Das GefangenendilemmaBearbeiten

Gedanken zum Gegenlesen...

Alle Studierenden wollen diese Lehrveranstaltung mit der bestmöglichen Beurteilung abschließen. Gleichzeitig aber auch niemanden auf die Finger treten. Nun gibt es plötzlich eine Aufgabenstellung, welches ein Doppelproblem aufwirft, was jeder wahrscheinlich aus lustigen Aushängen in Wirtshäusern kennt:




Ich dir nix geben Kredit, du böse.
Ich dir geben Kredit, du nix wiederkommen, ich böse.


Besser du böse.

Fallstudie GegenlesenBearbeiten

1. Wenn ich eine Arbeit von einem Kollegen gegenlese, viele Fehler finde, vielleicht sogar etwas pitzelig bin und dazu noch die Satzstellung ändere - eventuell das ganze sogar noch per Anmerkung auf der Diskussionsseite öffentlich mache und es nicht nur durch die Versionsgeschichte sichtbar ist, dann wird mir doch der oder die, deren Arbeit ich gegenlese, böse sein?

a) Der Vorteil ist, dass ich aber gegenüber denen, welche die Arbeit beurteilen, gut dastehe. Ich war fleißig, also bekomme ich eine gute Note. Denn anhand der Versionsgeschichte kann ja genau erkannt werden (und vor allem auch anhand meiner sichtbaren Beitragsliste), ob- oder vor allem - was ich gemacht habe.
b) Der Nachteil ist, dass ich möglicherweise mit dem oder der, deren Arbeit ich gegengelesen habe, nicht mehr Gut-Freund sein werde.

2. Wenn ich aber anhand der Arbeit erkenne, dass es noch eine Reihe von oberflächlichen Fehlern gibt und ich meinen Kollegen/meine Kollegin darauf aufmerksam mache, dass das noch korrigiert werden sollte und dann in Folge diese Änderungen vom ursprünglichen Autor korrigiert werden, dann wird meine eigene Arbeitsleistung im Verborgenen sein und nicht erkannt werden.

a) Der Vorteil ist, dass ich als Peer-Reviewer weniger Arbeit habe - den ist es wirklich eine akademische Aufgabe, anderer Leute schlechte Arbeit korrekturzulesen? Und ein wenig Standesdünkel hat noch nie geschadet!! Dazu kommt noch, dass ich einen guten Freund/eine gute Freundin gewonnen habe, nicht wahr?
b) Der Nachteil ist, dass natürlich Heinz und Fritz, dazu noch Arno, Karl und Beppo nicht erkennen, ob ich, etwas gemacht habe. Was genau von meiner Leistung sollen die auch benoten?

Mögliche Lösung:Bearbeiten

Tue Gutes und rede darüber. Schrei´ aber nicht!

Wikipedia bietet eine Reihe von Möglichkeiten, seine Arbeit zu dokumentieren - man kann es auch völlig unaufgeregt machen - oder gleich den Rest der Welt über seinen gelebten Altruismus[1] informieren. Dazu zwei Tipps:

  1. Offensichtliche Rechtschreibfehler und missglückte Satzkonstruktionen (vor allem Schachtelsätze) können und sollen sofort ohne weiteren Kommentar verbessert werden. Über Rechtschreibfehler wird nicht diskutiert, wer ihn findet, dem gehört er auch.
  2. Wenn etwas unverständlich ist, kann man das auf der Diskussionsseite der Analyse ansprechen (und genau darüber eine Diskussion beginnen). Das bietet den Vorteil, dass man sich und den Autor inhaltlich zwingt, sich in das Thema zu vertiefen. Beide Parteien lernen dadurch. Das ist aus der Sicht von Enzyklopädisten der beste Weg.

WikiquetteBearbeiten

  • Da man ja nie weiß, ob der Autor auch nachschaut, was auf der Diskussionsseite passiert, kann man ihn entweder anpingen {{ping|Benutzername}} oder ihm/ihr ein Mail schicken. Das ist Teil eines höflichen Umgangs, der sich sehr bewährt hat. Das muss man aber nur einmal machen, damit der Autor/die Autorin sieht, dass da nun der Reviewer dran ist.
  • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass man einen versteckten Hinweis im Text eines anderen hinterlässt. Das ist speziell dann sinnvoll, wenn man auf etwas direkt hinweisen will. Dieser versteckte Text ist eine Kommentarfunktion, die man dann löschen kann, wenn es erledigt ist. Das sieht im Quelltext so aus... <!-- Kommentartext --> Das ist eine Aktion, welche wiederum von den Beurteilern als Leistung erkannt wird, denn es ist ja ein gespeicherter Beitrag. Manchesmal wird auch Unsichtbares sichtbar!

Was hat das mit dem Leben zu tun?Bearbeiten

Eine Übung dieser Art gehört heute zum Test- und Übungsstandard in Unternehmen, wenn es darum geht, aus einer Gruppe von Volontären/Praktikanten die Frage der Teamfähigkeit einerseits, andererseits auch Erkenntnisse über den Grad der Eigenverantwortlichkeit und Leitungsfähigkeit der Probanden zu gewinnen. Das Konstrukt des Gefangenendilemma wird dafür in verschiedenen Varianten als spieltheoretische Grundlage herangezogen[2]

Im Ergebnis zeigt es sich, dass die Bereitschaft, sich auf einen Diskurs einzulassen, die besten Einschätzungen ergeben. Erst recht, wenn man einen konstruktiven Diskurs selbst beginnt. Kontraproduktiv ist natürlich der Diskurs um des Diskurses willen, die Rechthaberei[3].

ÜbersetzungenBearbeiten

Bis 2. September wurde der Artikel w:Europa-Forum Wachau in der Wikipedia in folgende Sprachen übersetzt:

  • englisch
  • französisch
  • italienisch
  • rumänisch
  • russisch
  • slowakisch durch den User w:sk:User:Jetam2
  • ukrainisch

Im Werden ist die arabische Version.

Siehe auch:Bearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Altruismus, Die Zeit, Autor: Stefan Klein, 22. Dezember 2009, abgerufen am 23. April 2017
  2. Siehe auch: Das iterierte Gefangenendilemma, Tobias Thelen, Referat 1997 im Seminar "Conflicts in AI" bei Prof. Dr. Rollinger
  3. . So wäre natürlich der Diskurs darüber, warum der Autor diesen Text hier und nicht an anderer Stelle schreibt, ein möglicher, wenn auch ein nicht wirklich zielführender Teil der Aufgabenlösung. Oder - als die wahre Königsdisziplin - gar eine inhaltliche Ergänzung dieses Exkurses selbst, es könnte ja sein, dass der Autor etwas übersehen hat. Oder das Ganze überhaupt autoritativer Unfug ist, weil....