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IPK im SS 14

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Name Studiengang vhb Wiki Thema Forschungsland Homepage Video abgeschlossen
Kursleiterin Eva Sondershaus, M.A. Eva Sondershaus
Annica Antoni BA, DaF/DaZ Annica Antoni
Saskia Walter BA, DaF/DaZ Saskia Walter
Oxana Schuster LA GS DaF/DaZ Oxana Schuster
Clara Leps BA, DaF/DaZ Clara Leps
Mona Wieland BA DaZ/DaF Mona Wieland
Tobias Mayer BA DaF/DaZ Tobias Mayer
Horn Patricia BA DaF/DaZ Patricia Horn
Anne-Sophie Schuster BA DaF/DaZ Anne-Sophie Schuster Binationale Ehen
Marishal Tucker LA HS DaF/DaZ Marishal Tucker Binationale Ehen
B. Kracker BA DaZ/DaF B. Kracker
Zhao Jing BA DaF/DaZ Zhao Jing
Kathrin Weigt LA GS DaF/DaZ Kathrin Weigt Binationale Ehen
Isabelle Gluchowski LA GS DaF/DaZ Isabelle Gluchowski
Elisabeth Henning LA GS, Erw., DaF/DaZ Elisabeth Henning
Nakhjavan-Hammada Narjes BA DaF/DaZ, Philosophie Narjes Hammada
Clara Plamper BA DAF/DAZ Clara Plamper
Julia Hoffmann BA DaF/DaZ Julia Hoffmann
Julia Wendling LA GS DaF/DaZ Julia Wendling
Susanne Hammer LA GS, DaF/DaZ Susanne Hammer
Eva Bayr LA GS, DaF/DaZ Eva Bayr
Magdalena Spachmann BA Iberoromanistik, DaF/DaZ Lena Spachmann
Zübeyde Özcetin BA DaF/DaZ Zübeyde Özcetin
Jan Meyer BA DaF/DaZ, Iberoromanistik Jan Meyer
Lidia Selis BA Italo-Romanistik, BA DaF/DaZ Lidia Selis
Jolanda Palanga BA Italo-Romanistik, BA DaF/DaZ Jolanda Palanga
Thore Eifler master Thore Eifler
Anthony Verardi BA Germanistik Anthony Verardi
Wei Wei BA Germanistik Wei Wei
Tabea Keller Grundschullehramt DAF /DAZ Tabea
Nadine Ellinger BA Germanistik Nadine
Kathrin Mayr Grundschullehramt DAF /DAZ Kathrin Mayr
Olena Vlasiuk BC Angelistik Olena

Einleitung

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Maria, ihm schmeckt´s nicht


Evet ich will


Nicht ohne meine Tochter


Im Jahr 2012 war jede achte in Deutschland geschlossene Ehe ein binationaler „Bund fürs Leben“. 1960 galt nur für jede 25. Ehe, dass mindestens ein Ausländer oder eine Ausländerin an ihr beteiligt war. Der Anteil binationaler Ehen an der Gesamtzahl der Eheschließungen steigt. 2010 lebten 1,4 Millionen deutsche Staatsbürger mit einem ausländischen Partner zusammen - fast doppelt so viele wie im Jahr 1996. Jedes fünfte 2012 in Deutschland geborene Kind hat mindestens einen ausländischen Elternteil.

Diese Entwicklung ist Ausdruck vermehrter grenzüberschreitender Mobilität, des EU-Erweiterungsprozesses und der Globalisierung. Nicht zuletzt kennzeichnet dieser Prozess Deutschland als Zuwanderungsland. Möglicherweise ist es aber auch Ergebnis eines Wohlstandsgefälles zwischen Ost und West sowie Nord und Süd.

Binationale Ehen sind somit gesellschaftliche Realität und gehören auch zu den Untersuchungsgegenständen der interkulturellen Kommunikation.

Hypothese

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„Partnerspezifische Enkulturationen beeinflussen binationale Ehen“

Begriffserklärungen

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Enkulturation

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Unter Enkulturation versteht man, wenn das Individuum in seine Gesellschaft hineinwächst. Das Individuum erlernt in einem Prozess des sozialen Lernens die für ein Leben in Gesellschaft wichtigen Werte, Normen, Theorien, Konzepte, Verhaltensregeln, Gewohnheiten, Rituale, etc.

binationale Ehen

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Binationale Familien und Partnerschaften sind Lebensgemeinschaften mit Partnern unterschiedlicherStaatsangehörigkeit.

Das Statistische Bundesamt bezeichnet lediglich Verbindungen zwischen Deutschen und Nicht- Deutschen als binationale Familien und Partnerschaften. Der Mikrozensus von 2008 zeigte, dass die Zahl der binationalen Verbindungen sich seit 1996 verdoppelt hat. Danach lebten in 2008 rund 1,4 Millionen Paare, das sind 7 Prozent, in binationalen Partnerschaften. Bei weiteren sechs Prozent der 21 Millionen Paare in Deutschland besaßen beide Partner einen ausländischen Pass. Ob diese Partner gleiche oder unterschiedliche Nationalitäten haben, erfassen die Statistiker nicht.

Während die Zahl der binationalen Familien und Partnerschaften stetigsteigt, gehen binationale Eheschließungen in Deutschland zurück. Einerseits ermöglicht die Erweiterung der EU und das damit einhergehende Aufenthaltsrecht für Osteuropäer nicht-eheliche Lebensgemeinschaften für diese Paare. Andererseits wurde 2007 das Aufenthaltsrecht geändert. Das neue Recht erschwert den Ehegattennachzug und die Einreise zur Eheschließung für Partner aus Drittländern. Deshalb werden binationale Ehen zunehmend im Ausland geschlossen. In Deutschland ist heute jede neunte Eheschließung eine binationale Verbindung, in Ballungsgebieten wie München, Stuttgart oder Rhein-Main jede Vierte. Dabei gehen mehr Männer als Frauen eine binationale Ehe ein: In 2008 wählten 23 288 Männer eine nicht-deutsche Partnerin, während sich nur 18 154 Frauen für einen Partner mit einer anderen Nationalität entschieden. 70 Prozent der Männer und 75 Prozent der Frauen entschieden sich für einen Partner aus Europa, inklusive der Türkei. Die nicht-deutschen Ehefrauen kamen in der Mehrheit aus Polen, der Türkei, Russland oder Thailand, die Ehemänner aus der Türkei, Italien und den USA. Die enge Definition von „binational“ als Gemeinschaft von Menschen mit deutschem und nichtdeutschem Pass greift zu kurz. Sie berücksichtigt nicht die steigende Anzahl von Paaren, die zwar beide keinen deutschen Pass, aber dennoch unterschiedliche Nationalitäten haben. Auchsagt der Pass nichts über die kulturelle Identität aus. In 2008 ließen sich gut 68 000 Menschen über 20 Jahre in Deutschland einbürgern. Mit dem Begriff bikulturell beschreiben wir deshalb Lebensgemeinschaften, in denen die Partner unterschiedlichen kulturellen Hintergrund haben. So ist ein Paar, in dem der eine oder beide Partner nach Einbürgerung die gleiche Staatsangehörigkeit haben, nicht mehr binational, sehr wohl jedoch bikulturell.

Genaue Zahlen über bikulturelle Familien und Partnerschaften liegen nicht vor. Wenn jedoch die Bundesregierung in ihrem Integrationsbericht schreibt, dass jedes dritte in Deutschland geborene Kinde einen Migrationhintergrund hat, zeigt dies, dass bikulturelles Leben in Deutschland keine Seltenheit mehr ist.

Akkulturation

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Akkulturation (Berry)

Bei einer Akkulturation hat man ein Individuum welches bereits einen Teil seines Prozesses der Enkulturation erfahren hat, das langsam in in eine neue soziale und kulturelle Umwelt hineinwächst.

Dieser Prozess kann sehr unterschiedlich von statten gehen. Entweder wird dieser freiwillig, mit einem hohen Maß an Freiheitsgraden vollzogen oder erzwungen, unter sozialem Zwang.

Abhängig von der Art des Prozesses kann die Akkulturation als Bereicherung oder Belastung erlebt werden. Dadurch kann sie erfolgreich (Integration) oder erfolglos (Marginalität) verlaufen.


Dominanzkonzept

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Die eigenkulturellen Werte und Normen werden fremden Kulturen gegenüber als überlegen angesehen. Sie sollen sich gegen Fremdein-flüsse durchsetzen und das Interaktionsgeschehen dominieren: z.B. deutsche Führungskonzepte, Arbeitstugenden, Methoden der Konfliktbehandlung, des Krisenmanagements, Problemlösestrategien usw. wer-den als die besten, bewährtesten und sachgerechtesten Lösungen angesehen und gegenüber anderen Lösungsformen durchgesetzt. Auf alle anderen Gruppenmitglieder wird so lange Anpassungsdruck ausgeübt, bis sie gelernt haben, sich in ihrem Verhalten nach den deutschen (also aus der Sicht der dominierenden Gruppenteilnehmer "richtigen") Kulturstandards zu orientieren.

Assimilationskonzept

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Die fremdkulturellen Werte und Normen werden bereitwillig übernommen und in das eigene Handeln integriert. Die Anpassungstendenzen an die fremde Kultur können so stark werden, dass ein Verlust der eigenen kulturellen Identität und ein völliges Aufgehen in der Fremdkultur die Folge sind. Die Gruppenmitglieder passen sich den nationalen und firmenspezifischen Normen und Werten einer Kultur, meist der überlegenen, mächtigen, an, um so der ständigen Kritik an ihrem Verhalten zu entgehen und den Anpassungsdruck seitens der Gruppenmitglieder und der Führung zu minimieren.

Divergenzkonzept

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Werte und Normen beider Kulturen werden als bedeutsam und effektiv angesehen. Viele Elemente sind allerdings inkompatibel und führen in der Anwendung zu ständigen Widersprüchen. Da eine Integration nicht ge-lingt, kommt es zu unauflösbaren Divergenzen und ständigen Schwankungen zwischen beiden Kulturen. Besonders in der Anfangsphase der Bildung interkultureller Arbeitsgruppen bzw. beim Übergang eines Unternehmens von einem internationalen zu einem transnationalen Unternehmen sind solche Prozesse zu beobachten. Dies führt zu Verunsicherungen bezüglich der nun für die Zusammenarbeit gültigen Werte, Normen und Verhaltensregeln und langfristig zur Reduzierung der Arbeits-motivation und der Gruppenkohäsion.

Synthesenkonzept

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Den Gruppenmitgliedern gelingt es, bedeutsame Elemente beider Kulturen zu einer neuen Qualität (Gesamtheit) zu verschmelzen. Das Resultat besteht dann nicht mehr in der Bevorzugung einer der beiden Kulturen, sondern in einer aus den "Ressourcen" beider Kulturen gewonnenen Neudefinition wichtiger Elemente (Synergie), die dann für alle Gruppenmitglieder normgebend werden.

