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IPK im WS 2010/2011Bearbeiten

Projektseminar
Aufbaumodul „Kulturelle Identität und Globalisierung.
Dozentin: Eva Sondershaus

Café IPK

Name Studiengang vhb Wiki Thema Forschungsland Homepage Video abgeschlossen
Kursleiterin Eva Sondershaus, M.A. Eva Sondershaus [IPK-Zentrale]
Julia Lehramt Julia Ungarn
Yesim LA GS, Erw. Daz Yesim Türkei
Svitlana Gulevata BA Germanistik Svitlana Nordafrika
Melina Rigakis Kunst- Kulturgeschichte Melina
Nadezhda BA Daf/Daz Nadezhda Russland
Keren BA GeschichteZ Keren UK
Lena DaF/DaZ Lena Südamerika
Alissa BA DaF/DaZ Alissa Südamerika
Petar Petkov MA Politikwissenschaft/Soziologie/DaF/DaZ PetarPetkov Chile,Bulgarien
Eleonora Miller BA DaF/DaZ Eleonora Serbien

StudiumBearbeiten

  • B.A 6 Semester
  • Germanistik
  • Deutsch als Fremdsprache

Thema: "Wie findet man eine Frau in Algerien. (Kulturvergleich mit Deutschland)“Bearbeiten

EinführungBearbeiten

In den Semesterferien entschied ich mich dazu nach Algerien zu reisen, um ein neues Land und seine Menschen kennenzulernen sowie neue Erfahrungen zu sammeln. Trotz der fremden Sprache, anderer Traditionen und eines völlig ungewohnten Lebensalltages habe ich mich in der Fremde sehr wohl gefühlt und war fasziniert von diesem Land. In Algerien habe ich viele neue Menschen kennengelernt, die mich dazu bewegt haben vieles aus einer ganz anderen Perspektive heraus zu betrachten. Daher habe ich mich im Rahmen meines Projektes dazu entschlossen einen Kulturvergleich zwischen Algerien und Deutschland zu machen. Für diesen Vergleich habe ich mich knapp drei Monate mit dem Thema „Wie findet man eine Frau in Algerien (Kulturvergleich mit Deutschland)?“ beschäftigt. In einem ersten Schritt stelle ich das Familienbild von Deutschland und Algerien dar. Hierbei sollen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Länder herausgearbeitet werden. Danach gehe ich auf die Frage ein, wie man einen Lebenspartner in den jeweiligen Ländern findet. Dazu habe ich mich mit Fakten, Thesen und den wissenschaftlichen Kriterien der Partnerauswahl beschäftigt und darüber recherchiert, was das wichtigste Merkmal bei der Partnerauswahl ist. Dabei arbeite ich mit Interviews unterschiedlicher Probanden und untersuche, ob sich meine aufgestellte Hypothese bestätigen lässt.

HypotheseBearbeiten

Die Hypothese lautet: Obwohl Werte, Normen und kulturelle Standards in beiden Gesellschaften sehr unterschiedlich sind, findet die Partnerauswahl in beiden Ländern auf die gleiche Art und Weise statt.

Definition "Familie"Bearbeiten

In der Soziologie definiert sich Familie als die kleinste gesellschaftliche Einheit und verbreitetste Form der sozialen Gruppen. Familie stellt die wichtigste Form der Lebensgemeinschaft dar. [1] Sie bedeutet Geborgenheit, Liebe, Wärme, Offenheit, Verständnis und wechselseitige Unterstützung. Jeder Mensch trägt ein Idealbild der Familie in sich. Meist ist dies die eigene Herkunftsfamilie.

