelöst wurde 1427 eine zweite, niedrigere Vormauer errichtet. Hierdurch entstand auch vor der Kleinen Kreuzpforte ein Zwinger.[11]

In den Jahren der Reformation (ab 1517) und des Deutschen Bauernkrieges (1524 bis 1526) ließ Herzog Georg der Bärtige von 1519 bis 1529 die Siedlung an der Frauenkirche mit einem Wall sichern und die Stadtmauern durch Remparierung verstärken. Außerdem wurde der dadurch entstandene Rempart durch einen breiten Wassergraben (Stadtgraben) gesichert. Die Erde für den Wall wurde größtenteils aus dem vor dem Wall ausgehobenen Graben gewonnen. Die Stadt finanzierte Arbeiten am großen Rempart bis 1534, Herzog Georg der Bärtige ließ bis 1535 das Elbische Tor zum Georgentor im Stil der Renaissance umbauen.

Im Jahr 1521 wurde der Neue Wall von der Kreuzpforte aus in Richtung des späteren Pirnischen Tors (auch Äußeres Frauentor oder Rampisches Tor genannt) gebaut und damit die Umwallung im Wesentlichen ausgeführt. Bis zum Jahr 1530, als das Pirnische Tor errichtet wurde, gab es ein Schutzgatter als vorläufigen Torersatz.

Erde war ein billiger Baustoff, allerdings mußte der Erdwall zum Schutz vor Erosion mit Steinmauern verkleidet und dadurch abgestützt werden.

Die alte Stadtmauer zwischen der mittelalterlichen Stadt und den neu eingewallten Vorstädten (der Newen Stadt) blieb dabei erhalten. Es wurde Erde an die Außenseite der Stadtmauer aufgeschüttet. Die Stadtmauern wurden rempariert. Nach Anton Wecks Stadtplan von 1529 wurden diese Erdwälle mit Bekleidungsmauern nach außen hin abgestützt. Der Rempart wurde also in den Zwingerraum hinausgebaut.

Hieraus ergab sich die kuriose Situation, dass man zwar durch die Kleine Kreuzpforte aus der Stadt in die Newe Stadt hinausgelangte, aber dann direkt vor dem Neuen Wall ankam, dem man bis zum Pirnischen Tor folgen musste, um ganz aus der Stadt zu gelangen.

Der neue Rempart leicht westlich der alten Kreuzpforte bildete den Beginn des Neuen Walls. Er wurde später zur Salomonisbastei ausgebaut.

Diese Situation wurde in den Jahren 1546 bis 1555 durch den Umbau des Großen Remparts zur Bastionärbefestigung grundlegend geändert.

Geplant ab 1545, wurde 1546 mit den Bastionen am Schloss und der Mönchsbastei am Franziskanerkloster begonnen und entgegen dem Uhrzeigersinn weitergebaut:

Im Rahmen dieser umfangreichen Bauarbeiten wurde die Kleine Kreuzpforte 1551 verschlossen und durch das Salomonistor ersetzt, welches direkt durch den 1521 angelegten Rempart verlief. In der Literatur befinden sich hierzu verschiedene wiedersprüchliche Angaben zum Jahr und zum genauen Ablauf. Besonders verbreitet ist der Irrtum, es habe nur eine Umbenennung der Kleinen Kreuzpforte in das Salomonistor gegeben.

Anmerkungen
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  1. LINDAU, Geschichte der königlichen Haupt- und Residenzstadt, 2. verbesserte Aufl., Dresden 1885
  2. LINDAU, Geschichte der königlichen Haupt- und Residenzstadt, 2. verbesserte Aufl., Dresden 1885 , Bd. 1, S. 55, 96.
  3. OELSNER, Norbert: Die Dresdner Burg im Mittelalter, in: Geschichte der Stadt Dresden, Stuttgart 2005, S. 137.
  4. LINDAU, Geschichte der königlichen Haupt- und Residenzstadt, 2. verbesserte Aufl., Dresden 1885 , Bd. 1, S. 97 f.
  5. Das Avignonesisches Papsttum (auch "avignonesisches Exil" oder "babylonische Gefangenschaft der Kirche" genannt) währte 67 oder 68 Jahre von 1309 bis 1376 (nach anderer Meinung bis 1377). Das römische Papsttum war unter den Einfluß der französischen Krone geraten. Sieben Päpste hatten ihren Sitz in der südfranzösischen Stadt Avignon, bis zur Flucht des Gegenpapstes Benedikt XIII. im Jahr 1403 noch weitere (Gegen)Päpste.
  6. Waldemar der Große, askanischer Markgraf von Brandenburg, starb am 14. August 1319 in Bärwalde. Sein noch unmündiger Vetter Heinrich das Kind folgte ihm im Alter von nur elf Jahren nach. Heinrich das Kind stand unter Vormundschaft und wurde nicht allgemein anerkannt. Er starb schon im Jahr darauf, so dass die askanischen Markgrafen von Brandenburg im Mannesstamm erloschen. König Ludwig IV. aus dem bayerischen Haus Wittelsbach zog Brandenburg als erledigtes Reichslehen ein und belehnte 1323, unter Umgehung der sächsisch-anhaltischen Linie der Askanier, seinen Sohn Ludwig mit der Mark Brandenburg. Dieser Konflikt führte zu dem Phänomen des Falschen Woldemar.
  7. OELSNER, Norbert: Die Dresdner Burg im Mittelalter, in: Geschichte der Stadt Dresden, Stuttgart 2005, S. 137.
  8. Vorlage:Lindau, Bd. 1, S. 99
  9. CDSR 2/5, Nr. 58 von 1359 bis 1370: Landesherrliche Geldbewilligungen zu den Befestigungsbauten der Dresdner Bürger. (24. Juli 1359, 25. Februar 1361, 19. Juli 1363, 12. September 1365, 2. Januar 1366, 12. März 1367 und 4. Januar 1370)
  10. "Dresden, eine deutsche Stadt ... um 1216", In: Bruno Krause: "Die geschichtliche Entwickelung der Residenzstadt Dresden", 1893, Teil 2, S. 28.
  11. OELSNER, Norbert: Die Dresdner Burg im Mittelalter, in: Geschichte der Stadt Dresden, Stuttgart 2005, S. 140 mit Verweis auf Richter, Verfassungsgeschichte Dresden.
Sammlung
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Kreuzpforte Dresden 1550. Image extracted from page 62 (Volume 02) of Die geschichtliche Entwickelung der ... Residenzstadt Dresden ... Mit ... Illustrationen, etc, by KRAUSE, Bruno. 1893.


Durch fünf Stadttore war der Einlass in die Stadt möglich. Die Tore waren das Elbtor (oder auch Brückentor, Altdresdnisches Tor), das Seetor, das Wilsche Tor (oder Wilsdruffer Tor) und das Frauentor sowie die Kleine Kreuzpforte.


Das Rampische Tor wurde durch den Bau des Ziegel- und des Salomonistores 1552 abgetragen.

Das Salomonistor, von Caspar Vogt von Wierandt errichtet, trat ungefähr an die Stelle der Kreuzpforte.

Das Pirnaische Tor, ein Haupttor in den Dresdner Befestigungsanlagen, war das südöstliche Stadttor der Altstadt von Dresden. Es ersetzte seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert das Frauentor und die Kreuzpforte.


Die kleine Kreuzpforte war ein kleines Stadttor, das 1370 erstmals erwähnt wurde. Es befand sich am Ende der Kreuzgasse, der späteren Kreuzstraße. Im Jahr 1592 wurde es zugemauert.