Für den Begriff Kultur ist es schwierig eine allgemeingültige Definition festzulegen. Deshalb haben sich im Lauf der Zeit viele verschiedene Definitionen herausgebildet. Im folgenden werden die gebräuchlichsten und bekanntesten Definitionen dargestellt:

Die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von anderen unterscheidet« (Hofstede 1991)

Ein Muster grundlegender Annahmen, die von einer vorhandenen Gruppe erfunden, entdeckt oder entwickelt wurden (in dem Maße wie sie lernt, mit ihren Problemen der Anpassung nach außen und interner Integration umzugehen; [...], wird den neuen Gruppenmitgliedern als die korrekte Weise gelehrt, in der sie in Bezug auf diese Probleme wahrnehmen, denken und fühlen sollen (Schein 1985)

Diese stille Sprache enthält einen weiten Bogen evolutionärer Konzepte, Praktiken und Problemlösungen, die ihre Wurzeln in den gemeinsamen Erfahrungen gewöhnlicher Menschen haben (Hall 1966)

Jede Kultur unterscheidet sich von anderen durch die spezifischen Lösungen, die sie für bestimmte Probleme wählt (Trompenaars 1993) Die Kultur kann in ihrem weitesten Sinne als die Gesamtheit der einzigartigen geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Aspekte angesehen werden, die eine Gesellschaft oder eine soziale Gruppe kennzeichnen. Dies schließt nicht nur Kunst und Literatur ein, sondern auch Lebensformen, die Grundrechte des Menschen, Wertsysteme, Traditionen und Glaubensrichtungen. (UNESCO)

Identität

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Interviews

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Interview 1 (Mexiko) (K. Weigt)

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Erwartungen

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Vergleich Deutschland - Mexiko (Hofstede)


Um sich zunächst eine Überblick über die beiden Länder Deutschland und Mexiko zu verschaffen, werden die beiden Länder anhand der Kulturdimensionen von Geert Hofstede verglichen. Dabei ergeben sich auf den ersten Blick doch einige Unterschiede, aber gleichzeitig auch Kategorien in denen quasi kein Unterschied festzustellen ist. Der Wert für Maskulinität liegt bei beiden Ländern gleich hoch und neigen beide zu einer eher femininen Gesellschaft. Das müsste bezogen auf das Zusammenleben und die Rollenverteilung bedeuten, dass sie sich ergänzen und zusammen arbeiten. Außerdem gehen sie dann öfters Kompromisse ein und passen sich den bestehenden Verhältnissen an. Auch der Wert der Unsicherheitsvermeidung ist in Deutschland und in Mexiko etwa gleich. Da die beiden Nationen gerne Ungewissheit vermeiden, verhalten sie sich nach Normen. Größere Abweichungen sind hingegen bei der Kategorie Machtdistanz zu erkennen. Das würde beispielsweise heißen, dass das Verhältnis zu den Kindern unterschiedlich sein würde. Während die Eltern in Deutschland die Kinder wie die ihresgleichen behandeln, erwartet man in Mexiko Gehorsam. Allgemein gesagt, gibt es Unterschiede in der hierarchischen Struktur, was zu Konflikten führen könnte. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Deutschland eine eher individualistisch geprägte Gesellschaft ist, und Mexiko eher kollektivistisch. Auch das könnte zu Problemen im Familienleben führen, da die Mexikaner großen Wert auf harmonische Beziehungen, Harmonie und Respekt legen und eher in Großfamilien aufwachsen und daher das Wir-Bewusstsein gestärkt wird. In einer individualistischen Gesellschaft wie Deutschland ist eher das Ich-Bewusstsein im Vordergrund und Verpflichtungen hat man nur gegenüber sich selbst und nicht gegenüber der Familie, wie es in einer kollektivistischen Gesellschaft ist. Der größte Unterschied in Hofstedes Diagramm ist wohl bei dem Punkt langfristige/kurzfristige Orientierung zu finden. Die deutschen als langzeitorientierte Gesellschaft zeichnet sich durch Fleiß, Ausdauer und Zukunftsorientierung aus. Traditionen werden hier eher der Gegenwart angepasst, was in einer binationalen Ehe zu Konflikten kommen führen kann. In kurzfristig orientierten Gesellschaften werden Traditionen dagegen respektiert. Theoretisch bietet laut den Kulturdimensionen eine binationale Ehe zwischen Deutschland und Mexiko viele Anlässe für Konflikte und Probleme, weil sich die Länder doch in einigen Kategorien sehr unterscheiden. Allerdings muss das in der Praxis nicht so aussehen, da es sich hier lediglich um Durchschnittswerte handelt.

Transkript

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Befragter 1 B1: Diana, 29 Jahre, geb. in Eisenhüttenstadt

Befragter 2 B2: Sergio, 33 Jahre, geb. in Mexiko


Wenn Sie sich zuerst einfach kurz vorstellen, also Name, Alter, Geburtsort, vielleicht wie sie sich kennen gelernt haben wäre bestimmt interessant, Kinder, Wohnort so halt. Ja?

B2: Ladies first.

B1: Okay. Ich bin Diana, bin 29 Jahre alt. Eh Geburtsort oder? Eisenhüttenstadt. Ich hab Sergio bei einem Praktikum in Mexiko kennen gelernt.

Wie lange sind Sie schon verheiratet?

B1: Jetzt 2 Jahre.

B2: Hallo mein Name ist Sergio, ich bin fast 34 Jahre, aus Puebla Mexiko, Maschinenbauingenieur. Ich habe Diana in Mexiko kennen gelernt bei VW und gerade Masterstudent an der Hochschule Kempten.


Ja gut, dann fangen wir mal mit dem Essen an. Welche Kultur ist denn die Dominierende beim Essen?

B2: Beim Essen daheim: mexikanisch. Ja natürlich.

Und hier?

B1: Unterschiedlich. Es ist ausgeglichen. Wir schauen, dass wir deutsch und mexikanisch kochen.


Okay. Und zu welchen Zeiten essen Sie?

B1: Oh ganz unterschiedlich. (lacht) So typisch mexikanisch, wann wir Lust und Zeit haben.

B2: Wie viel Zeit wir für Essen nehmen?

B1: Zu welcher Uhrzeit?

B2: Ah okay. In Mexiko Frühstück ist ab 7 bis 10. Aber es ist nicht ein leichtes, es ist ein normales Frühstück. Obst, Milch, Cornflakes und so weiter. Und Mittagessen ist von 15 Uhr bis 18 Uhr, ehrlich.

B1: Das geht alles fließend ineinander über.

B2: Ja genau. Normalerweise bei mir zu Hause 16 oder 17 Uhr. Und es dauert mindestens eine Stunde oder so, ehrlich. Und in der Nacht ist...

B1: Oft sehr spät.

B2: Ja 9 Uhr, das heißt 21 Uhr bis 24 Uhr. Ja kann sein ein Steak, eine Pizza. Etwas Starkes.

B1: Das ist bei uns auch so zu Hause. Wir haben uns da an die mexikanischen Essgewohnheiten angepasst.

Und inwiefern haben sich die Essgewohnheiten geändert in der Ehe?

B1: Bei mir schon ja. Vorher war es so typisch deutsch. (lacht) Früh- Mittag- Abendessen zu bestimmten Uhrzeiten und ja das hat sich mit der Zeit immer mehr geändert. Aber auch durch unser Leben, dadurch, dass wir viel nebenher studieren, arbeiten und so weiter kommt man oft auch gar nicht mehr dazu so regelmäßig zu Essen.

B2: Und für mich, wenn ich Hunger habe, ich esse. (lacht)


Ja das haben Sie ja auch schon fast gerade gesagt, was verstehen Sie unter der deutschen Esskultur und spielt sie eine Rolle?

B1: Ja dieses strikte zu Uhrzeiten essen.


Gut, dann machen wir mit der zweiten Kategorie weiter, der Kommunikation. In welcher Sprache wird daheim gesprochen?

B1+B2: Spanisch.


Und die Kinder, die sind ja noch nicht vorhanden, aber wie werden die erzogen, haben Sie da schon eine Idee?

B1: Zweisprachig.

B2: Ja zweisprachig. Es ist eine multikulturelle Familie.


Und gab es oder gibt es Verständnisschwierigkeiten?

B1: Oft. (lacht)

Haben Sie ein Beispiel?

B1: Das Hauptproblem ist eigentlich, dass man als Deutscher im Hintergrund immer schon eine Struktur hat oder einen Plan und der Mexikaner versteht eben nur das, was man sagt. Also wenn ich jetzt sage, da ist es dreckig, dann sagt er „Ja, schön“. (lacht) Ja, aber das sind Kleinigkeiten, wo man mit der Zeit dran arbeiten muss.

B2: Ja ich glaube die Kommunikation ist sehr wichtig, weil in meiner Kultur viele Sachen sind wichtig, aber nicht so streng oder stark du musst, du kannst aber. Es ist flexibel, unsere Sprache und die Bedeutung für die Wörter. Aber hier ist „Machst du“ ich brauche einen Übersetzer nicht für die Wörter, sondern für die Konzept, was möchte Diana sagen und was es wirklich bedeutet und was verstehe ich.


Das ist interessant. Und sie haben ja beide die Sprache vom anderen gelernt oder?

B1: Ja.


Und wird der Partner im Alltag berücksichtigt oder informiert, wenn man jetzt sagt, man kommt später nach Hause, als Beispiel, wird er/sie dann angerufen, wird da kommuniziert über sowas?

B1: Ja schon.


Okay. Dann Familie, Traditionen und Feste und sowas. Die Besuche im Heimatland. Sie besuchen ja die Familie im Heimatland oder?

B1: Ja.

Wie oft?

B2: Wir versuchen einmal pro Jahr.

Okay.

B1: Oder öfter. Wenn es möglich ist.

B2: Ja natürlich.


Und kommt es dabei zu Konflikten? Also sagen Sie Sie möchten auch mal wo anders hin oder andere Interessen?

B1: Nein, wir versuchen eigentlich alle Interessen abzudecken, sowohl, dass ich mal an Strand komme, oder was sehen, aber auch die Familie. Da ist ja auch von meiner Seite aus das Interesse da die Familie zu sehen, weil die auch sehr groß ist und man nie schafft alle zu besuchen. (lacht) Deswegen versuchen wir die meiste Zeit mit Menschen von der Familie zu verbringen.


Und die Familienfeiern, sei es Weihnachten oder Ostern, wie werden die gefeiert? Wo und mit wem?

B2: In Mexiko oder hier?

B1: Nein, wie wir generell Familienfeste feiern. Weihnachten haben wir bis jetzt zusammen nur in Deutschland verbracht. Und ansonsten, gut dieses Jahr möchten wir gerne mal nach Mexiko fahren, aber generell Traditionen oder traditionelle Feste versuchen wir eigentlich beides einzubinden, das Deutsche und das Mexikanische. Da gibt es zum Beispiel „Dia de los muertos“ den Tag der Toten, den wir letztes Jahr hier auch gefeiert haben mit ein paar lateinamerikanischen Freunden zusammen. An Weihnachten haben wir auch versucht beide Traditionen zu verbinden. Da gibt es dann spezielles Brot, was gebacken wird oder so. Da haben wir dann Freunde eingeladen, weil bei Mexikanern ist Weihnachten auch ein familiäres Fest, aber es kommen auch viele Freunde. Und da ist eigentlich immer das Haus voll. Das versuchen wir auch hier in Deutschland so weit zu behalten. Aber auch, wie in Mexiko auch, dass man in die Kirche geht und diese Bräuche macht.


Und wie wurde der Partner bei der Familie aufgenommen, also bei der jeweils anderen Familie? Gab es da irgendwelche Vorurteile oder auch Probleme?