Familienbild in DeutschlandBearbeiten

Die am weitesten verbreitete Form der Familie in Deutschland ist heutzutage die partnerschaftliche Familie. Sie hat sich seit den 1960er Jahren gegenüber dem bürgerlich-patriarchalischen Modell durchgesetzt. Die moderne partnerschaftliche Familie unterscheidet sich sehr stark von der Familie der 1960er Jahre. Hier galt der Mann als Ernährer und Familienoberhaupt wohingegen die Rolle der Frau als die, der Hausfrau und Mutter definiert war.[2] Seit den frühen Anfängen der Industriellen Revolution haben Frauen in Europa im Kampf um die Gleichberechtigung mit den Männern bedeutende Fortschritte gemacht. In den modernen Familien oder ehelichen Gemeinschaften sind Männer und Frauen gleichgestellt. Die Frau ist demnach dem Mann nicht mehr untergestellt. Die traditionellen Geschlechterrollen werden immer häufiger abgelegt. Frauen erhalten die gleichen Rechte und Chancen wie die Männer. Ehepartner legen heutzutage gemäß ihrer individuellen Lebensentwürfe gemeinsam fest, wie die Zuständigkeiten für die Erwerbstätigkeit, den Haushalt und die Kindererziehung verteilt werden. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass die relativ emanzipierten Frauen Europas nur eine kleine Minderheit der Frauen in der Welt von heute darstellen. [3] Jedoch ist die Familienstruktur nicht mehr festgelegt. Sie besteht in den meisten Fällen aus einer Kleinfamilie, die aus den Eltern und den Kinder oder nur aus den Ehepartnern besteht. Leider nimmt die Zahl kinderlosen Familien in Deutschland immer mehr zu, da das Heiratsalter im Gegensatz zu früher angestiegen ist. Hinzu kommt, dass „Familien“ viele verschiedene Erscheinungsformen annehmen, wie zum Beispiel die sogenannte Regenbogenfamilie oder nicht eheliche Gemeinschaften. Die traditionellen Großfamilien, in denen mehrere Generationen zusammenleben, sind in der Gegenwart kaum mehr zu finden. Kinder, die ein bestimmtes Alter erreichen, die studieren oder arbeiten ziehen frühzeitig aus dem Elternhaus aus, da sie unabhängiger sein wollen und sich mehr Freiheit wünschen. Mittlerweile ist die Zukunft der Großfamilie gefährdet und rückt immer mehr in den Hintergrund. Großfamilien sind nicht mehr gewünscht und präsent. Sie ist für die heutige Gesellschaft nahezu undenkbar geworden.

Einführung: AlgerienBearbeiten

„Achtung: Gefahr!“, „Terrorismus!“, „Bürgerkrieg“. Das sind die Schlagworte, die den meisten Menschen einfällt, wenn von dem Land „Algerien“ gesprochen wird. Nicht zuletzt haben Schlagzeilen und mehrere Zwischenfälle in den letzten Jahren ihren Beitrag einer negativen Assoziation mit „Algerien“ geführt. Dabei haben Berichte in den Medien, Gerüchte und Mundpropaganda ganze Arbeit geleistet. Wie aber sieht es in der Realität aus? Eine Reise nach Algerien bewies mir das Gegenteil. Trotz der Unruhen in den letzten Jahren, bietet Algerien weiterhin seine faszinierende heimische Kultur und Moral, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen darf. Das Land beeindruckt mit seiner wunderschönen Landschaft und seinen herzlichen Einwohnern.

Familienbild in AlgerienBearbeiten

Die Familienstruktur in Algerien ist seit jeher von der Vergangenheit geprägt. Die verbreitetste Familienform ist das patriarchalische Familienmodell, in dem der Mann als Ernährer und Versorger die größte Rolle spielt. Die Frau hingegen ist diejenige,die sich um die Familie und den Haushalt kümmert. Die meisten Algerier leben in einer Großfamilie mit vielen Kindern. Der Erziehungsstil ist eher autoritär. Die Kinder aus algerischen Familien leben in der Regel bis zu ihrer Heirat im Elternhaus. Nicht-eheliche Partnerschaften sind für algerische Paare unvorstellbar. "Generell sind die Beziehungen zwischen Frau und Mann in starkem Maße der Tradition unterworfen". [4] In Algerien sind die meisten Frauen zwischen Tradition und Moderne hin- und hergerissen. "Trotz der mehr oder weniger stark ausgeprägten Emanzipation der Frau ist und bleibt der Ehemann in der islamischen Welt das Familienoberhaupt." [5] Dennoch fühlen sich die Ehepartner emotional fest verbunden und übernehmen gegenseitige Verantwortung füreinander. Der Mann ist dazu verpflichtet für seine Frau zu sorgen, sie zu achten und sie zu beschützen.

Definition der PartnerauswahlBearbeiten

Der Begriff „Partnerwahl“ bezeichnet einen Prozess, indem Menschen ihren Beziehungspartner auswählen. In diesem Prozess spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. [6] Dazu zählen sexuelle Attraktivität, Erwägungen bezüglich des Lebensplans, der Empfindungen, Erfahrungen und Ähnlichkeiten.