In Zusammenhang mit der Fertigstellung des Pirnaischen Tores 1591 im Osten der Anlage wurden das Salomonistor im Jahr 1553 sowie das Ziegeltor ersetzt und übermauert.




Salomonistor

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Das Salomonistor wurde im Jahr 1549 von Caspar Voigt von Wierandt bei der ursprünglichen Kreuzpforte angelegt[1]. Letztere wurde 1551 in Salomonistor umbenannt[2]. Nach dem Bau des Pirnaischen Tores wurde das Tor im Jahr 1593 wieder zugemauert. Der Salomonisberg blieb als Teil der Festungsanlage vorerst bestehen, 1721 wurde er in Bastion Jupiter umbenannt.[3][4]

1. Folke Stimmel u. a.: Stadtlexikon Dresden A – Z. 2., überarbeitete Auflage, Verlag der Kunst, Dresden 1998, ISBN 3-364-00304-1.

2. Martin Bernhard Lindau: Geschichte der königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden. 2. verbesserte Auflage, Dresden 1885 (SLUB Digitalisat)

3. Karte von Samuel Nienberg

4. Wikipedia:Dresdner Befestigungsanlagen

Ziegeltor

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  • 1546: Kurfürst Moritz lässt die Festungswerke erweitern.[1] Niederlegung der Stadtmauer zwischen Jüdenhof und Frauenkirche.[2] Dabei wird das Seetor vermauert (1548 vermauert, 1747 wieder geöffnet), das neue Ziegeltor ausgebaut und das Salomonistor errichtet, das 1590 durch das Pirnaische Tor ersetzt wurde.[3] Zu Hinausrückung der Festungswerke am Schloss werden wieder einige Pfeiler der Brücke verschüttet. Dabei wurde das Brückentor neu angelegt, das als "Schönes Tor" zu den 7 Wunderwerken Dresdens gehörte. Es wurde erst 1555 fertiggestellt. Das vorherige städtische Elbische Tor, das durch die Schlosserweiterung um 1530 als Georgenbau an das Schloss fiel, wurde dabei seiner Funktion als Stadttor enthoben. [4]
    • 1. REHSCHUH, Günther: Die ersten Ansichten der Stadt Dresden, in: Sächsische Heimatblätter 1/1960
    • 2. Fritz Löffler: Das Alte Dresden. Dresden 1956.
    • 3. Alfred Hahn und Ernst Neef: Dresden: Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme. Band 42 der Reihe Werte unserer Heimat, Akademie-Verlag Berlin 1984, S. 58
    • 4. Martin Bernhard Lindau: Geschichte der königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden. 2. verbesserte Auflage, Dresden 1885 (SLUB Digitalisat), S. 304 https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/92347/324
  • um 1550: Das Pirnaische Tor war nach seinem Bau Ende des 16. Jahrhunderts eines von vier Mauertoren der Dresdner Stadtbefestigung am südostöstlichen Ausgang der Dresdner Altstadt in Richtung der namensgebenden Stadt Pirna. Es ersetzte das südöstliche Salomonistor von 1549 und das nordöstliche Ziegeltor von etwa 1550. Das Salomonistor hatte die um 1370 ersterwähnte Kreuzpforte und das Ziegeltor das 1297 ersterwähnte Frauentor ersetzt.
  • 1589: das Ziegeltor wird überbaut - es ist heute noch unter der Brühlschen Terrasse zu sehen (Alfred Hahn und Ernst Neef: Dresden: Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme. Band 42 der Reihe Werte unserer Heimat, Akademie-Verlag Berlin 1984)
  • 1589/1591: Umbau/Erweiterung durch Paul Buchner (Jungfernbastion, Entfall Ziegeltor, Neubau Pirnaisches Tor)[2] Dresdner Verein Brühlsche Terrasse e.V.: Geschichte. 2020.
    • Gondelhafen: Ein solches Hafenportal gab es seit 1554 aber westlich der Kleinen Bastion. Das wegen des Straßenbaues Ende des 19. Jahrhunderts drei Meter hoch verschüttete im oberen Teil noch heute sichtbare Portal wurde 1590 bei der Verlegung des Hafens vermauert und führte damals, wie es eine Zeichnung Paul Buchners zeigt, bis hinter den Wall. Auf dieser Zeichnung ist ein in der Festung befindliches Hafenbecken als „Arsinall“ bezeichnet. Dieses nutzte den mittelalterlichen Hafen von Nisan und lag etwa unter der Glaskuppel der Kunstakademie, bei deren Bau ab 1887 man die Schlammschichten des früheren Hafens fand.[1] Später wurde dieser Bereich mit dem Salzhaus überbaut und ein Entladen von Booten war nur noch an der Öffnung im Wall möglich. Diese Stelle wurde daher auch als „Salzhafen“ bezeichnet[2]. Bereits 1578 hatte Paul Buchner darauf hingewiesen, dass der Bereich vor dieser Anlage verlandet war[3]. Bei der Erweiterung der Festung im Nordosten unter Leitung von Paul Buchner wurde die kleine Bastion zur später so genannten Bastion Venus wesentlich vergrößert und das Ziegeltor überbaut. Vor der östlichen Face der Bastion befand sich ein zwischen 40 und 50 Meter breiter Grabenteil, dessen Kontrescarpe heute noch sichtbar ist. Hier war die Grabensohle etwas tiefer gelegt worden. Zur Elbe hin war wieder eine Schleusenanlage zur Abriegelung des Grabens vorhanden. Sie bestand aus zwei Teilen, die etwa 8 Meter dick waren und in denen jeweils ein überwölbter Gang lief, durch den man gedeckt zur Mitte gelangen konnte. In der Mitte war eine etwa 7,5 Meter breite Öffnung vorhanden, in der mittels beweglicher Holzteile eine Absperrung vorgenommen werden konnte. Dieser Teil des Grabens wird auf einem Paul Buchner zugeschriebenen Plan als „Neuer Stadtgraben“ bezeichnet[4]. Am Übergang zum alten Grabenteil war eine zweite Schleusenanlage gebaut worden, mit der der Wasserstand im höher gelegenen Grabenteil geregelt werden konnte. Solche Anlagen nennt man in der seit dem 17. Jahrhundert durch französische Begriffe geprägten Sprache der Militäringenieure Batardeau. Im Deutschen nutzte man damals das Wort Bär, das von einem lateinischen Begriff abgeleitet wurde. Angeblich soll der Bärenzwinger durch diese zweite Schleusenanlage seinen Namen bekommen haben.


Besichtigt werden kann unter anderem das mehr als 450 Jahre alte Ziegeltor. Dabei handelt es sich um das letzte erhaltene Stadttor Dresdens. Es ist durch andere Festungsanlagen überbaut worden, jedoch nach wie vor begehbar. Es besteht aus einer zentralen Durchfahrt für Fuhrwerke, die beidseitig von kleinen Pforten für Fußgänger umgeben ist. Erhalten blieben hier unter anderem die alten Wachstuben, die eisernen Türangeln für die Torflügel sowie die Brücke über den hier ebenfalls überbauten ehemaligen Stadtgraben, die als älteste Steinbrücke der Stadt gilt.