B1: Also generell wurde er bei der Familie sehr gut aufgenommen. Sie waren sehr offen ihm gegenüber, aber natürlich durch diese verschiedenen Kulturen hat es schon auch Reibungspunkte gegeben. Dadurch, dass er halt nicht so funktioniert, wie man es jetzt als Deutscher von einem Deutschen gewohnt ist gab es dann schon einige Streitpunkte, weil wir die erste Zeit bei meinen Eltern gewohnt haben und dann ist sowieso der Ärger vorprogrammiert. (lacht) Aber generell hat die Familie ihn gut aufgenommen und eigentlich auch keine Vorurteile gehabt, weil sie ja von mir aus schon viel über die mexikanische Kultur und über die Leute wussten.

B2: Ja seitens meiner Familie in Mexiko wir sind sehr offen. Ich hatte deutsche Freunde und die haben mich besucht mit meinen Eltern, deswegen ist es normal für meine Familie andere Kultur aus Deutschland oder China. Und meine Familie, die können gut anpassen. Okay, es ist ganz verschiedene, aber wir versuchen „Was meinst du?“ „Was möchtest du?“ zum Essen zum Beispiel oder an Verhalten. Aber hier in Deutschland ist es ein bisschen, die Leute brauchen einen, in meiner Meinung, einen Integrationskurs, ehrlich gesagt. In Deutschland viele Leute denken, okay er denkt wie ich, aber nein. Unsere Meinung ist ein bisschen chaotisch, nicht deutsch. Und natürlich meine Schwiegereltern sind sehr süß und sehr schön, aber ich glaube, die brauchten davor einen kleinen Kurs für die Mexikaner, die Gewohnheiten da da. Sonst läuft. (lacht) Ich konnte überleben (lacht).


Wie erwarten Sie jetzt, dass sich ihre Frau in ihrem Heimatland verhält? Haben Sie da irgendwelche Erwartungen, wenn ja setzt sie diese auch um? Oder ist das ganz locker bei ihnen?

B2: Gute Frage. Nein ich erwarte kein spezifisches Verhalten von Diana, weil ich habe Diana kennen gelernt die echte Diana, nicht die Deutsche, Mexikaner, Ingenieur nein. Ich habe echte Leute, ich sage „Okay, kann man nicht ändern“. Du bist perfekt für mich.


Das ist schön. Gut und im Heimatland da sind die Rollen genauso wie hier verteilt, also da herrscht auch Gleichberechtigung sag ich jetzt mal. Das ist dann so wie hier oder?

B1: Ja. Das ist auch wie hier.


Gut, dann kommen wir jetzt zu der letzten Kategorie, die Konflikte und die Rollenverteilung. Wie sind die Rollen verteilt hier mit Haushalt, Beruf, Kinder gibt es ja noch nicht. Wie sind sie verteilt?

B2: Ich bin der Hausmann. (lacht) Als Mexikaner, wir haben keine bestimmte Rolle. Wir denken okay du bist mein Partner und wir sind ein Team und wenn du nicht kannst möchte ich machen gerne. Ich brauche keinen Plan oder einen Kalender ich habe das gemacht letzte Woche und du das, nein es ist Unterstützung. Aber die Rollen sind 50 50.

B1: Ja, mal hat er keine Zeit, dann mach ich es und wenn ich keine Zeit habe macht er den Haushalt. Das ist ziemlich ausgeglichen eigentlich.


Mhm. Und wurde der Partner gut in die andere Kultur integriert so allgemein?

B1: Ich in die mexikanische ja. (lacht) Nein, da muss man auch schauen was heißt integrieren, heißt das die andere Kultur annehmen oder akzeptieren. Ehm ich weiß nicht, das ist schwer zu sagen.

B2: Ja das ist schwer zu sagen. In meiner Meinung oder in meiner Erfahrung Integration ist eh ich kann nicht, weil wenn ich integriere mich, ich vergesse ein Teil von meinem Leben. Verhalten, Meinung oder Gebundenheit. Für mich ist dieses Wort anpassen, weil ich konserviere meine Person, aber ich lebe in Harmonie mit der deutschen Kultur. Integration ist okay, du bist in Deutschland und du musst dich anpassen.

B1: An das System, an die Denkweise, an das Leben, an die Deutschen eigentlich und das ist also für uns gesehen eigentlich der falsche Ansatz, weil viele Leute, wir kennen ja auch viele Lateinamerikaner, die hier leben, die diesen Prozess gemacht haben und aber letztendlich in der Depression enden, weil sie sich komplett an die Deutschen angepasst haben und ihre komplette Identität verloren haben und das ist das was wir eben vermeiden möchten. Klar gibt es dann oft Konflikte und Probleme, aber wir haben gesehen dass das andere nicht der richtige Weg ist und deswegen versuchen wir der Sergio und ich so gut wie möglich die Sachen, die ihm helfen einfach zu mit aufzunehmen, aber trotzdem er selbst zu bleiben.


Und wenn man jetzt mal absieht von Sprache und Essen welche Kultur dominiert? Zum Beispiel in der Freizeitgestaltung, in der im Fernsehen, im Einkaufen. Gibt es da was?

B1: Ich glaube die Mexikanische (Lacht)

B2: Einkaufen? Deutsch oder?

B1: Ja ist viel Deutsch.

B2: Freizeit? Spanisch?

B1: Mexikanisch. Ja.

B2: Spandeutsch. Eine Mischung.

B1: Ja ich glaube da dominiert die mexikanische. Weil wir klar viel mit lateinamerikanischen Leuten zu tun haben und viel klar auch mit der Kultur, deswegen überwiegt bei uns in der Freizeit eigentlich das Mexikanische.


Und welcher Aspekt der unterschiedlichen Kulturen hat die größten Schwierigkeiten bereitet?

B2: Oh Gott (lacht)

B1: (Lacht)

B2: Geduld und Toleranz.

Mhm

B2: Es ist immer streiten, nicht in schlechte Meinung oder in Hochschule. Geduld und Toleranz.


Okay und dann noch die letzte Frage: Worin sehen Sie denn Vorteile einer binationalen Ehe?

B1: Man kann von den verschiedenen Kulturen profitieren. Man kann, das ist auch das was wir versuchen von jeder Kultur oder von jeder Lebensweise eigentlich das Gute rauszupicken und sich somit sein Eigenes zu schaffen. Nicht so typisch deutsch und nicht so typisch mexikanisch, sondern irgendwo ein Mittelding zu finden und womit dann auch die Kinder irgendwann gut leben können, die bestimmt zwangsweise mit beiden Kulturen leben müssen.

B2: Ja Diana hat gelernt zu genießen das Leben. Das ist wichtig, weil Diana nicht ist kein Roboter um zu Arbeiten oder zum Frau sein, nein sie ist eine Frau. Und auch sie hat, ich hoffe, gelernt mehr zufrieden sein. Ja. Kein Stress, oder ein bisschen. Ich glaube sie genießen das Leben.


Schön. Ja gut, das ist ja ein schöner Abschlusssatz.

B1: Lacht

B2: lacht

Ergebnis

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Das Interview mit dem deutsch – mexikanischen Ehepaar bestätigt unsere Hypothese, dass verschiedene Enkulturationen binationale Ehen beeinflussen. Das Paar beschreibt in jeder Kategorie Faktoren, die die binationale Ehe beeinflussen. Betrachtet man die Essgewohnheiten genauer stellt man fest, dass die unterschiedlichen Nationalitäten hier eine wesentliche Rolle spielen. Gekocht wird meistens beides, sowohl deutsch, als auch mexikanisch. Die Essenszeiten allerdings sind eher mexikanisch geprägt. Es herrschen eigentlich gar keine festen Essenszeiten, wie man es vielleicht aus der deutschen Esskultur gewohnt wäre, jeder isst dann wenn er Zeit und Hunger hat. Dadurch, dass bei den Essgewohnheiten, vor allem bei den Essenzeiten die mexikanische Kultur überwiegt, kann man sagen, dass Diana sich hier an die mexikanischen Essenszeiten angepasst hat. Der ausschlaggebende Punkt ist hierbei, dass sie von den typisch deutschen Essenszeiten abgekommen ist und sich jetzt an die mexikanischen Zeiten orientiert.

Diana und Sergio haben beide die Sprache des Partners gelernt und da ist es geradezu selbstverständlich, dass es immer wieder zu Verständnisschwierigkeiten kommt. Zu Hause sprechen sie nur Spanisch miteinander. Diana beschreibt das Hauptproblem der Kommunikation darin, dass Sergio nur das versteht, was sie ihm sagt und nicht den Sinn oder die unausgesprochenen Absichten dahinter. So kommt es dann immer zu kleineren Missverständnissen, die die binationale Ehe ebenfalls beeinflussen. Außerdem sind sich beide Ehepartner darüber einig, dass die Kinder zweisprachig erzogen werden.

Dadurch, dass die Familie von Sergio noch in Mexiko wohnt, besucht das Paar die Familie regelmäßig. Sie versuchen mindestens einmal im Jahr nach Mexiko zu reisen. Konflikte gibt es dabei allerdings nicht, weil auch von Diana das Interesse besteht die Familie ihres Partners zu sehen. Deshalb versuchen sie auch dieses Jahr Weihnachten in Mexiko zu verbringen. Bis jetzt haben die beiden Weihnachten immer in Deutschland verbracht und hier versucht Traditionen aus beiden Ländern und Kulturen zu vereinen. Ein paar Bräuche, zum Beispiel in die Kirche gehen sind bei beiden gleich. Die unterschiedlichen Nationalitäten beherrschen also auch Urlaubsziel und Familienfeiern. Da Diana und Sergio auch hier in Augsburg viele Freunde aus Lateinamerika haben feiert das Paar Feste oder Traditionen häufig mit diesen zusammen. Das heißt auch, dass sich Diana in dieser Hinsicht sehr in die lateinamerikanische Kultur integriert hat. Auf die Frage, wie der Partner bei der Familie aufgenommen wurde, antwortet beide, dass sie sehr gut aufgenommen wurden. Dadurch, dass Diana schon Zeit in Mexiko verbracht hatte, bevor sie Sergio kennen gelernt hatte, war die Familie schon etwas aufgeklärter über Bräuche und Gewohnheiten. Trotzdem sagt Diana ganz klar, dass es schon Reibungspunkte zwischen den Kulturen gab, weil Mexikaner in vielen Situationen doch anders denken oder handeln, wie man das von einem Deutschen gewohnt wäre. Auch Sergio teilt diese Meinung mit seiner Frau, weil er auch diese Erfahrung gemacht hatte. Sergio beschreibt die mexikanische Kultur als sehr offen anderen gegenüber und deswegen wurde auch Diana sehr gut in die Familie aufgenommen. Das heißt die Binationalität beeinflusst sehr wohl die Aufnahme bei der Familie, was man gerade bei Dianas Familie gesehen hat.