Theorien über die PartnerwahlBearbeiten

Viele Menschen wünschen sich eine glückliche Beziehung, in der Liebe und Vertrauen, die wichtigsten Komponenten sind. Jeder von uns sucht bewusst oder instinktiv nach dem passenden Partner. Warum sich zwei Menschen füreinander entscheiden ist eine sehr umstrittene Frage in der Forschung. Seit Jahren gibt es zahlreiche Theorien über die Partnerauswahl der Menschen. [7] Zwei Thesen sollen im Folgenden beschrieben werden, die Ähnlichkeitsthese und die sexuelle Attraktivitätsthese. Die Ähnlichkeitsthese besagt, dass sich gleiches und gleiches gern gesellt. Die Gleichheit bzw. die Ähnlichkeit zweier Menschen führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Paarbildung. Menschen sind sich sympathisch weil sie die Übereinstimmungen feststellen. Oftmals basiert das Glück der Liebe auf Gemeinsamkeiten. Die zweite These, die Sexuelle Attraktivitätsthese besagt, dass die entscheidende Rolle das Aussehen spielt. Dies gilt sowohl für die Männer als auch für die Frauen. Aber stets die Kleider mit Schleier bei den arabischen Frauen beweisen, dass auf dem Feld der Partnerwahl nicht nur die Attraktivsten gewinnen können. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass sich Gegensätze anziehen, andere wiederum belegen, dass große Persönlichkeitsunterschiede dafür sorgen, dauerhaft unter Spannung und Konflikten zu stehen.Die meisten Menschen verlieben sich unbewusst in denjenigen, der ihren Vorstellungen entspricht. Daher "wird es wohl noch viele Jahre dauern, bis wir wirklich wissen, warum wir ausgerechnet den- oder diejenige als Partner/in wählen". [8]

InterviewsBearbeiten

Die befragten Probanden sind junge Leute aus Algerien und Deutschland, die ich persönlich kenne. Mohamed und Ahlem, beide Algerier, habe ich in Algerien kennengelernt. Mohamed 28 Jahre alt und Sportlehrer. Ahlem ist 26 Jahre alt und Rechtsanwaltsassistentin. Beide leben in Algerien. Stefan und Melanie sind beide aus Deutschland. Stefan ist 30 Jahre alt und Kaufmann. Melanie ist 27 Jahre alt und Altenpflegerin.


1. Interview "Interview Proband 1"

2. Interview "Interview Proband 2"

3. Interview "Interview Proband 3"

4. Interview "Interview Proband 4"

AuswertungBearbeiten

Die Neigung zur Paarbildung erscheint als elementares Bedürfnis, als ganz natürliche Eigenschaft des Menschen. Die Partnerauswahl in der heutigen Zeit ist für beide Geschlechter und in beiden Ländern sehr offen. Männer und Frauen haben gleichermaßen die Wahl, was ihre Partnerwahl betrifft. Die befragten Probanden sind zwischen 25-30 Jahren alt. Alle Interviewten haben einen Partner, mit dem sie zusammenleben. Obwohl die Männer und Frauen generell unterschiedlich fühlen und denken, in der Frage über die Liebe sind sie sich, laut den durchgeführten Interviews einig. Die oben genannten Merkmale für die Entstehung einer Liebesbeziehung sind in beiden Ländern sehr ähnlich. In erster Linie ist es die Liebe, die eine zentrale Rolle einnimmt. Sie wird vom Vertrauen, der Aufmerksamkeit, der Seelenverwandtschaft und dem gegenseitigen Verständnis füreinander genährt. Gleichzeitig sind auch die gemeinsamen Ziele und Interessen von Bedeutung. Das Aussehen des Partners spielt zwar eine Rolle ist aber auf den zweiten Blick eher sekundär. Die Meinungen über das Aussehen gingen in den Interviews auseinander.Zwei der Befragten haben keine konkreten Vorstellungen was das Aussehen betrifft. Die beiden anderen Probanden benennen: „ schlank“ und „sportlich“ als Kriterium.In beiden Ländern sind Altersunterschiede sofern sie nicht sehr groß sind kein Kriterium für die Partnerwahl. Lediglich Proband 1 sagt aus, dass die Frau jünger als der Mann sein müsse. Für das Zusammenleben konnte bei fast alle Probanden eine ähnliche Motivation festgestellt werden. Die Motivation lag in der Suche nach einem passenden Lebenspartner, mit dem eine Familie gegründet werden und Kinder in die Welt gesetzt werden können. Über die Gleichberechtigung in der Partnerschaft sind sich drei Probanden einig und äußerten sich recht positiv. Demnach treffen diese Paare Entscheidungen gemeinsam. Die Geschlechterrollen sind auch nicht mehr so sehr verteilt, sondern passen sich an und ergänzen sich gegenseitig. Einer der Probanden jedoch spricht in diesem Punkt dagegen und gibt an „die Hosen anzuhaben“. Alle vier Probanden sind sich einig, dass Erziehung und Wertvorstellung aus dem Elternhaus die Partnerwahl beeinflussen können. Die Meinung der Eltern ist in beiden Ländern hochgeschrieben und sehr wichtig. Die Entscheidung über das Privatleben letztendlich treffen alle Interviewten selbst. In einem Punkt aber gehen die deutschen und algerischen Meinungen weit auseinander. Demnach würden nicht-eheliche Gemeinschaften in Algerien nie in Frage kommen, da dies weder von den Familien noch von der Gesellschaft akzeptiert werden würde. Im Gegenzug dazu akzeptiert man in Deutschland nicht eheliche Gemeinschaften und befürwortet sie sogar. Zu den beliebtesten Plätze zum Kennenlernen sind in beiden Ländern gleichermaßen. So bevorzugen Algerier und Deutsche Orte wie die Universität, den Arbeitsplatz, den Urlaub oder das Lokal. Alle vier Probanden würden auch das Internet zum Kennenlernen und zur Partnersuche nutzen.