Baubeginn der Dresdner Befestigungsanlagen im Bereich des heutigen Museums war 1546. Dresden erhielt damals unter der Anleitung von Caspar Vogt von Wierandt und Melchior Trost als eine der ersten deutschen Städte eine Festung im Bastionärsystem. Um 1550 wurde im Zuge dieser Bauarbeiten das bis heute im Museum erhaltene Ziegeltor errichtet, um 1553 dann die Kleine Bastion, die bis heute als kleiner Vorsprung der Außenmauer der Brühlschen Terrasse sichtbar ist. Etwa 1555 waren die Arbeiten abgeschlossen. In der Nähe befand sich außerdem ein früher schiffbarer und dann versandeter und schließlich zugemauerter Durchlass von der Elbe zum damaligen Dresdner Zeughaus, der bis heute durch einen Steinbogen im Mauerwerk gekennzeichnet ist.

Nach Plänen von Paul Buchner erfolgte von 1590 bis 1592 ein Ausbau der Kleinen Bastion in Richtung Osten. Dabei entstand die Jungfernbastei, die später „Bastion Venus“ hieß, außerdem wurde dabei das erst wenige Jahrzehnte zuvor errichtete Ziegeltor überbaut. In den Kasematten der neuen Bastion wurden Waffen gelagert, Soldaten in Kriegszeiten sicher untergebracht und Feinde von dort aus bekämpft.

Pirnaisches Tor

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Das Pirnaische Tor war nach seinem Bau Ende des 16. Jahrhunderts eines von vier Mauertoren der Dresdner Stadtbefestigung am südostöstlichen Ausgang der Dresdner Altstadt in Richtung der namensgebenden Stadt Pirna. Es ersetzte das südöstliche Salomonistor von 1549 und das nordöstliche Ziegeltor von etwa 1550. Das Salomonistor hatte die um 1370 ersterwähnte Kreuzpforte und das Ziegeltor das 1297 ersterwähnte Frauentor ersetzt.

Die drei anderen Mauertore der Dresdner Altstadt waren ab dem Ende des 16. Jahrhunderts bis zur Entfestigung Dresdens zu Beginn des 19. Jahrhunderts:

  • das nördliche Schönes Tor (Neues Brückentor), es ersetzte seit 1547 das 1530/35 zum Georgenbau umgebaute Elbische Tor
  • das westliche Wilsdruffer Tor und
  • das von 1550 bis 1746 zugemauerte südliche Seetor


Geschichte

  • 1590/91 erbaut von Paul Buchner als repräsentatives Bauwerk im Renaissancestil
  • 1760 Zerstörung des 1593 vom Bildhauer Andreas Walther III. geschaffenen Reiterstandbilds Christians I. während der Bombardierung 1760 durch die Preußen
  • 1820/21 „Demolierung“ im Zuge der Entfestigung der Stadtmauern
  • 1838 fuhren zum ersten Male „Omnibuswagen“ vom Platze ab

Quellen

  • Folke Stimmel u. a.: Stadtlexikon Dresden A – Z. 2., überarbeitete Auflage, Verlag der Kunst, Dresden 1998, ISBN 3-364-00304-1., S. 321
  • Sächsische Zeitung Donnerstag, 28. Februar 2008 Kaffee und Kuchen am Pirnaischen Tor
  • Blick vom Hochhaus Pirnaisches Tor nach West (Bau des Fußgängertunnels), 1971



 
Ansicht Inneres des Pirnaischen Tores (1679) mit Reiterstandbild Christians I.

Das Pirnaische Tor, ein Haupttor in den Dresdner Befestigungsanlagen, war das südöstliche Stadttor der Altstadt von Dresden. Es ersetzte seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert das Frauentor und die Kreuzpforte. Die Torflügel waren ursprünglich aus starken Eichenbohlen gezimmert und mit stabilen Eisenbeschlägen versehen. Im Verlauf des Jahres 1820 wurde das Pirnaische Tor im Zuge der Entfestigung Dresdens abgetragen. Benannt war das Tor nach der südöstlich von Dresden an der Elbe gelegenen Stadt Pirna.

 
Innere Tordurchfahrt, Zustand 1763
 
Außenansicht Pirnaisches Tor mit Vortor (1799)
 
Zustand nach 1760
Geschichte
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Im Rahmen des Festungsumbaues und der städtischen Erweiterung nach Osten wurde das Pirnaische Tor 1590/91 als repräsentatives Bauwerk im Renaissancestil durch den aus Nürnberg stammenden Bau- und Oberzeugmeister Paul Buchner als Ersatz von Frauentor und Kreuzpforte neu errichtet. Unmittelbar vor dem Tor verlief der wassergefüllte Stadtgraben, über den eine Brücke führte. Bei der Belagerung der sächsischen Landeshauptstadt durch preußische Truppen im Siebenjährigen Krieg im Jahre 1760 wurde auch das Pirnaische Tor durch preußischen Beschuss beschädigt und unter anderem das 1593 vom Barockbildhauer Andreas Walther III geschaffene lebensgroße Reiterstandbild des sächsischen Kurfürsten Christian I. zerstört. 1820 erfolgte im Zuge des Stadtausbaus der vollständige Abriss des Tores. Bis heute hat sich jedoch der Name des Platzes, auf dem das Tor stand, als Pirnaischer Platz erhalten.

Weitere Tore der Altstadt Dresden waren: Wilsdruffer Tor, Elbtor, Frauentor, Kreuzpforte und Seetor.

In der Grunaer Straße 5 trug eine HO-Gaststätte den Namen „Pirnaisches Tor“. Nach dem Pirnaischen Tor ist heute das Seniorenheim Grunaer Straße 6 in Dresden benannt.[1]

Kursächsische Postmeilensäule
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Die wappengeschmückte kursächsische Postmeilensäule aus Postelwitzer Sandstein – 1722 unter Anleitung des Land- und Grenzkommissars Adam Friedrich Zürner vor dem Pirnaischen Tor am Beginn der Dresden-Teplitzer Poststraße aufgestellt – existiert nicht mehr.

Literatur
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  Commons: Dresdner Befestigungsanlagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
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  1. Homepage des Seniorenheims Pirnaisches Tor

Neustadt

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Altendresden war im Mittelalter nur durch einen Erdwall gesichert, der durch folgende Eingänge passiert werden konnte: Meißnisches Tor (1453 erwähnt), Rähnitzpforte (1465), Badertor (1477), Breites Tor (1477), Tor am Augustinerkloster (1480) und Wassertor (1527). Die von Kurfürst Moritz vorangetriebene Befestigung Dresdens sollte auch auf Altendresden ausgedehnt werden, die Ausführung blieb jedoch 1546 in den Ansätzen stecken.

Erst die Ereignisse des Dreißigjährigen Kriegs führten dazu, dass ab 1632 der Bau einer steinernen Stadtbefestigung auf der Altendresdner Seite der Stadt begann, die Befestigung bestand bis dahin vornehmlich aus Erdwällen. Auslöser während des Dreißigjährigen Krieges war, dass 500 kroatische Reiter am 30. September 1631 vergeblich versuchten, Altendresden zu erobern. Die Arbeiten wurden durch Wolf Caspar von Klengel im Jahr 1684 abgeschlossen. Die Befestigungsanlage verfügte über folgende Stadttore: Badertor (auch Mühl- oder Wassertor) im Südwesten des Stadtteils am Ausgang der Blockhausgasse, im Westen das Leipziger Tor (auch Meißner oder Weißes Tor) am späteren Palaisplatz. Das nördliche der beiden in den Jahren 1827 bis 1829 von Gottlob Friedrich Thormeyer errichtete Torhaus existiert heute noch. Weitere Tore waren die Rähnitzpforte im Nordwesten am Ende der Rähnitzgasse, im Nordosten das Bautzner Tor (auch Schwarzes Tor oder Lausitzer Tor) am Ende der Hauptstraße, im Südosten das obere Elb- oder Wiesentor am südlichen Ende der Hospitalstraße und das Jäger- oder Wiesentor im Süden am Ende der Wiesentorstraße. Weißes und Schwarzes Tor wurden im Zuge der Entfestigung Dresden im Jahr 1817 abgebrochen, das Jägertor 1854.