Diana behauptet von sich selber, dass sie sehr gut in die andere Kultur integriert wurde, sieht aber Probleme in der Begriffsdefinition, ob man damit meint die andere Kultur zu akzeptieren oder anzunehmen. Sergio benutzt als Antwort auf die Frage das Wort anpassen, weil er hier in Deutschland lebt, aber seine eigene Kultur nicht verlieren will. Er konserviert seien eigenen Werte und lebt in Harmonie mit der deutschen Kultur. Für beide ist genau das der Hauptaspekt. Sie möchten beide ihre eigene Identität nicht verlieren und so in Depressionen enden. Dadurch gibt es zwar immer wieder kleinere Konflikte, aber sie haben aus Erfahrungen gelernt und sich für diesen Weg entschieden. Hier ist deutlich der Einfluss von den unterschiedlichen Enkulturationen auf die Ehe zu spüren. Bei Ehepaaren mit der selben Enkulturation kommt es zu diesen Problemen nicht. Abgesehen von Essen und Sprache ist er Einfluss der jeweiligen Kultur ausgeglichen. Eingekauft wird deutsch, die Freizeit ist aber eher Mexikanisch gestaltet, weil das Paar viel mit den Freunden aus Lateinamerika unternimmt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass bei beiden Partnern gut in die andere Kultur integriert wurden. Für beide ist es wichtig, einen Teil der eigenen kulturellen Identität zu behalten, aber gleichzeitig auch in einer positiven interkulturellen Beziehung zu der Kultur des Partners zu leben. Vor allem bei Sergio merkt man, dass er sehr stolz auf sein Land und auf seine Herkunft ist und möchte deswegen seine kulturelle Identität nicht aufgeben. Das gleiche ist bei Diana festzustellen, jedoch übernimmt sie etwas mehr Teile der anderen Kultur z.B. die Sprache, die Essenszeiten, Freizeitgestaltung mit den lateinamerikanischen Freunden, Besuche im Heimatland. Trotz all dem lebt sie hier in Deutschland mit ihrem Partner und dadurch behält sie einen Großteil ihrer kulturellen Identität bei. Denn ein totales Aufgeben der eigenen Identität würde in der Depression enden.

Aufgrund dieser Feststellungen kommt man zu dem sehr eindeutigen Ergebnis, dass Sergio und Diana im Synthesekonzept leben. Sie nehmen sich gute und bedeutsame Elemente beider Kulturen heraus, die dann zu einem neuen Ganzen verschmelzen. Ganz deutlich wird das an dem Beispiel, wie Weihnachten gefeiert wird. Hier versuchen sie sowohl deutsch, als auch mexikanische Bräuche zu vereinen. Dies sieht Diana auch als Vorteil einer binationalen Ehe, weil man von jeder Kultur das Gute herausnehmen kann und sich so ein Eigenes schafft.

Interview 2 (USA) (M. Tucker)

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Erwartungen

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Vergleich Deutschland - USA (Hofstede)

Zur Betrachtung möglicher Unterschiede in der deutschen und US-amerikanischen Kultur , werden die Kulturdimensionen Deutschlands und der USA im Modell von Geert Hofstede miteinander verglichen. Die US-Amerikaner und Deutschen weisen dabei einige Gemeinsamkeiten, aber auch eindeutige Unterschiede, auf.

Die erste Dimension ist die Machtdistanz, die ein Maß dafür ist wie die Macht in einem Land verteilt ist und wie weniger mächtige Individuen eine ungleiche Verteilung von Macht akzeptieren und erwarten. In den USA ist der Wert relativ niedrig, in Deutschland liegt der Wert noch etwas darunter, was bedeutet, dass die Macht in Deutschland etwas gerechter verteilt ist. In der nächsten Dimension, dem Individualismus, welcher ein Index für die Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Ich-Erfahrung des Individuums ist, erzielen beide Sehr hohe Werte, jedoch liegt hier die USA nochmal weit vor den Deutschen, was bedeutet, dass es sich bei der USA um eine fast gänzlich individualistische Nation handelt, während in Deutschland Kollektive eine etwas höheren Status haben. Bei der Maskulinität, welches ein Maß für die Dominanz "männlicher Werte" (hoher Index) und "weiblicher Werte" (niedriger Index) ist, gleichen sich die Staaten. Hier liegt der Wert von Deutschland knapp über dem der USA. Insgesamt liegt der Wert bei beiden relativ hoch, was darauf schließen lässt, dass "männliche Eigenschaften" wie Konkurrenzbereitschaft oder Selbstbewusstsein gegenüber "weiblichen" wie Fürsorglichkeit, Kooperation und Bescheidenheit dominieren. Bei der Ungewissheitsvermeidung steht ein hoher Index für viele Gesetze, Richtlinien und Sicherheitsmaßnahmen und ein emotionales Volk, ein niedriger Index hingegen für weniger Regeln und Phlegma. Deutschland erreich hier einen deutlich höheren Wert, während die Amerikaner einen etwas unterdurchschnittlichen Wert erzielen. Der sehr hohe Index in der Dimension Pragmatismus bei den Deutschen lässt darauf schließen, dass sich diese besonders auf Sparsamkeit und Beharrlichkeit konzentrieren, wohingegen der Wert bei den US-Amerikanern sehr niedrig ausfällt. Weniger pragmatische Nationen werden als flexibel und egoistischer beschrieben. Bei der letzten Dimension, der Nachgiebigkeit, weist Deutschland einen niedrigen Werte auf, was darauf schließen lässt, dass sie sich ungern beherrschen lassen, die US-Amerikaner sind dabei deutlich nachgiebiger und kompromissbereiter.

In beiden Ländern ist die Macht eher gleichmäßig verteilt und "männliche Werte" dominieren, bei den US-Amerikanern stehen Individualismus und Kompromissbereitschaft an oberster Stelle, wohingegen Pragmatismus und Ordnung wichtig für die Deutschen sind. Die Eigenschaften beider Nationen sind zwar nicht konträr zueinander, können jedoch auf langer Sicht zu Konflikten führen und das Verschmelzen der deutschen und US-amerikanischen Kultur behindern.

Transkript

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Befragte: Dagmar, 52 aus Augsburg. 13 Jahre zusammen mit Ronald (USA), davon 3 Jahre verheiratet, kennengelernt in der Sheridan-Kaserne in Augsburg. Haben in Augsburg, Nürnberg und Florida gelebt.



Also, die erste Kategorie sind die Essgewohnheiten, und da würde ich gerne wissen, ob es eine dominierende Kultur gab, also entweder die deutsche oder die amerikanische Kultur. Und wenn ja, wieso?

Also bei uns gab' s hauptsächlich deutsches Essen, weil mein Mann die deutsche Küche geliebt hat und deswegen wurde bei uns eher deutsch gekocht.

Gab es bestimmte Zeiten zu denen ihr gegessen habt?

In unserem Fall nicht, weil wir beide berufstätig waren und da hat sich des unterschiedlich.. also eher gegen Abend und auf Frühstuck wurde nicht so viel Wert gelegt und Mittag auch nicht. Also eher abends.

Ok, haben sich die Essgewohnheiten mit Beginn der Ehe geändert?

Nein.

Hast du die amerikanische Esskultur auch kennengelernt?

Ja, die hab ich natürlich in Florida am ehesten kennengelernt, weil da gab' s ja ned so viele deutsche Grundnahrungsmittel, die man dort kaufen konnte und es wurde doch eher amerikanisch gekocht. Vor allen Dingen durch die Familie von meinem Mann konnte ich da reinschnuppern in die amerikanische Esskultur.

Und was habt ihr unter der deutschen Esskultur verstanden? Was war typisch deutsch, was ihr gegessen habt?

Ja, Schnitzel, Knödel, Kartoffelbrei, solche Sachen, die halt typisch deutsch sind.

Auch das gemeinsame am Tisch essen?

Eher nicht, weil wir uns nach der Arbeit nicht.. also es gab keine festen Essenszeiten. Wer kam hat gegessen, es wurde gekocht und wer 'was gewollt hat, hat sich dann was genommen. Das geregelte Deutsche Frühstück, Mittag, abends zusammen am Tisch, das gibt’ s bei mir seitdem nicht mehr.



Ok, die nächste Kategorie ist die Kommunikation. In welcher Sprache wurde daheim gesprochen und warum?

Immer Englisch! Immer Englisch, weil für mich war' s gut es zu lernen und mein Mann war leider zu faul Deutsch zu lernen. Er hat gesagt, er kommt so überall durch, auch in Deutschland, und darum hat er des ned für Nötig gehalten, dass er Deutsch lernen musste. Mit den Jahren hat er sich dann natürlich einige Brocken angeeignet.

Gab es zwischen euch Verständnisschwierigkeiten?

Never! Nie!

Missverständnisse durch falsche Übersetzungen?

Ja, anfangs schon, aber des hat sich dann durchs nähere Kennenlernen ergeben und mein Englisch war dann schon so gut, dass ich des immer so umschreiben konnte, dass es richtig rübergekommen ist.

Gab es Verständnisschwierigkeiten mit außenstehenden Personen?

Doch, mein Ehemann sag ich mal, war es von der Sprache her schon schwierig im Umfeld, aber er hat sich dann mit Händen und Füßen durchgesetzt, also sein Ergebnis hat er immer gekriegt. Auch wenn' s mal schwierig war.



Wie sieht es mit der Familie aus. Habt ihr die Familien öfters besucht im Heimatland, und wenn ja, wie oft?

Also insgesamt war ich mit meinem Mann dreimal bei seiner Familie und bei meiner Familie in Deutschland einmal zu Besuch. Ich war nicht so lang in Amerika.

Wie lange warst du in Amerika?

Zwei Jahre auf den Tag genau.

Kam es bei den Besuchen zu Konflikten? Wegen Kommunikation oder vielleicht Wertvorstellungen?

Nein.

Nein?

Nein.

Gab es auch Feste die zusammen gefeiert wurden?

Ja!

Mit den Familien?

Mmh, ja. In Amerika der 4.Juli, in Deutschland Weihnachten, in Amerika Thanksgiving, im November.

Wie wurde der Partner bei der Familie aufgenommen? Gab es Vorurteile?

Gar keine! Gott sei Dank!

Gab es Erwartungen wie sich der Partner im Heimatland verhält?

Ne.

Hast du von ihm erwartet, dass er auch Deutsch spricht?

Also ich nicht. Aber mein Umfeld schon. Meine Familie, das Umfeld, glaube ich schon, dass die das erwartet hätten.

Konnten die dann auch mit ihm kommunizieren?

Ja, auf Englisch halt.

Ok, und wie sah es mit der Gleichberechtigung im Heimatland deines Mannes aus. Warst du als Frau auch immer gleichberechtigt oder musstest du dich unterordnen?

Innerhalb meiner Ehe war ich gleichberechtigt, außerhalb hab ich gemerkt, jetzt arbeitstechnisch und so weiter, wurde ich nicht als gleich angenommen, sondern weiter unten. Eher wie die Kubaner.



Wie waren die Rollen in der Ehe verteilt? Über das Thema Beruf haben wir ja schon ein bisschen geredet, wie sah es beispielsweise beim Haushalt oder Kindern aus?

Also das Meiste lag schon an mir, aber nach einigen Streitigkeiten war des bei 50:50. Man hat die Aufgaben dann gerecht verteilt, aber Entscheidungen hat man meistens zu zweit getroffen. Ja, war bei mir eigentlich ziemlich gleichberechtigt.

Und hast du das Gefühl, dass der Partner gut in die deutsche Kultur integriert wurde?

Nein. Er hat alles mitgemacht, aber es war ihm schon zeitweise unangenehm oder zu umständlich oder lästig unseren ganzen Gepflogenheiten nachzuvollziehen. Das war einfach nicht möglich.