FazitBearbeiten

Nach Auswertung der Interviews konnte ich feststellen, dass die Partnerwahl sowohl in Deutschland als auch in Algerien auf eine ähnliche Art und Weise stattfindet. Unabhängig von Herkunft, Sprache oder Religion suchen alle Menschen nach Liebe, Glück und Erfüllung. Jeder strebt nach einer gemeinsamen Zukunft mit dem „richtigen“ Partner. Demnach sehe ich meine Hypothese als bestätigt, denn die Partnerauswahl findet in beiden Ländern auf die gleiche Art und Weise statt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/kinder/index,page=1097090.html
  2. http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/kinder/index,page=1097090,chunk=4.html
  3. http://www2.hu-berlin.de/sexology/ATLAS_DE/html/der_status_der_frau_heute.html
  4. http://www.grin.com/de/e-book/119032/die-rolle-der-frau-in-algerien-unter-einbeziehung-des-films-la-fille-de
  5. http://www.irs-bs.de/pdf/ma_fam_islam.pdf
  6. http://de.wikipedia.org/wiki/Partnerwahl.
  7. http://www.welt.de/wissenschaft/article1079210/Das_Geheimnis_der_Partnerwahl.html
  8. http://www.schoenheitsforschung.de/partnerwahl.htm#http://www.schoenheitsforschung.de/partnerwahl.htm

QuellenBearbeiten

Grammer,Karl: Signale der Liebe - Die biologischen Gesetze der Partnerschaft. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 2000.

Hejj, Andreas: Traumpartner - Evolutionspsychologie der Partnerwahl.Springer Berlin Heidelberg 1996.

Luban-Plozza, B.: Familie, Risiken und Chancen. In: Familie - Herausforderung der Zukunft. Freiburg/Schweiz 1982.

Martin R. Textor: Kind, Familie, Kindergarten. München: Don Bosco Verlag 1992 - Online-Buch.

Phillip. C. McCraw,Relationship rescue: a seven-step strategy for reconnecting with your partner. 2001.

Rohe, Mathias: Der Islam – Alltagskonflikte und Lösungen. Freiburg 2001.

http://www.focus.de/panorama/reportage/frauen-in-algerien-wenn-schon-sterben-dann-ohne-schleier_aid_154903.htm

http://alexandra-doell.suite101.de/was-frauen-attraktiv-finden-a45564

http://demokratie.geschichte-schweiz.ch/frauenrechte-emanzipation.html

http://soziologie.soz.uni-linz.ac.at/sozthe/staff/moerthpub/STSPartnerwahl1.pdf

http://reisen.ciao.de/Erfahrungsberichte/Algerien_Allgemeines__59008

http://www.islamisches-zentrum-muenchen.de/html/islam_-_der_glaube.html