Schwarzes Tor

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Das Schwarze Tor gehörte zur Stadtbefestigung von Altendresden (heutige Neustadt) und befand sich am Ende der Hauptstraße in Höhe des Albertplatzes. Es wurde 1632 angelegt und im Jahre 1811 wieder abgetragen.

Weitere Namen sind Bautzner Tor oder auch Lausitzer Tor.

Das Schwarze Tor ist auch in der Novelle Der goldne Topf von E. T. A. Hoffmann zu finden.


 
Christian Gottlob Hammer:
Das schwarze Tor, 1812 (Innere Ansicht)
 
Äußere Ansicht des Schwarzen Tors

Das Schwarze Tor, auch Bautzner Tor oder Lausitzer Tor, gehörte zur Stadtbefestigung von Altendresden (heutige Innere Neustadt) und befand sich am Ende der Hauptstraße in Höhe des Albertplatzes. Es wurde 1632 angelegt und ab 1811/1812[1] wieder abgetragen.

„Verewigt“ ist das Schwarze Tor in der Novelle Der goldne Topf von E. T. A. Hoffmann, die beginnt: „Am Himmelfahrtstage, Nachmittags um drei Uhr rannte ein junger Mensch in Dresden durchs schwarze Tor und geradezu in einen Korb mit Äpfeln und Kuchen hinein, die ein altes häßliches Weib feilbot, …“

Heute erinnert an das Stadttor die Sackgasse Am Schwarzen Tor  , eine Nebenstraße der vom Albertplatz abgehenden Hospitalstraße.

Fußnoten und Einzelnachweise
  1. Verschiedene Angaben, siehe z. B. Diss. von Yevgeniy Pomerantsev: Enchanted Truths: Romantic and Post-Romantic Models of Poetic Knowledge. New York 2008, S. 51 oder Bild: Die Explosion des Pulvermagazins in der neuen Schanze vor den Schwarzen Thor zu Dresden am 27. Juny 1814 früh um 8 Uhr (Staatliche Kunstsammlungen Dresden). – Im Jahr 1813 ließ Napoleon den von ihm initiierten Abriß der Dresdner Befestigungsanlagen stoppen und diese notdürftig für die zu erwartende Schlacht um Dresden herrichten, siehe z. B. Lutz Reike: Napoleon in Dresden. In: Dresdner Geschichtsbuch, Nr. 1, 1995, S. 54 f.
Weblinks
  Commons: Schwarzes Tor, Dresden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weißes Tor

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Datei:Dresdner Adresskalender 1831.jpg|thumb|Leipziger Tor im Dresdner Adresskalender

Das Leipziger Tor oder auch Weißes Tor genannt, befand sich zwischen Palaisplatz und Robert-Blum-Straße und war ein Teil der Stadtbefestigung von Altendresden, der heutigen Inneren Neustadt.

Noch heute erinnert eines von zwei Torhäusern, welche nach Plänen von Gottlob Friedrich Thormeyer (1775-1842) erbaut worden sind, an die Zeit, als noch die Brückensteuer (sog. Akzise) für den Transit von und nach Dresden erhoben wurden.

Geschichte
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  • 1718: Erneuerung der Torbauten unter Leitung des Architekten Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff
  • 1817: Abbruch des ursprünglichen Torbaues[1]
  • 1827: Hofbaumeister Thormeyer beginnt mit dem Bau der Akzise- oder Torhäuser
  • 1869: Beginn der Krankenpflege-Ausbildung im ehemaligen Wachhaus
  • 1874: Umbenennung des Anfangsstück der Leipziger Straße in Kaiserstraße
  • 1951: Hans Nadler (Denkmalpfleger) setzt sich für den Erhalt des südlichen Torhauses beim Stadtplanungsamt ein.
  • 1969: Das südliche Torhaus wird für die Straßenverbreiterung des "Verkehrszuges Köpckestraße" abgerissen.


  1. Vorlage:Hantzsch, S. 68

Wiesentor

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Mit Am Wiesenthor, oder auch Vor dem Wiesenthor, bezeichnete man das Gelände an der Elbe zwischen der Augustusbrücke und dem Carolaplatz, das einst auch als Mönchswiese bekannt gewesen war, da es zum Augustinerkloster gehörte. Im Volksmund sprach man auch von der Elb- oder Stallwiese und war früher hauptsächlich durch das am Ausgang der Wiesentorstraße gelegene Wiesentor zugänglich[1]. An diesem Ort hatte der Architekt und Oberlandbaumeister Christian Traugott Weinlig sein Wohnhaus[2] (Nr. 10). Seit 1906 wird die Bezeichnung nicht mehr im Adressbuch verwendet.

Heute wird der Platz am Königsufer im Sommer für die Bühne der Filmnächte am Elbufer genutzt.

  1. Vorlage:Hantzsch, S. 157
  2. Adressbuch „Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner“ 1799, S. 478

Erweiterung und Remparierung 1519 bis 1529

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Remparierung (Rampe)

Aufschüttung von Erde hinter einer Mauer, um eine Plattform für schwere Geschütze zu schaffen.

--> Rempart (Remparts)

In den Jahren 1519 bis 1529 wurden die Siedlungen an der Elbe und an der Frauenkirche mit der ersten Erweiterung der Stadtbefestigung einbezogen; dies geschah auf Befehl von Herzog Georg dem Bärtigen. Diese „Newe Stadt“ wurde durch einen Wall geschützt. Die alte Stadtbefestigung blieb an dieser Stelle vorerst bestehen. Als neues Tor wurde das Rampische Tor im Jahr 1530 angelegt. Es löste das Frauentor als östliches Stadttor ab. Sein Standort war ungefähr beim späteren Kurländer Palais. Der Name des Tores und der dahinführenden Rampischen Gasse leitet sich vom im 15. Jahrhundert aufgegebenen Dorf Ranvoltitz ab. Neben der Einbeziehung der Vorstadtsiedlungen wurden die übrigen Abschnitte der Stadtmauer außen durch Erdaufschüttungen und durch vorgelagerte Außenwerke verstärkt.

Mit der Erfindung des Schwarzpulvers im 14. Jahrhundert war der Weg für Kanonen geebnet. Galt im Festungsbau bisher die Regel „je höher die Mauer, desto sicherer“, kam es zu einem Umdenken in Richtung: „Je massiver die Befestigung, desto sicherer.“ Erde gewann als Baustoff für Befestigungsanlagen an Bedeutung, da sie den Impuls der Geschosse abdämpft (siehe Plastischer Stoß).


Ein Rempart (aus französisch Rempart, engl. Rampart) ist eine Wallanlage (niederländisch: Stadswal) zur Befestigung (Umwallung) von Städten oder Burgen.

Die Anlage von Remparts erfolgte als Reaktion auf die Entwicklung der Artillerie mit Metallkanonenkugeln. Die Erdmasse absorbierte die Stöße der Artillerieschüsse und dämpft die Vibrationen der Artillerie, die die Festung verteidigte.

Als Remparierung (der Bau eines Remparts) wurde im Deutschen speziell die Aufschüttung von Erde hinter einer Mauer verstanden, um eine Plattform für schwere Geschütze zu schaffen.

Auch die einzelnen Plattformen der Umwallung wurden im Deutschen deswegen als Rempart bezeichnet.