Und wie hast du dich in die amerikanische Kultur integriert gefühlt?

Einfach. Einfach und auch gut, ich hab des eigentlich sehr genossen.

Hast du jetzt noch Kontakt zu dieser Kultur?

Leider nicht mehr.

Abgesehen von der Sprach und vom Essen, gab es da eine Kultur die eher dominiert hat, z.B. bei der Freizeitgestaltung, dass man mal was typisch Deutsches oder was typisch Amerikanisches unternommen hat (Fernsehen)?

Also typisch Amerikanisch war wohl, dass äh.. also für mich war es typisch amerikanisch, das viele Sportmachen vom Ehemann, wo die Frau dann dabei ist. So wie bei uns Fußball und Fußballehefrauen war ich halt Basketballehefrau. Und war da sehr mit eingebunden in dem Ablauf. Aber typisch Deutsch.. Doch, typisch Deutsch in Florida war, dass mein Mann anfing mit mir Baden zu gehen, weil das kannte er nicht. Ja, aber das war vielleicht meine Vorstellung, typisch Deutsch eigentlich nicht. Weiß ich nicht genau. Aber wir haben nie Probleme damit gehabt, es hat sich ganz gut ergänzt. Typisch so oder typisch so – des hat sich so vermischt. ..also im eigenen Land merkst du deine eigene Kultur nie so, als wenn du im Ausland lebst und da von einer anderen Kultur umgeben bist. Da merkst du erst, wie deutsch du bist, in meinem Fall. Es lässt sich nicht verleugnen, dass hab ich in Amerika gemerkt.

Hast du manche amerikanische Eigenschaften noch beibehalten?

Angenommene Eigenschaften sind auf jeden Fall, dass ich seitdem ich die Kultur kennengelernt habe, der Fernseher den ganzen Tag nebenbei läuft.

Also würdest du auch sagen, dass es gar keine Schwierigkeiten gab zwischen euch wegen diesen verschiedenen Kulturmerkmalen.

Gar nicht.

Gab es sonst Konflikte zwischen Deutschen und Amerikanern?

Ja, also ein bissl Rassismus. Und zwar von der Ethnie von meinem Mann, der war Schwarzamerikaner und von dem Umfeld, von den Schwarzamerikanern, immer bis sie herausgefunden hab, dass ich keine weiße Amerikanerin bin, sondern bis sie herausgefunden, dass ich Deutsche bin, war es manchmal ziemlich unfreundlich. Wenn dann rausgefunden wurde, ich bin Deutsch, war es dann anders. Aber als weißer Ami in der schwarzen Gesellschaft, war ich nicht gern gesehen.

Und die abschließende Frage, welche Vorteile siehst du bei einer binationalen Ehe?

Die Vorteile sind, dass man toleranter wird, man stellt sich einfach auf mehrere Sachen ein, man kriegt ein größeres Verständnis, man wird weltoffener, würde ich sagen, weil man interessiert sich nicht nur für den einen Menschen sondern für die ganze Kultur, das ganze Land und wie es auch in der Weltgeschichte darsteht. .. Man lernt voneinander, ich finde es eigentlich ganz gut wenn man das mal erlebt hat! Viele Ehen scheitern allerdings an diesen beiden Kulturen meiner Erfahrung nach, weil ein Partner den anderen zu seiner Kultur überzeugen möchte, überreden möchte, quasi den Ehepartner zum eigenen Landsmann zu machen und das geht einfach nicht! Man muss die Mentalität akzeptieren, auch die Gepflogenheiten oder man lässt es. Man muss es akzeptieren und respektieren!

Gut, dann bedanke ich mich für dieses Interview!

Bitteschön!

Ergebnis

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In der Ehe haben beide Partner typische Merkmale der Kultur des Ehegatten übernommen, womit die Hypothese, bezogen auf dieses Ehepaar, bestätigt werden kann. Während Dagmar die US-amerikanische Kultur bereitwillig und unklompliziert adaptiert hat, fiel es ihrem Ehemann Ronald schwerer, sich an die deutsche Kultur zu gewöhnen.

Bei der Esskultur gibt es die erste deutliche Anpassung, da nach Aussage der Interviewten die deutsche Esskultur die dominierende war. Ronald hatte hier keine Schwierigkeiten, da er die deutsche Küche geliebt hatte und somit freiwillig einen Teil der deutschen Kultur übernommen hat. Aber auch Dagmar konnte durch den Aufenthalt in den Vereinigten Staaten und die Familie von Ronald die amerikanische Esskultur kennenlernen, was jedoch auch durch das Fehlen deutscher Grundnahrungsmittel bedingt ist. Seit der Ehe existiert die geregelte Reihenfolge der Mahlzeiten für Dagmar nicht mehr, welche durch die Arbeitssituation des Ehepaares begründet war.

Sowohl in den Aufenthalten in Deutschland und den USA wurde nur Englisch gesprochen. Dagmar beherrschte dies bereits vor der Ehe und hat durch Kommunikation mit Ronald, seiner Familie und den Menschen in Amerika einiges dazuglernt, wohingegen Ronald nicht die Nötigkeit gesehen hat die deutsche Sprache konsequent zu lernen, sich jedoch durch das Leben in Deutschland einige Brocken angeeignet hat. Er hat sich auch mit Händen und Füßen verständigt um sein Ergebnis zu erzielen. Verständnisschwierigkeiten gab es laut der Befragten eigentlich nie, nur zu Beginn der Ehe wurden Dinge seltener missverständlich übersetzt, was sich im Laufe der Ehe erübrigt hat.

Die Familien beider Ehepartner wurden eher selten besucht, jedoch kam es nie zu Konflikten bei den Besuchen. Weder gab es Vorurteile, noch Erwartungen wie sich der Partner im Heimatland verhält, nur die Familie von Dagmar hat von Ronald erwartet, dass dieser Deutsch lernt, sie waren dennoch in der Lage mit ihm auf Englisch zu kommunizieren. Auch wurden typisch US-amerikanische Feiertage wie der 4.Juli (Unabhängigkeitstag der USA) oder Thanksgiving mit der Familie in Amerika gefeiert, in Deutschland Weihnachten. Dagmar berichtete, dass sie in der Ehe gleichberechtigt war, arbeitstechnisch jedoch nicht als gleichwertig angenommen wurde.

Die Aufgaben und Rollen wurden gleichmäßig verteilt, es gab keine klare Rollenverteilung. Ronald wurde, nach Meinung von Dagmar, nicht in die deutsche Kultur integriert, da er sich mit diversen Kulturmerkmalen nicht identifizieren konnte, aber das Meiste dennoch mitmachte. Dagmar fühlte sich gut integriert in die US-amerikanische Kultur hat aber keinen Kontakt mehr zu dieser. Es gab typisch deutsche und typisch amerikanische Freizeitaktivitäten die das Paar unternommen hatte, so bezeichnete sie den Basketballsport und ihre Rolle als Spielerfrau als US-amerikanisch, während sie das Baden gehen, das Ronald in dieser Form zuvor nicht kannte, als deutsche Aktivität. Sie beschrieb die Freizeitgestaltung als eine Mischung, da sich beide Kulturen hier gut ergänzt haben Sie meinte, dass man seine kulturelle Identität erst richtig im Ausland bemerkbar mache. Als übernommene amerikanische Eigenschaft gab sie, das ständige Laufen lassen des Fernsehers an. Auf die Frage hin ob es Konflikte zwischen Deutschen und Amerikanern gab, erzählte sie, dass sie als Weiße nicht gern an der Seite eines Schwarzen gesehen wurde, bis sich herausstellte, dass sie keine weiße Amerikanerin sondern eine Deutsche ist. Als Vorteile einer binationalen Ehe sieht sie das Kennenlernen einer neuen Kultur und die Bedeutung von Toleranz, Akzeptanz und Respekt.


Resümierend kann man sagen, dass Dagmar vollständig in die amerikanische Kultur integriert wurde, da sie die Sprache vollständig beherrscht, amerikanische Feste gefeiert hat, amerikanische Kulturmerkmale übernommen hat, in den USA gelebt hat und auch amerikanisches Essen kennengelernt hat, sowie die Mentalität und Eigenschaften der Amerikaner akzeptiert hat. Dies alles tat sie bereitwillig ohne Druck seitens des Mannes oder des Umfeldes. Bei Ronald hingegen hat die Integration nur teilweise funktioniert, was aber insbesondere daran lag, dass er sich nicht bemühte die deutsche Sprache zu lernen und Eigenschaften der Deutschen zu verstehen, wohingegen er die deutsche Esskultur gerne adaptierte und trotz aller Divergenzen bei allen Aktivitäten beteiligt war. Da er mehrere Jahre in Deutschland lebte, hat er einige deutsche Charakteristiken übernommen. Bei genauer Betrachtung der Ehe stellt man fest, dass keiner der Partner die eigene Kultur aufgegeben hat und viele kulturspezifische Merkmale in die Ehe miteingebracht hat, welche sich insgesamt gut ergänzten. Unter Berücksichtigung dieser Punkte kann man auf das Synthesekonzept schließen, da bedeutsame Elemente beider Kulturen zu einer neuen Gesamtheit verschmolzen sind und keine Kultur wirklich dominierend war.

Interview 3 (Italien 1) (M. Tucker)

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Erwartungen

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Vergleich Deutschland - Italien (Hofstede)

Um mögliche Unterschiede in der deutschen und italienischen Kultur zu erkennen, werden die Kulturdimensionen Deutschlands und Italiens im Modell von Geert Hofstede miteinander verglichen. Das Modell betrachtet dabei die Dimensionen, die für den nördlichen Teil Italiens, woher der Proband stammt, typisch sind. Als Nachbarländer weisen Deutschland und Italien hauptsächlich Gemeinsamkeiten jedoch auch ein paar grundlegende Unterschiede auf.

Die erste Dimension ist die Machtdistanz, die ein Maß dafür ist wie die Macht in einem Land verteilt ist und wie weniger mächtige Individuen eine ungleiche Verteilung von Macht akzeptieren und erwarten. In Italien ist der Wert relativ ausgeglichen, in Deutschland liegt der Wert etwas darunter, was bedeutet, dass die Macht in Deutschland etwas gerechter verteilt ist. Auch in der nächsten Dimension, dem Individualismus, welcher ein Index für die Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Ich-Erfahrung des Individuums ist, liegen die beiden Staaten nah beieinander und weisen einen hohen Wert auf, der besagt, dass zuerst das "ich" vor dem "wir"kommt. Auch bei der Maskulinität, welches ein Maß für die Dominanz "männlicher Werte" (hoher Index) und "weiblicher Werte" (niedriger Index) ist, gleichen sich die Staaten. Auch hier liegt der Wert von Italien wieder etwas über dem von Deutschland. Insgesamt liegt der Wert bei beiden sehr hoch, was darauf schließen lässt, dass "männliche Eigenschaften" wie Konkurrenzbereitschaft oder Selbstbewusstsein gegenüber "weiblichen" wie Fürsorglichkeit, Kooperation und Bescheidenheit dominieren. Bei der Ungewissheitsvermeidung steht ein hoher Index für viele Gesetze, Richtlinien und Sicherheitsmaßnahmen und ein emotionales Volk, ein niedriger Index hingegen für weniger Regeln und Phlegma. Beide Länder ereichen auch hier recht hohe Werte, jedoch liegt auch hier Italien wieder etwas höher. Der sehr hohe Index in der Dimension Pragmatismus bei den Deutschen lässt darauf schließen, dass sich diese besonders auf Sparsamkeit und Beharrlichkeit konzentrieren, wohingegen der Wert bei den Italienern auch noch überdurchschnittlich ausfällt. Weniger pragmatische Nationen werden als flexibel und egoistischer beschrieben. Bei der letzten Dimension, der Nachgiebigkeit, weisen beide Länder sehr niedrige Werte auf, sie lassen sich ungern beherrschen, die Italiener sind dabei noch etwas weniger nachgiebig und kompromissbereiter als die Deutschen.

