Projekt:Altes Dresden/Geschichte/Nach 1849

Meist erinnern sich nur Spezialisten an das, was über 150 Jahre her ist. Doch der Weg der deutschen Staatenwelt (des sprichwörtlichen „Flickenteppichs“) in die „Moderne“, die ersten zarten Pflänzchen von Bürgersinn und proletarischem Bewusstsein sowie der Versuch der „deutschen Kulturnation“ zur Industrienation zu werden, haben zahlreiche Bauten, Denkmäler und Straßennahmen im heutigen Landschaftsbild sowie fragmentierte Erinnerungen im kollektiven Gedächtnis hinterlassen.

Das Gesicht zahlreicher Dörfer und Gemeinden Sachsens blieb bis etwa 1850 fast unverändert bestehen – doch dann nahm der Wandel rasant Fahrt auf. Die 1848er Revolution war zwar gescheitert, blieb aber unvergessen in Köpfen und Herzen aller Deutschen. Das Rad der wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen, die „Industrielle Revolution“, ließ sich nicht mehr aufhalten.


Auf den Barrikaden in Dresden (1849); Historisches Museum Dresden, Foto Sächsische Landesbibliothek Abt. Deutsche Fotothek; Dresden, Germany | Creative Commons Attribution 3.0 Unported Die „neue Zeit“ machte Altes zur Tradition oder vergaß es gleich ganz. Die damalige Zukunft besaß einen offenen Horizont – was die einen ermutigte, die anderen verängstigte. Neben dem Ruhrgebiet wuchs Sachsen zum industriellen Herz Deutschlands heran und blieb weiterhin ein „Kulturland“.

Der Adel achtete auf seinen Machterhalt, ohne die neue Zeit ganz zu verschlafen; das Bürgertum politisierte sich ohne allzu große Radikalität; im Proletariat entstand neues Selbstbewusstsein und die Hoffnung auf eine weitere Revolution aller Verhältnisse.

Die Visionen von politischer Freiheit, Mitbestimmung in Arbeit und Beruf, einem glücklichen Leben und Frieden fanden eher in Literatur und Kunst ihren Ausdruck, weniger aber in der Realität der Stände- und frühen Klassengesellschaft. Doch sie waren als Sehnsucht und Utopie einmal in der Welt und wurden in keiner der folgenden Epochen je wieder vergessen.

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