In den Jahren der Reformation und des Bauernkrieges ließ Herzog Georg der Bärtige 1519 bis 1529 die Siedlung an der Frauenkirche sowie die weiteren östlichen Vorstädte mit einem Wall sichern und die Stadtmauern durch Remparierung verstärken.

Die alte Stadtmauer zwischen der alten Stadt und den neu eingewallten Vorstädten blieb dabei erhalten. Dadurch mußten auf dem Weg Richtung Osten sowohl das Frauentor als auch das in den neuen Wall eingefügte Rampische Tor (1530 errichtet) durchquert werden - die Streckenführung zwischen diesen beiden Toren ist noch heute als Rampische Gasse bekannt und führte seinerzeit zu dem ehemaligen Vorwerk Ramwoltitz auf dem Gebiet der heutigen Johannstadt.

Es entstanden fünf Remparts:

Bastionärbefestigung

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Herzog Moritz (ab 1547 Kurfürst), der 1541 die Macht übernahm, lernte bei seinen im kaiserlichen Auftrag unternommenen Kriegsreisen durch Europa die neueste Form der Stadtbefestigung kennen, die Bastionärbefestigung. Sein Baumeister, Caspar Vogt von Wierandt, plante und realisierte ab 1545 den Umbau der Festungsanlagen Dresdens. Etwa 1555 war die Stadt mit einer modernen Bastionärbefestigung nach altitalienischer Manier – sternförmiger Grundriss aus geraden Wällen mit pfeilförmig hervorspringenden Bastionen – umgeben.

http://www.dresdner-verein-bruehlsche-terrasse.de/dvbt/festung_sub.htm

Bastei Venus (Jungfernbastei)

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Die Jungfernbastei ist der östliche Punkt der ehemaligen Stadtbefestigung von Dresden.

Im Zuge der Erweiterung der Dresdner Festungsanlagen im Nordosten ab 1589 wurde der Grundstein zur "Neuen Vestung" gelegt. Mit der Bauleitung wurden der Stadthauptmann Hans Claus von Russwurm und der Oberzeugmeister Paul Buchner beauftragt. Über 700 Menschen arbeiteten 1591 an der Erweiterung der Festung. So wurden unter anderem die Kasematten angelegt, die später den Namen "Vulkanshöhlen" trugen. Die Elbe trieb man an dem östlichsten Punkt in einem Graben tief in die Stadt hinein. An dieser Stelle entstand unterhalb der neuen Bastion später der Gondelhafen.

Der Name dieses Teils der Festungsanlage wurde im Laufe der Geschichte mehrmals gewechselt: anfangs Neue Bastei genannt, später Lusthausbastei, Jungfernbastei oder auch kurz "Jungfer". Seit 1721 Bastei Venus, wurde sie ab Mitte des 18. Jahrhunderts ein Teil der nach dem Premierminister von Friedrich August I., Heinrich von Brühl benannten Brühlsche Terrasse. Im Mittelpunkt der Jungfernbastei standen über viele Jahrhunderte verschiedene Lusthäuser, auch Belvedere genannt.

Literatur

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  • Das alte Dresden, Geschichte seiner Bauten, Fritz Löffler, Sachsenverlag Dresden 1958.



 
Explosion am 22. September 1747 in dem unter der Venusbastei gelegenen Laboratorium „Vulcanushöhle“[1]
 
Blick von der Jungfernbastei in Richtung Frauenkirche
 
Moritzmonument

Die Jungfernbastei, auch Venusbastei oder Bastion Venus genannt, ist der östliche Abschluss der Brühlschen Terrasse in Dresden. Sie wurde als Bastion der Dresdner Befestigungsanlagen in der Zeit von 1589 bis 1592 errichtet. Im Zuge dieses Ausbaus entstand auch der benachbarte Bärenzwinger.

In den Kasematten unter der Jungfernbastei wurde im frühen 18. Jahrhundert ein Labor für Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Johann Friedrich Böttger eingerichtet, die darin um 1708 wesentliche Fortschritte in der Entwicklung des ersten europäischen Hartporzellans, des späteren Meißener Porzellans, machten. Die Jungfernbastei war Standort mehrerer Belvedere genannter Gebäude. In ihrem Inneren liegt seit 1992 das Museum Festung Dresden. Auf der Jungfernbastei befindet sich heute der Brühlsche Garten mit dem Delphinbrunnen. An der Nordostspitze des Festungsbauwerks wurde an dessen Außenmauer das Moritzmonument angebracht. Im Geländer an der Ostmauer in der Nähe des Denkmals für Johann Friedrich Böttger kann man den Fingerabdruck von August dem Starken bewundern. Dieser Abdruck im Handlauf des Geländers soll einer Legende nach von dem sächsischen Kurfürsten persönlich durch seine bärenstarken Kräfte hinterlassen worden sein.

In unmittelbarer Nachbarschaft steht das aus dem Dresdner Zeughaus hervorgegangene Albertinum. Westlich grenzt außerdem die auch als Lipsius-Bau bekannte Kunstakademie an. Nördlich an der Jungfernbastei führt das Terrassenufer entlang, die Altstädter Uferstraße an der Elbe. Östlich benachbart verläuft die Straße „Hasenberg“, an der sich die Synagoge befindet. Daneben liegt der Altstädter Brückenkopf der Carolabrücke.

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Einzelnachweise

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  1. Martin Bernhard Lindau: Geschichte der Haupt- und Residenzstadt Dresden, Band 2. Dresden, 1862 in der Google-Buchsuche

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Museum Festung Dresden

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Blick von der Brühlschen Terrasse in die Festungsanlage
 
Eingangsbereich nach der Sanierung

Das Museum Festung Dresden, auch bekannt als Dresdner Kasematten, ist ein 1992 eröffnetes Museum im erhaltenen Teil der Dresdner Befestigungsanlagen am elbwärtigen Abschluss der Altstadt von Dresden. 2017 wurde es für eine umfangreiche Umgestaltung geschlossen und öffnete 2019 unter dem Namen Festung Xperience mit der Ausstellung Feste, Dramen und Katastrophen wieder für Besucher.

Standort

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Das Museum befindet sich unter der Brühlschen Terrasse in der Inneren Altstadt Dresdens. Es nimmt einen Teil der begehbaren Fläche im Inneren der nördlichen Stadtmauer ein, die diesen Stadtteil noch immer zur Elbe hin umgibt. Der Eingang zum Museum lag bis 2017 im Bereich der Jungfernbastei am Georg-Treu-Platz, zwischen der Kunstakademie und dem Albertinum. Der aktuelle Zugang befindet sich auf der Brühlschen Terrasse vor der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Von dort führt ein Aufzug hinab. Die ebenerdigen Zugänge zum Terrassenufer sind permanent verschlossen. Im Museum, dessen dunkles bunkerartiges Gewölbe einen bemerkenswerten Kontrast zu den barocken Prachtbauten der Umgebung bildet, entsteht der Eindruck eines unterirdischen Kellers, tatsächlich jedoch befinden sich seine beiden Stockwerke oberhalb der Erdoberfläche.

In der direkten Umgebung befinden sich mit der Kunsthalle im Lipsius-Bau, der Galerie Neue Meister und der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden noch weitere Dresdner Museen.

 
Eingang ins Museum Festung Dresden unter dem linken Treppenlauf am Georg-Treu-Platz (vor dem Umbau 2017)

In den Museumsräumen wird über die Geschichte der Dresdner Stadtfestung informiert, deren Inneres zu diesem Zweck wieder begehbar gemacht wurde.