Insgesamt betrachtet lässt sich feststellen, dass es sich bei bei Italien und Deutschland um individualistische, pragmatische Länder mit einem eher gleichberechtigten Volk, in denen männliche Werte dominieren, handelt. In beiden Ländern sind Regeln und Gesetze von Bedeutung und die Menschen handeln selbstbestimmt und wollen über ihr Leben bestimmen. Innerhalb der Kulturdimensionen unterscheiden sich die beiden Länder nur in Nuancen, weswegen man darauf schließen kann, dass das Aufeinandertreffen dieser beiden Nationalitäten kulturell keine große Hürde darstellen sollte.

Transkript

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Befragte: Heidi, 61 aus Augsburg. Zusammen mit Pasquale (Italien) seit 12 Jahren, davon 5 verheiratet, kennengelernt in einem italienischen Lokal in Augsburg.



Die erste Kategorie sind die Essgewohnheiten, dazu möchte ich wissen welche Kultur bei euch die dominierende ist, die deutsche oder die italienische?

Auf jeden Fall die italienische! Erstens, weil es gut ist und weil mein Mann kocht.

Ok, wie oft und zu welchen Zeiten esst ihr dann?

Also, wir essen einmal am Tag, einmal richtig am Tag und zwar abends. Und Frühstuck, normales italienisches Frühstück, heißt Milchkaffee mit Croissant oder Marmeladenbrot und Nutellabrot.

Und inwiefern haben sich die Kulturen bei dir und deinem Mann verändert in der Ehe?

Dass ich, also im Gegensatz zu jetzt, früher eher unregelmäßig gegessen hab, genau und früher war Pasquale in seinem Lokal beim Essen. Und jetzt essen wir halt zu Hause.

Und was versteht ihr unter der deutschen Esskultur und spielt diese auch eine Rolle in eurer Ehe? Esst ihr auch mal Deutsch?

Wir essen mal ab und zu Deutsch, aber dann gehen wir irgendwo in ein deutsches Lokal zum Essen, weil ich nicht koche.



Dann geht' s weiter mit der Kommunikation. In welcher Sprache wird daheim gesprochen und wieso?

Also, wir sprechen hauptsächlich.. Ne, wir sprechen die volle Mischung. Eigentlich sollten wir nur Deutsch sprechen, damit Pasquale sein Deutsch verbessern kann, aber da ich natürlich auch ganz viel Lust habe die italienische Sprache zu sprechen, insofern ist des ein volles Mischmasch. Meistens fang ich an Italienisch zu sprechen und mein Mann antwortet in Deutsch.

Gab es oder gibt es noch Verständnisschwierigkeiten?

Die gibt es! Auf jeden Fall.

Hast du da vielleicht ein Beispiel?

Es gibt ein Beispiel aus unserer Gastronomenzeit. Ich hab bedient, es wurde heiße Schokolade bestellt und ich hab eben heiße Schokolade geordert bei meinem Mann und er hat mir Eisschokolade gegeben, weil es eben im Italienischen kein „h“ gibt.

Danke, gutes Beispiel!

Wie gut hast du die Sprache vom Partner übernommen? Wie gut hast du Italienisch gelernt?

Auf jeden Fall gut dazu gelernt, natürlich auch durch des, dass ich bei der Familie von meinem Mann ab und zu bin, die alle nur ihre Muttersprache sprechen.

Hat er auch gut die deutsche Sprache gelernt?

Auf jeden Fall! Als ich ihn kennengelernt hab, es hat sich auf jeden Fall wesentlich verbessert. Schon.



Das hast du ja grad schon kurz angesprochen mit der Familie, besuchst du öfters die Familie von ihm? Wenn ja, wie oft?

Wenn' s möglich ist, leider ist es ein bisschen zu weit weg, die Familie, sodass es maximal einmal im Jahr ist, aber z.B. früher Freunde, also Freunde, die nicht ganz so weit weg wohnen, auch einmal im Jahr.

Kam es zu Konflikten bei den Besuchen? Wegen Kommunikation oder Interessen, Wertvorstellungen?

Überhaupt nicht! Überhaupt nicht! Da kann ich zum Beispiel auch ganz kurz was erzählen. Wir haben uns kennengelernt hier in Augsburg, und ich glaub zwei Monate später, zu seiner Familie, zu einer Hochzeit eines Neffen gefahren, wo eben alle da waren und da hat er zu mir immer gesagt: „Jetzt fahren wir nach Italien, wenn meine Mutter und meine Familie dich mag, dann können wir weiter zusammen bleiben (lacht).

Des war aber nicht ernst von ihm gemeint?

Nein, des war nur ein Spaß. Aber ich bin das erste Mal angekommen und auf der Hochzeit, haben die dann, weil sich alle so gefreut haben über mich, haben die das Lied „Heidi“ für mich gesungen, alle zusammen, „Eidi“, ohne „h“ (lacht). Habt ihr auch andere Feste gefeiert?

Ostern z.B., ganz wichtig. Ist ja auch immer die ganze Familie zusammen. Weihnachten nicht, weil des für uns nicht der Wert ist, aber Ostern ist eben von der Temperatur, von der Jahreszeit angenehm.

Gab es Erwartungen wie du dich in Italien verhalten sollst, musstest du was an deinem Verhalten ändern?

Ich durfte bleiben wie ich bin!

Gilt das auch für deinen Mann, hier in Deutschland?

Das gilt auch für meinen Mann!



Und hast du dich dann auch gleichberechtigt gefühlt in Italien? Gab es vielleicht als Frau Unterschiede?

Also ich hab' s jetzt nicht so empfunden, weil ich nur im Urlaub dort war. Aber ich könnte mir vorstellen, wenn ich da leben würde, würde ich des schon ein bisschen merken. Nicht extrem, aber es ist nach wie vor ein Patriarchat. Jetzt grad, wenn man mehr in den Süden geht. Sind die Aufgaben bei euch in der Ehe gerecht aufgeteilt? Wie sind die Rollen verteilt? Die sind eigentlich richtig aufgeteilt, aber manches Mal bin ich dann doch die Frau. Also ein ganz kleines bisschen weiter unten. Aber des ist ok, ich bin die Frau.

Wie verstehst du es dann mit der Frau, also eher auf den Haushalt bezogen oder..

Ne, also wenn bestimmte Sachen einfach.. Also Haushalt ok, machen wir zusammen, wenn ich es sag. Es gibt Sachen, wo ich einfach mein des ist so und mein Mann sagt dann ne. Und dann gilt meistens auch, aber des ist dann weil ich einfach keinen Stress haben will, des passt dann so.

Hast du das Gefühl, dass du gut in die italienische Kultur integriert wurdest?

Absolut! Assolutamente, si!

Und gilt das auch für deinen Partner?

Mmmhh.. Nein. Da fehlt' s ein bisschen. Ok, er lebt hier, er weiß, dass er hier ganz gut leben kann, aber jetzt bloß zum Beispiel, Fernseher schauen, nur italienisch, Lesen, nur italienisch, also er ist integriert aber bestimmte Sachen will er einfach auch nicht annehmen. Leider!

Hast du das Gefühl, dass er es nicht will oder, dass er es nicht kann?

Ja klar, er kann nicht, es ist eben einfach für ihn in Italienisch sich die Infos zu holen. Weil' s einfach schwierig ist für ihn, Deutsch richtig zu lesen, zu lernen.

Ok, abgesehen von der Sprache und vom Essen, unternehmt ihr Aktivitäten die eher typisch deutsch oder italienisch sind? Freizeitgestaltung etc.?

Schwierig.. Wir gehen Essen, das war' s. Wir gehen Essen, hauptsächlich Italienisch und ganz selten, ganz selten, dass wir auch mal Deutsch essen.

Und euer Umfeld ist das eher deutsch oder italienisch geprägt?

Ist eher deutsch. Paar Italiener, Afrikaner..

Schön multikulti!

Wir waren vorhin in der Jakobervorstadt, also ich bin es eben sowieso gewohnt, ich sag immer ich möchte da wieder leben, weil es einfach anders ist als hier (Haunstetten), es ist wirklich so, du siehst einfach andere Leute, andere Kulturen. Und ich liebe es, wenn die Türken auf der Straße sitzen, wenn die afrikanischen Frauen ihre Kinder rumtragen. Das ist einfach schön! Ich bin hier nicht richtig.

Welche Aspekte der unterschiedlichen Kulturen bereiten die größten Schwierigkeiten? Gibt es typisch deutsche Eigenschaften, die nicht kompatibel mit den italienischen sind, und umgekehrt?

Ne, da.. Es heißt ja immer die Italiener sind nicht so wirklich pünktlich, aber das kann ich von meinem Mann nicht sagen, weil er da typisch deutsch ist, was ich sehr positiv finde. Ne, dazu fällt mir nichts ein.

Also ergänzt sich das bei euch gut!?

Ja, aber es kann vielleicht auch daran liegen, dass ich eben nicht diese typische Deutsche bin. Ich bin auch eher offen.

Worin siehst du die Vorteile einer binationalen Ehe? Was ist positiv, wenn mehrere Kulturen aufeinandertreffen?

Ok, also das Kennenlernen der anderen Kulturen. Ich nehm jetzt einfach Italien in meinem Fall. Ich kannte Italien als Urlauberin und hab halt Italien inzwischen auch als Heimat kennengelernt, ich konnte die Familie, die Kultur kennenlernen. Ich konnte einfach Neues entdecken. Sehr positiv!

Definitiv! Dann bedanke ich mich für das Interview!

Ja gerne!

Ergebnis

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Beide Ehepartner wurden weitestgehend erfolgreich in die Kultur ihres Partners integriert, womit sich auch hier die Hypothese bestätigt. Während Heidi die italienische Kultur sehr gut angenommen hat, fällt es Paquale etwas schwerer sich in die deutsche Kultur einzuleben.

Die erfogreiche Integration in eine Kultur macht sich besonders bei den Essgewohnheiten bemerkbar, da hier die italienische die eindeutig dominierende ist. Das italienische Frühstuck mit Milchkaffee und Croissant oder Marmeladenbrot, die typisch italienischen Lebensmittel sowie die späten Essenszeiten sind Merkmale der italienischen Esskultur. Selten spielt die deutsche Esskultur, wenn sie ein deutsches Lokal besuchen. Seit Beginn der Ehe isst eher regelmäßig und zusammen mit Paquale zu Hause.