Besichtigt werden kann unter anderem das mehr als 450 Jahre alte Ziegeltor. Dabei handelt es sich um das letzte erhaltene Stadttor Dresdens. Es ist durch andere Festungsanlagen überbaut worden, jedoch nach wie vor begehbar. Es besteht aus einer zentralen Durchfahrt für Fuhrwerke, die beidseitig von kleinen Pforten für Fußgänger umgeben ist. Erhalten blieben hier unter anderem die alten Wachstuben, die eisernen Türangeln für die Torflügel sowie die Brücke über den hier ebenfalls überbauten ehemaligen Stadtgraben, die als älteste Steinbrücke der Stadt gilt.[1]

Die Anlagen der örtlichen Bastionen blieben teilweise ebenso erhalten. Dazu zählen die Kanonenhöfe, von denen aus die Dresdner Elbbrücke und das Ziegeltor gesichert wurden, sowie alte Wendeltreppen, Wehrgänge und Schießscharten der Festung. In Richtung Elbe erstrecken sich drei 40 Meter lange und 8 Meter breite Gewölbegänge, die als Waffenlager dienten. An der Kleinen Bastion existieren ein nach oben offener Hof, in den man von der Brühlschen Terrasse aus hineinsehen kann, und an dessen Eingang eingeritzte Elbhochwassermarken aus drei Jahrhunderten.

Erinnert wird außerdem an eine Gießerei-Werkstatt, die in der Kleinen Bastion zwischen 1567 und dem Ende des 16. Jahrhunderts durch Wolfgang Hilliger betrieben wurde, sowie an Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, die in einem Labor der Jungfernbastei um 1707/1708 das europäische Hartporzellan erfanden.

 
Blick ins Gewölbe (vor dem Umbau 2017), rechts das originale Moritzmonument
 
Gewölbe nach dem Umbau mit Multimedia-Installation

Nachdem das Moritzmonument von 1555 im Jahr 2000 durch eine Kopie ersetzt wurde, war das Original bis zum Elbhochwasser 2013 in der Festung zu sehen. Danach wurde es geborgen und konserviert. Seit 2017 ist es im Residenzschloss ausgestellt.

Geschichte

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Baubeginn der Dresdner Befestigungsanlagen im Bereich des heutigen Museums war 1546. Dresden erhielt damals unter der Anleitung von Caspar Vogt von Wierandt und Melchior Trost als eine der ersten deutschen Städte eine Festung im Bastionärsystem. Um 1550 wurde im Zuge dieser Bauarbeiten das bis heute im Museum erhaltene Ziegeltor errichtet, um 1553 dann die Kleine Bastion, die bis heute als kleiner Vorsprung der Außenmauer der Brühlschen Terrasse sichtbar ist. Etwa 1555 waren die Arbeiten abgeschlossen. In der Nähe befand sich außerdem ein früher schiffbarer und dann versandeter und schließlich zugemauerter Durchlass von der Elbe zum damaligen Dresdner Zeughaus, der bis heute durch einen Steinbogen im Mauerwerk gekennzeichnet ist.

Nach Plänen von Paul Buchner erfolgte von 1590 bis 1592 ein Ausbau der Kleinen Bastion in Richtung Osten. Dabei entstand die Jungfernbastei, die später „Bastion Venus“ hieß, außerdem wurde dabei das erst wenige Jahrzehnte zuvor errichtete Ziegeltor überbaut. In den Kasematten der neuen Bastion wurden Waffen gelagert, Soldaten in Kriegszeiten sicher untergebracht und Feinde von dort aus bekämpft.[2]

Am 22. Dezember 1747 explodierte ein Pulvermagazin der Jungfernbastei, was zur Zerstörung des ersten Belvederes führte. Der sächsische Premierminister Heinrich von Brühl erhielt etwa in der gleichen Zeit diesen Festungsbereich, der seine militärische Bedeutung verloren hatte, von Kurfürst Friedrich August II. geschenkt und ließ dort ein zweites Belvedere sowie den Brühlschen Garten und weitere Brühlsche Herrlichkeiten errichten. In diesem Zusammenhang wurden die darunterliegenden Kasematten größtenteils verfüllt.[3]

Bei den Luftangriffen auf Dresden wurden 1945 Teile der Festung als Luftschutzraum genutzt, bis in die 1960er Jahre auch als städtischer Kühlraum. Seit 1965 arbeiteten unter anderem Archäologen und Denkmalpfleger an der Freilegung der verfüllten Festungsanlagen. In der Nachbarschaft konnte dadurch zum Beispiel 1968 der Bärenzwinger eröffnet werden. Nach der Wende wurden die Arbeiten intensiviert. Im Jahr 1991 gründete sich der „Dresdner Verein Brühlsche Terrasse e. V.“, dessen Mitglieder weitere große Teile der Festung freilegten und das Museum Festung Dresden einrichteten, das ein Jahr später eröffnete. Ab 1996 erfolgte der weitere Ausbau der Anlagen.[4]

Infolge von Umbauarbeiten, die unter anderem dem Hochwasserschutz dienten, schloss das Museum im Januar 2017. Die Neueröffnung unter dem Namen Festung Xperience mit der Ausstellung Feste, Dramen und Katastrophen erfolgte am 30. November 2019.[5][6] Durch eine verbesserte audiovisuelle Präsentation soll die Besucherzahl von 40.000 auf 100.000 steigen.[7]

Literatur

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  • Andrea Dietrich, Iris Kretschmann, Schlösser und Gärten Dresden (Hrsg.): 450 Jahre Festung Dresden. Tagungsband zum Symposium am 11. November 2005 in der Festung Dresden, Sandstein Verlag Dresden 2006, ISBN 978-3-937602-92-9
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  Commons: Festung Dresden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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  1. Museen in Dresden: Festung Dresden. Landeshauptstadt Dresden, archiviert vom Original am 29. Januar 2009; abgerufen am 10. Januar 2009.
  2. Festung Dresden – Kasematten unterhalb der Brühlschen Terrasse. In: Dresden-Bilder.de. Archiviert vom Original am 29. September 2008; abgerufen am 10. Januar 2009.
  3. Festung Dresden. In: Dresden online – Das inoffizielle Stadtportal. Abgerufen am 10. Januar 2009.
  4. Museum Festung Dresden. In: Dresden-und-Sachsen.de. Archiviert vom Original am 10. Februar 2013; abgerufen am 10. Januar 2009.
  5. Festung Xperience. Schlösserland Sachsen, 2019, abgerufen am 20. September 2019.
  6. Festung Dresden wiedereröffnet – Geschichte ganz modern. MDR Sachsen, 30. November 2019, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  7. Sächsische Zeitung, 18. November 2019, S. 13.


Bärenzwinger

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Die heute als Bärenzwinger bezeichneten Bauten wurden von Caspar Vogt von Wierandt zwischen 1519 und 1521 errichtet und im Zuge der Nordosterweiterung der Dresdner Stadtbefestigung (Bastion Venus/Jungfernbastei) durch den in Nürnberg geborenen Tischler und Schraubenmacher Paul Buchner (1531–1607) von 1590 bis 1592 erweitert. Buchner hatte ab 1567 die Oberaufsicht über Ausbau der Stadtbefestigung und wurde 1576 zum Oberzeugmeister der Stadt Dresden berufen. Von ihm stammen weitere prägende Bauwerke in Dresden, wie das Dresdner Zeughaus (heute Albertinum), Pferdestall und Stallhof des Dresdner Residenzschlosses (Johanneum, heute Verkehrsmuseum), das alte Gewandhaus u. a. m.

Die Bezeichnung Bärenzwinger hat nichts mit dem Raubtier Bär zu tun, sondern geht auf Begriffe des Festungsbaus zurück: Batardeau (Abdämmung/Schleusendamm) wurde zu Bär und Zwinger bezeichnet den Gang zwischen innerer und äußerer Grabenmauer – also Zwinger am Bären. Während die innere Stadtmauer gut erhalten ist, sind von der äußeren Grabenmauer nur noch Rudimente sichtbar.

Die Anlage des Bärenzwingers diente dem Schutz des Schleusendamms, der den Stadtgraben vom Elbstrom trennte. Davon zeugen die Kanonenöffnungen, durch deren eine man heute den Studentenklub betritt, sowie die teilweise noch erhaltenen Schmiedeanlagen. Der Bereich zwischen dem Bärenzwinger und dem Terrassenufer wurde später als Gondelhafen genutzt, 1856 zugeschüttet und als Parkanlage gestaltet.

Infolge des Fortschritts der Waffentechnik verlor die Festung ihre militärische Bedeutung und so gelangte der elbwärtige Teil der Anlagen durch Schenkung in den Besitz des sächsischen Premierministers Heinrich von Brühl (1700–1763), der sie 1748/49 zu einer Gartenanlage umgestalten ließ.

Auf Befehl Napoleons begann 1809 die Festungsschleifung, die Demolierung der oberirdischen Bauten fand 1830 ihren Abschluss, mit dem anfallenden Schutt wurden die unterirdischen Kasematten verfüllt, wodurch der ehemalige Kanonenhof hinter der Großen Tonne mit seiner Ausfahrt in die Stadt bis unter die Decke mit diesen Schuttmassen gefüllt wurde. Spätere Funde von Salbnäpfchen und anderen Behältnissen sowie Vertiefungen in den Wänden der nicht verfüllten Tonnengewölbe deuten auf eine zeitweilige Nutzung als Lagerräume der Hofapotheke der 1815 gegründeten Chirurgisch-Medicinischen Akademie Dresden unter Carl Gustav Carus hin.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gewölbe als Luftschutzräume genutzt.

Personen

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Herrmann Ehrenfried Backstroh

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Churfuͤrstlich=Saͤchsischer Hof= und Staats=Calender auf das Jahr 1805. Leipzig, in der Weidmannischen Buchhandlung. S. 245.

Ober=Militair=Bau=Amt.

Dabey fuͤhret dermalen das Directorium der Obrist und Com=

mandant des Ingenieur=Corps, Herr Herrmann

Ehrenfried Backstroh.


Königlich-Sächsischer Hof- und Staats-Kalender 1807

S. 233.

Koͤnigl.=Saͤchsische

Generalitaͤt

und

Militair=Etat.


S. 234.

Obersten.


S. 235.

Herrmann Ehrenfried Backstroh, Commandant des Inge=

nieurs=Corps.


S. 247.

Ingenieurs=Corps.

Staab.

Chef, Vacat.

Oberster, Herr Herrmann Ehrenfried Backstroh.


S. 258.

Ober=Militair=Bau=Amt.

Dabey fuͤhret dermalen das Directorium der Obrist und Com=

mandant des Ingenieur=Corps, Herr Herrmann

Ehrenfried Backstroh.


12884 Karten, Risse, Bilder

Archivaliensignatur Meilenblattbeilage 367

Datierung 1789


Beilagen zur topographischen Aufnahme des Kurfürstentums und Königreichs Sachsen durch das Ingenieurkorps der sächsischen Armee 1:12000 (Meilenblätter), Dresdner Exemplar

Einzeltitel: Satzung [Wolkensteiner Amt]

Personen/Institutionen: Backstroh, Herrmann Ehrenfried, Ingenieurkapitän.- I. Brigade.

Blattnummer: 367


12884 Karten, Risse, Bilder

Archivaliensignatur Meilenblattbeilage 268

Datierung 1789

Beilagen zur topographischen Aufnahme des Kurfürstentums und Königreichs Sachsen durch das Ingenieurkorps der sächsischen Armee 1:12000 (Meilenblätter), Dresdner Exemplar

Einzeltitel: Hormersdorf, Günsdorf

Personen/Institutionen: Backstroh, Herrmann Ehrenfried, Ingenieurhauptmann.- I. Brigade.

Blattnummer: 268


Backstroh

Vorname Herrmann Ehrenfried

Beruf Oberstleutnant beym Ingenieurkorps

Adresse Klostergasse, Große (Neustadt) 223

Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, Seite 437


Ingenieurkorps (Sachsen)

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Ingenieurkorps (Sachsen)


1 Ingenieurscorps.

2 Ingenieursacademie.

3 Etat.

4 Rangliste der Officiers.

5 Quellen.


Ingenieurscorps.

Uniform. Grüne Röcke, rothe Kragen, Aufschläge, Westen, Beinkleider und Unterfutter, weiße Knöpfe, silberne Tressen um die Hüte. Die Unterofficiers tragen silberne Tressen auf Kragen und Aufschlag.

Standquartier. Dresden.

Geschichte. Kurfürst August und seine Nachfolger unterhielten stets einige Ingenieurs, oder Kriegsbanmeister, deren Anzahl man im Jahre 1631. vermehrte, und sie unter einem Chef beym Generalstabe eintheilte. 1701. wurden sie zur Feldartillerie gesetzt, und 1702. wieder beym Generalstabe angestellt. 1712. formirte König August der 2te aus diesen Officiers ein besonderes Ingenieurscorps, und vermehrte ihre Anzahl 1730. König August der 3te errichtete 1742. zu mehrerer Vollkommenheit des Corps eine Ingenieursacademie, und theilte es 1743. in 2 Brigaden ein. Aus den übrig gebliebenen Officiers wurde aber der sogenannte Nachtrag formirt. Seit 1768. führen diese Brigaden den Namen der Feld- und Landbrigaden.

Chefs. 1631. Oberingenieur Fus, starb 1632. -- 1655. Oberingenieur v. Klengel -- 1691. Oberster Kessel v. Borau -- 1692. Oberster Starke -- 1692. Oberster Richter -- 1700. Generalleutnant Baron Hallart, genannt Eilot -- 1701. Oberingenieur d'Augustins -- 1702. Generalmajor Graf Wackerbarth -- 1702. Oberster Richard -- 1703. Oberstleutnant Lamotte -- 1716. Generalmajor Grawert -- 1723. Generalleutnant Eosander Freyh. v. Göthen -- 1728. Generalleutnant Freyherr v. Bode, starb als General der Infanterie 1745. -- Generalleutnant v. Fürstenhof, zugleich Kommandant des Königsteins, starb 1753. -- 1753. Generalleutnant v. Dyherrn, starb an den in der Schlacht bey Bergen erhaltenen Wunden 1759. -- 1761. Generalmajor v. Geyer bis 1763. -- Generalleutnant v. Gersdorff, wurde 1776. General der Infanterie und Kriegsminister, starb 1787. -- Generalmajor Fäsch, starb 1787.

Commandeurs.

1771. Oberster Fäsch, wurde 1778. Generalmajor, und 1787. Chef -- 1787. Oberster, Marschall v. Herrengosserstädt, wurde 1792. Generalmajor, starb 1795. -- 1796. Oberster Aster, 1800. Generalmajor.

Brigadiers.

Feldbrigade.