Daheim sprechen sie einen Misch aus Deutsch und Italienisch, meistens beginnt Heidi einen Satz auf Italienisch und Paquale vollendet diesen aud Deutsch, so sind beide in der Lage die Sprache ihres Partners zu lernen. Obwohl sie bereits viele Jahre zusammen sind, gab und gibt es weiterhin viele Verständnisschwierigkeiten, so erzählt Heidi von den Problemen der Italiener mit dem Buchstaben "h". Die italienische Sprache hat Heidi auch insbesondere durch den Kontakt mit der Familie von Pasquale in den Aufenthalten in Italien gelernt. Seitdem sich das Ehepaar kennengelernt hat, hat sich Pasquales Deutsch laut Heidis Aussage erheblich verbessert.

Ungefähr einmal im Jahr besuchen die beiden Pasquales Familie und Freunde in Italien, es gab keine Konflikte beim Aufeinandertreffen der beiden Kulturen. Heidi wurde sofort akzeptiert und bekam sogar ein Ständchen des Liedes "Heidi" von der italienischen Familie vorgetragen. Oft sind sie zur Osterzeit in Italien, da das Osterfest für die Eheleute von großer Bedeutung ist, wohingegen Weihnachten für Heidi und Pasquale keine Rolle spielt. Beide durften sich im Land des Partners so verhalten wie sie sind und mussten somit nicht ihre kulturelle Identität aufgeben. Heidi hat sich in Italien gleichberechtigt gefühlt, kann sich jedoch auch vorstellen, dass es im südlicheren Italien noch klare Rollenunterschiede gibt, da es sich immer noch um ein Patriarchat handle.

In der Ehe sind die Rollen größtenteils gerecht verteilt, jedoch gibt Heidi manchmal nach um Stresssituationen zu vermeiden. Sie fühlt sich absolut in die italienische Kultur integriert, während sie der Meinung ist, dass Pasquale nicht vollständig in die deutsche Kultur integriert ist, da er seinen Alltag hauptsächlich italienisch gestaltet und bestimmte deutsche Werte nicht annimmt. Sie glaubt, dass es ihm einfacher fällt sich auf italienisch zu informieren und kommunizieren. Das Umfeld der beiden besteht größtenteils aus Deutschen, jedochen stehen sie auch in Kontakt mit ein paar Italienern und Afrikanern. Heidi erwähnt, dass sie das Aufeinandertreffen der Kulturen, wie es in der Stadtmitte von Augsburg stattfindet, sehr genieße und wünscht sich aufgrund dessen einen Umzug dorthin. Eigenschaften der jeweiligen partnerspezifischen Kulturen stellen kein Problem dar, so erwähnt Heidi, dass Pasquale nicht, wie oft von Italienern behauptet wird, unpünktlich ist, sondern in diesem Punkt eher typisch deutsche Eigenschaften aufweist. Auch für Heidi sind unterschiedliche Kulturen keine Problem, da sie sich als offenen Menschen beschreibt. Als großen Vorteil einer binationalen Ehe gibt sie das Kennenlernen einer neuen Kultur an.


Abschließend betrachtet kann man feststellen, dass der Ehebund für eine Verschmelzung der Kulturen beider Ehepartner gesorgt hat. Pasquale hat durch das Leben in Deutschland automatisch ein Paar deutsche Eigenschaften angenommen, wenn er sich auch nicht mit allen anfreunden kann. Innerhalb der Ehe dominiert die italienische Kultur ein wenig, was sich insbesondere bei den Essgewohnheiten und der Freizeitgestaltung zeigen lässt, während die Sprache eine klare Fusion von Deutsch und Italienisch darstellt. Da die Ehe insgesamt betrachtet viele Merkmale der deutschen und italienischen Kulturen aufweist und keiner der Ehepartner seine kulturelle Identitär aufgeben musste, kann man hier von einem Synthesenkonzept ausgehen.

Interview 4 (Italien 2) (A. Schuster)

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Erwartungen

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Vergleich Deutschland - Italien (Hofstede)



Betrachtet man den Vergleich von Deutschland mit Italien im 6 Dimensionen Modell von Hofstede, so fällt auf, dass sich die beiden Länder in folgenden Kategorien weiterbestehend ähneln: Individualismus, Maskulinität und die Vermeidung von Unsicherheit. Die sich stärker voneinander unterscheidenden Kategorien sind demnach: Machtdistanz, Pragmatismus und Nachsicht.

Man darf jedoch bei der Betrachtung dieses Modells nicht vergessen, dass dieses nach dem Standart von Norditalien ausgerichtet ist. Das Modell für Süditalien unterscheidet sich hinsichtlich der Machtdistanz und des Individualismus. Der Interviewpartner stammt allerdings aus der Emilia- Romagna, was in diesem Sinne noch eher zu Norditalien gezählt werden kann.

Demnach müssten sich die Ansichten von Luca mit denen der Deutschen im Sinne von Individualismus, der Maskulinität und der Vermeidung von Unsicherheiten relativ decken. Auf der anderen Seite sollte eher eine dezentrale Regierung mit einer Aufteilung der Machtverhältnisse bevorzugt werden, die Menschen sind sehr pragmatisch eingestellt. Das heißt die Menschen dort passen ihre Traditionen sehr leicht an die veränderten Umstände an, sie haben einen Hang zur Sparsamkeit. Auf der andern Seite zeigt der niedrige Wert bei der Nachsicht an, dass Menschen aus diesem kulturellen Umfeld eher Probleme haben, positiv in die Zukunft zu schauen. Sie fühlen sich oft von sozialen Normen zurückgehalten und dass es falsch ist, sich selbst etwas Gutes zu tun.

In diese Sinne müsste sich Luca mit der Einfindung in die deutsche Kultur leichter tun als jemand, der aus einer deutlich abweichenden Kultur im Sinne des Modells von Hofstede kommt.

Transkript

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Befragter 1 B1: Luca, 28 Jahre alt, geboren in Cattolica, Italien

Befragter 2 B2: Nadine, 25 Jahre alt, geboren in Schwabmünchen

Kennengelernt vor 8 Jahren in Cattolica


Welche Kultur ist denn bei euch die dominierende, und warum.

B2: Ja es ist gemischt irgendwie, würde ich sagen. Also er... Ja er hat mehr Temperament halt, natürlich und ich hol ihn ab und zu dann wieder ein bisschen runter (lacht). Deswegen würde ich wirklich sagen, ist es wirklich so ein gemischtes Ding, oder?

B1: Ja.

Ok. Hat das auch irgendwie nen Einfluss auf euer Essen, wenn ihr zuhause esst. Also esst ihr mehr Italienisch...

B1: Ja.

B2. Ja.

B1: Nudel.

B2: Also ich ess...

B1: Auf jeden Fall...

B2: Auf jeden Fall mehr Nudeln als vorher (lacht)

B1: Fisch. Also viel mehr Fisch. Viel mehr gesunde Essen.

B2: Ja, auf jeden Fall.

B1: wenig Butter.

B2: Mhm. (zustimmend)

B1: weniger Wurst B2: (lacht) B1: Ja. Ok. Hatte das auch Einfluss auf eure Essenszeiten? Weil in Italien isst man doch oft auch später. B2: Das stimmt. B1: Jein

B2: Also sagen wir mal so, ich hab früher, also bevor ich ihn noch nicht kannte, früher gegessen. Also zwischen 17 und 18 Uhr eigentlich. Und jetzt eigentlich so, also je nach dem, unter der Woche zwischen 19 und 20 Uhr

B1: Ja, aber das ist wegen der Arbeit.

B2: Ja.

B1 und B2: Aber allgemein am Wochenende...

B2: ... essen wir auch später.

B1: Also wenn ich Hunger habe am Sonntag dann esse ich auch um 18 Uhr wie die Deutschen, das kommt ganz drauf an.

B2: Aber meistens ein bisschen später.

B1: unter der Woche, keine Ahnung, 19, 20 Uhr.

B2: Ja, ja


Also würdet Ihr schon sagen, dass sich das verändert hat, seit ihr euch kennt.

B2: Ja, doch.

B1: Ja.


Alles klar. Und spielt die deutsche Esskultur bei euch auch eine Rolle?

B2: Hm... Also wir essen natürlich auch Deutsch, aber seltener.

B1: Ja, aber ist trotzdem gut.

B2: Ja, natürlich. Aber...

B1: Mir zu, is mir zu schwer.

B2: Mit den Soßen und so. (lacht)

B1: Ja, stimmt.


In welcher Sprache wird daheim gesprochen und warum? Also ihr sprecht ja...

B2: deutsch.

B1. Ja

B2: Genau.


Und hattet ihr irgendwie am Anfang irgendwie Verständigkeitsschwierigkeiten?

B2: Hm, also anfangs haben wir nur Englisch gesprochen. Also er konnte kein Deutsch, ich konnte kein Italienisch

B1: Aber ich hatte eine gute Lehrer gehabt. Also viele Freunde, ja mit dir, mit Domi, mit deinem Bruder, mit deiner Mum. Aber am Anfang war nur Englisch.

B2: Ja.


Und habt ihr dann die Sprachen voneinander gelernt gegenseitig?

B1 und B2: Ja

B1: Ja Deutsch von dir bissel weniger, aber von deiner Mum und von Freunde scho.

B2: Ja.


Hast du dann auch Italienisch gelernt?

B2: Ja.

B1: Ja. Sie hatte eine gute Lehrer.

B2: (lacht)

B1: Nee sie hat wirklich gut. Aber du hast scho...

B2: Ja doch, ja.

B1: Da bei den Bubis habt´s ihr immer...

B2: (lacht)


Und wie schaut´s mit Besuchen in deinem Heimatland aus?

B1: Jedes Jahr. Zwei Mal.

B2: Also meinst du wenn die her kommen?

B1: Nee, wenn wir...

Ja genau, also was ist wenn du fährst.

B2: Also ich würde sagen zwischen zwei und drei Mal mindestens. Ja.

B1: Ja.

B2: Das wir runter fahren nach Italien.

B1: Also wir fahren auch jeden Fall. Du etwas weniger wegen Urlaub, aber ja, zwei, drei Mal im Jahr scho.

B2: Ja.

Ok. Und kommt´s dann dabei auch irgendwie zu Konflikten. Also im Sinn von unterschiedlichen Interessen oder Wertvorstellungen oder bei der Kommunikation.

B2: Gar nicht.

Gar nicht?

B2: Nein

Also ihr seid, du bist da auch gut integriert worden...

B2: Ja.

... in der Familie?

B2: Ja, doch. Auf jeden Fall. Von Anfang an. Von Anfang an.

B1: Ja, aber nicht nur mit Familie, mit alle.

B2: Mit Freunden auch.

B1: Mit hier.

B2: Ja, doch.

B1: Ihr seid nett.

B2: (lacht)

B1: Ja, es ist so. Hat mir gut, wie ich sagen kann... gleich Liebe gehabt miteinander, weißt wie ich mein? Ihr wart nett mit mir, ich wart nett mit denen

B2: Also offen, sehr offen.

B1: Ja


Wie schaut´s denn mit Familienfeiern und Festen aus. Wie werden die denn bei euch gefeiert, oder wo und wie, wir macht ihr das.

B2: Also wir waren jetzt...

B1: Weihnachten bin ich daheim.

B2: Mhm (zustimmend)

B1: Außer letztes, vorletztes Jahr. Aber ich bin immer daheim. Immer.

B2: Aber dieses Jahr kommen...