1743. Generalmajor v. Fürstenhof -- 1748. Oberster Fäsch -- 1749. Oberster Erndtl, Generalmajor 1751, und in Pension 1753. -- Oberster v. Geyer, Generalmajor 1755, und Interimschef 1761. -- Oberster v. Langen, wurde 1763. Festungsingenieur des Königsteins -- Oberster v. Naumann, 1763. Festungsingenieur des Königsteins -- Generalmajor v. Geyer, kam 1768. in Wartegeld -- Oberster Fäsch, wurde 1771. einzig und allein als Oberster des Corps angestellt -- Oberstleutnant Marschall v. Herrengoßerstädt, 1784. Oberster; wurde 1787. Oberster des Corps -- 1787. Oberstleutnant Franke, 1791. Oberster; starb 1794. -- 1794. Oberstleutnant Haacks; versetzt 1796. zur Landbrigade -- 1796. Oberstleutnant Backstroh.

Landbrigade.

1743. Generalmajor v. Landsberg, starb 1746. -- Oberster Erndtl -- 1749. Oberster v. Geyer -- 1753. Oberster v. Eggers, wurde Generalmajor und Kommandant in Danzig 1758. -- 1771. Oberstleutnant Rehschuh, wurde 1783. Oberster, starb 1786. -- 1786. Oberstleutnant Angermann, 1791. Oberster, starb 1792. -- 1792. Oberster Aster, wurde 1796. Oberster des Corps -- 1796. Oberstleutnant Backstroh; versetzt 1796. zur Feldbrigade -- 1796. Oberstleutnant Haacks.


Geschichte und gegenwärtiger Zustand der Kursächsischen Armee. Zweyte Ausgabe Sechszehnte Fortsetzung oder Siebenzehnter Theil. Dresden, 1801. Gedruckt bey der Wittwe Gerlach und Comp.


Ingenieursacademie.

Errichtet 1742.

Directeurs.

seit 1760.

1760. Major Forchheim, ward 1786. Oberstleutnant, starb 1790. -- 1790. Major Schäffer, starb 1792. -- 1792. Kapitän Backstroh, wurde 1794. Major, und 1796. dienstleistender Oberstleutnant -- 1796. Major Lecoq.


Etat.

Beym Stabe.

1. Chef.

1. Oberster.

1. Ingenieursquartiermeister und Auditeur.

1. Adjutant.

4. Mann.


Bey der Feldbrigade.

1. Oberstleutnant. 3. Premierleutnants.

1. Major. 5. Sousleutnants.

3. Kapitäns. 7. Unterofficiers.

20. Mann.


Bey der Landbrigade.

1. Oberstleutnant. 3. Premierleutnants.

1. Major. 5. Sousleutnants.

3. Kapitäns. 6. Unterofficiers.

19. Mann.

Academie.


1. Directeur. 1. Architect.

1. Mathematikus.

1. Dessinateur. 1. Aufwärter.

5. Mann.

Hierüber:

1. Festungsingenieur aufm Königstein, im Nachtrage.

1. Mann.


Summa 49. Mann.


Rangliste der Officiers.

[1801]

Charge. Stab. Patent. Abgang

Chef.

Oberster. Friedrich Ludwig Aster.

  • Commandeur. 12 Jan. 1796
  • Generalmajor 20 Jun. 1800

Oberstleutnants. Karl Gottlieb Haacks, L 4 Spt. 1794

Herrm. Ehrenfried Backstroh, F. 29 Jun 96

Majors. Glieb. Aug. Schmiedt, F. 6 Sept. 94

Joh. Gottlieb Mörbe, L. 29 Jul. 96


Ingenieurquartier- meister und Auditeur. Heinrich Gottlieb Flachs,

  • Kapitän. 10 Aug. 89

- - - - - - - - - - Kapitäns. Patent. Abgang

Johann Christian Götzschel. L. 18 Apr. 1792

George Theodor Ghelf. Thamm. F. 9 Jan. 93

Friedrich Wilhelm Walther. L. 24 Jul. 94

Joh. George Adolph v. Göphardt. F. 5 Sept. 94

Karl Friedrich Brauchitzsch. F. 29 Jun. 96

Karl Christian Fleischer. L. 29 Jul. 96


Premierleutnants. Patent. Abgang

Friedrich Gustav Berggold. F. 4 Jun. 1791

Joseph Eustachius Henry. L. 17 Jul. 91

Christian Friedrich Spieß. L. 18 April. 92

Heinrich David Münch. L. 4 Sept. 94

Karl August Gabriel Rouvroy. F. 29 Jul. 96

Johann Otto Damm. F. 19 Jul. 97


Sousleutnants. Patent. Abgang

Friedrich Gottlieb Aster. F. Prltn. 7 Jun. 1799

Karl Gfried. Maximil. Zschaschler. L. 18 April 92

Johann Davis Obenaus. F. 19 April 92

Friedrich August Heintze. F. 24 Jul. 94

Friedrich Benjamin Clauss. L. 4 Sept. 94

Johann Friedrich Geise. L. 29 Jul. 96

Johann Karl Anton Ulrich. F. 9 Nov. 96

Johann Gottlob Friedr. Törmer. L. 19 Jul. 97

Ernst Ludwig Aster, Adjutant. 18 Apr. 1800

Christian Heinrich Erhardt. F. 19 Apr. 1800

Christian Friedrich Erhardt. L. 20 Apr. 1800

Christian August Günther, aggr. 18 Mrz. 1801

Johann Franz Ploedterl, aggr. 19 Mrz. 1801


Unterofficiers. Ernennt. Abgang

Friedrich Gustav Einer. L. 12 May 1787

Karl August Roch. F. 24 Oct. 91

Johann Karl Judeich Heyl. L. 14 May 92

Jacob Andr. Herrmann Oberreit. L. 7 Febr. 93

Friedrich August Haarenberg. L. 15 April 93

Karl August Wiedemann. F. 6 Sept. 96

Wilhelm Ferdinand Kretschmar. F. 14 Nov. 96

Heinrich Adolph Buschbeck. F. 1 Jan. 97

Jacob Clemens Bärend. F. 14 Aug. 97

Karl August Lecoq. F. 6 Aug. 98

Johann Gotthold Heckel. L. 17 April 99

Ludwig Joseph Fischer, aggr. 23 Apr. 1800

Carl Christian August Köhler, aggr. 18 Spt. 1800

George Wilhelm Horrer, aggr. 19 Spt. 1800

Emil Heinrich Hänel, aggr. 21 Mrz. 1801

Carl Heinr. Aug. Brauchitzsch, aggr. 21 Mrz. 1801

Carl August Schmiedt, aggr. 21 Mrz. 1801


Charge. Im Nachtrage. Patent. Abgang

Major Ferdinand Otto Mencke,

Festungsingenieur auf dem Königstein. 5 Sept. 1794


A la Suite.

Major. George Vogel. 4 Sept. 90


Ingenieursacademie.

Charge. Namen. Patent. Abgang

Directeur. Joh. Aug. Lecoq, Major. 29 Jun. 1796

Mathematicus. Karl Friedrich Schellig, Prltn. 9 Nov. 96

Dessinateur. Karl Siegmund Walther, Kapitän. 9 Aug. 89

Architect. Johann Heinrich August Töpel, Prltn. 24 Jul. 94

Geschichte und gegenwärtiger Zustand der Kursächsischen Armee. Zweyte Ausgabe Sechszehnte Fortsetzung oder Siebenzehnter Theil. Dresden, 1801. Gedruckt bey der Wittwe Gerlach und Comp.

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Literatur

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Anne-Simone Rous: Dresdens Festungswerke im Jahre 1811: Auf den Spuren eines Bilderschatzes, S. 40-49