B1: Dieses Jahr kommen meine Eltern.

B2: Genau.

B1: Aber ein Teil von meiner Familie muss ich immer sehen. Entweder alle, oder meine Eltern.

B2: (lacht)

B1: Das ist, ja, es ist mir ...

B2: Wichtig.

B1: Ja, es ist mir wichtig. Also so, kann ich nix sagen. Wie jeder, glaub ich.

B2: Ja.

B1: Ja, es ist so.


Wie wurdet ihr in der anderen Familie jeweils aufgenommen. Gab´s da irgendwie Vorurteile?

B2: Gar nicht. Überhaupt nicht. Also, von beiden Seiten eigentlich. Also seine Eltern, muss ich sagen, sind ziemlich ähnlich wie meine Eltern

B1: Sind die gleichen, sprechen nur andere Sprachen.

B2: Ja ist wirklich so! (lacht)

B1: Also von Kultur, von Mentalität, sind wirklich so.

B2: Ja, doch.

B1: Kann ich, also es ist ziemlich cool. Weil ziemlich offen...

B2: Ja.

B1: Ja für meine Eltern war etwas am Anfang schwieriger weil ...

B2: Klar!

B1: ... die Nadine könne noch nicht so richtig Italienisch. Aber mittlerweile muss ich sagen hat sie wirklich wirklich gut gelernt. Nicht von mir, sondern von meine Papa und meine Mum.

B2: Ja, aber halt immer mal wieder was aufgeschnappt.

B1: Aber sie kann richtig richtig, äh, ja wir haben überhaupt kein Problem.

B2: Ja, ja.

B1: Überhaupt kein Problem. Gar nix.


Erwartet ihr auch gewisses Verhalten. Also vor allem wenn ihr jetzt irgendwie nach Italien fahrt, erwartest du dann irgendwas von ihr? Dass sie sich irgendwie besonders verhält oder ist das einfach ganz normal?

B1: Sie bleibt einfach so wie immer sie ist und das ist immer gut, na. Nee, mhmhm. (verneinend)

Wie sind denn eure Rollen verteilt. So im Haushalt...

B1 und B2: (Lachen)

B1: Ich bin der Chef!

B2: Nee nee nee nee nee! (lacht) Also ich muss sagen, grad unter der Woche da koch meistens ich, aber ähm er kocht auch sehr gern und sehr gut. Also wir kochen dann auch öfters mal zusammen. Und ich muss sagen mit Putzen und so weiter, dass bin dann doch eher ich. (lacht)

B1: Aber ich helfe auch immer wenn du was brauchst.

B2: Aber... wenn ich ihn frag, dann hilft er schon auch.

B1: Unter der Woche habe ich wenige Zeit, wegen der Arbeit komme ich zu spät. Ansonsten, wenn ich Zeit hätte...

B2: Ja

B1: ... müsste sie nicht fragen. Fragen scho, aber kann ich schon machen.


Würdet ihr sagen, dass du jetzt vor allem in die deutsche Kultur gut integriert wurdest?

B1: Ja! Aber, weil ich deutsch reden kann. Am Anfang war etwas schwieriger. Aber nicht, weil ihr Deutsche mit mir komisch wart, aber war die Sprache am Anfang ein bissel schwer aber sagen wir mal so, erste halbe Jahr habe ich immer alles verstanden auf Deutsch, komischerweise, keine Ahnung. Aber irgendwann dann habe ich angefangen zum reden und dann natürlich irgendwann hat sofort geklappt.

B2: Was hier halt in Deutschland noch besser ist, muss ich sagen, dass halt jeder eigentlich Englisch spricht. Das war am Anfang für mich muss ich sagen bisschen schwierig in Italien, weil ähm...

B1: Wir sind sehr bekannt für unser Englisch!

B2: ... seine Eltern, seine Freunde und Familie konnten halt überhaupt kein Englisch. Von dem her war´s halt für mich sehr schwierig, für ihn ein bisschen einfacher, weil hier wirklich jeder Englisch spricht. Aber...

B1: Ja bei uns auch. Meine Kumpels auch, aber von 30 Kumpels, gute Freunde das ich habe, meine Clique, die hatten von 30... 3 gut Englisch reden können...

B2: ... und der Rest eigentlich gar nicht.

B1: Den Rest meine Eltern, meine Papa kann nur Dialekt eigentlich. Und meine Mum kann ein bisschen Deutsch, sie kann´s verstehen.

B2: Ja.

B1: Nee, aber jetzt geht schon.

Und dominiert eine Kultur bei euch? Jetzt abgesehen von Sprache und Essen. Also wie schaut´s aus zum Beispiel mit Fernsehen. Schaut ihr da italienisch oder deutsch, oder bei der Freizeitgestaltung?

B1: Italienisch nie.

B2: Nee.

B1: Gar nix. Weil ich schaue sowieso wenig fernsehen, wenn dann nur Fußball und ein paar Filme auf Sky.

B2: Ja

B1: Ansonsten...

B2: Ich muss sagen, also es hält sich die Waage, glaub ich. B1: Ja. Ich habe immer die Fernbedienung in der Hand... B2: (lacht) B1: ... auch wenn ich nicht brauch. Aber wir schauen immer was, ja, das ist kein Problem, glaube ich.

B2: Ja.

B1: Ich habe auch meine iPad, und wenn Fußball läuft kann ich auf dem iPad gucken.


Gibt´s irgendwie Aspekte bei den unterschiedlichen Kulturen, die irgendwie größere Probleme bereiten?

B2: Eigentlich nicht. Nein.

B1: Zum Beispiel?

Ja gib´s irgendwas, wo ihr immer aneinander geratet, das wäre jetzt zum Beispiel bei der Hausarbeit wo du sagst: Nee, die Frau muss.

B2: Nee, eigentlich gar nicht. Oder? Hast du das was?

Oder wo du sagst: Oh, das ist typisch deutsch, das nervt mich total.

B1: Ja, natürlich.

B2: (Lacht)

B1: Das sag ich ned laut, aber scho. Ja.

B2: Was denn?

B1: Von dir oder allgemein?

B2: Ja von mir natürlich.

Ja, von ihr.

B1: Von dir! Ja von dir ned.

B2: Ok.

B1: Ja, ja, jein. Diese immer genau, immer Genauigkeit und alles immer sauber, alles immer in Ordnung.

B2: (lacht)

B1: Als Italienier bin ich, war ich noch nie so gewohnt, aber mittlerweile bin ich ja auch so. Find ich auch ganz gut. Weisch wir sind immer bissel mehr locker...

B2: (lacht)

B1: ... sagen wir mal so. Aber, ja. Das find ich aber mittlerweile auch ganz gut. Ja.


Und sehr ihr irgendwelche Vorteile dass ihr aus verschiedenen Kulturen kommt? Habt ihr da irgendwie davon profitiert?

B1: Ja, nur Vorteile. Ich seh nur Vorteile.

B2: Zum Beispiel?

B1: Zum Beispiel, jetzt red ich für mich selbst, bissel egoistisch...

B2: Ja, natürlich.

B1: ... ähm, ich habe eine neue Sprache gelernt. Und das ist richtig gut. Ich kann da mittlerweile drei Sprache, drei, dreieinhalb mit Spanisch und so. Äh, die Mentalität is a bissel von einer italienischen Mentalität auch ein bissel deutsch geworden, immer so sauber, immer so genau alles, immer pünktlich. War immer pünktlich gewesen, aber jetzt noch mehr. Und jetzt, wenn ich zukünftig denken würde, wenn du ein, wenn wir ein Kind haben würden, der hat gleich zwei Pässe, der kann gleich zwei Sprachen mit uns daheim reden, und es ist wirklich eine Vorteil. In die heutige Zeit, wenn du keine zwei Sprache kannst, oder sogar drei. Drei ist vielleicht übertrieben, aber wenn du nicht zwei Sprachen kannst, dann bist du... also mit der Arbeit kannst du nicht anfangen. Also mindestens Englisch, Deutsch musst du wissen, wenn du natürlich auch noch Italienisch hast, dann kannst du... Ja, ist mehr einfach wenn du in der Welt von der Arbeit bist, das geht einfach schneller halt. Und finde ich ganz gut. Ja, ich finde es ganz gut.

B2: Ja. Also was ich auch noch ganz gut find, ist dass, ähm, seine Eltern, oder sein Papa, ähm, hat halt auch gedacht, dass die Deutschen, ähm, sehr... wie soll ich sagen...

B1: Kalt

B2: Ja genau, kalt sind. Weil also weil die Sprache an sich halt komisch findet und...

B1: Kalte Sprache, es ist so.

B2: ... und weil er dachte, dass es hier auch, dass wir halt einfach nicht so nett sind.

B1: Freundlich. B2: Freundlich. Ja, genau. B1: Weil mein Vater ist noch nie, der war noch nie in andere Land. Er hat angefangen, vier, fünf Jahre zuvor.

B2: Ja. Aber mittlerweile, also...

B1: Ja er hat sehr sehr sehr die Wurzel. Der ist in Italien geboren, der ist in Italien groß geworden, der wird in Italien sterben. Alles was neu ist, ist einfach nicht anders, sondern scheiße. Und jetzt mittlerweile hat die Nadine kennen gelernt und hat die Kultur hier gelernt, wirklich. Und das war für mich auch ganz wichtig. Sehr wichtig. Weil sie muss, er muss wissen, auch meine Mum, woher die Nadine kommt, was sie macht, wo sie wohnt. Die Eltern von Nadine, Freunde. Und seit wir das gemacht haben, der kann nur gut über Deutschland reden. Auch über „Die Deutsche“. Es ist einfach toll. Also ich hab, nich kann nix sagen.

B2: Ja.

Ok, wunderbar. Dann seid ihr schon erlöst. Vielen Dank für das Interview!

Ergebnis

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Bei Luca hat eine Akkulturation stattgefunden. War er bis zu dem Kennenlernen von Nadine in seiner Heimat Cattolica fest in der kulturellen und sozialen Umwelt seiner Heimat Italien verwurzelt, so hat er sich sich seit seinem Umzug nach Deutschland in eine neue kulturelle und soziale Umwelt einfinden müssen.

Bei ihm hat dieser Prozess der Akkulturation allerdings auch freiwillig, aus Liebe zu Nadine, stattgefunden. Außerdem auch verknüpft mit einem hohen Maß an Freiheitsgraden. Sein Hineinwachsen in die neue Umwelt wird von Luca deutlich als Bereicherung empfunden und ist erfolgreich, im Sinne einer perfekten Integration in das neue Umfeld, absolviert worden. Er sagt auch selbst von sich, dass er sehr gut in sein neues Umfeld integriert wurde. Allen voran von Nadines Familie und von seinen neuen Freunden in seinem neuen Heimatort. Geht man die Stufen einer erfolgreichen Akkulturation Schritt für Schritt durch, so kann man auch als Außenstehender deutlich nachvollziehen, warum diese bei Luca erfolgreich ist.

Er hat einen großen Erfolg bei den Lernprozessen errungen, denn er spricht mittlerweile fließend Deutsch. Um die Erlernung der Sprache hat er sich auch schon vor seinem Umzug in Deutschland gekümmert. Denn schon vorher war Luca klar, dass der Start in das neue Leben mit guten Sprachkenntnissen deutlich einfacher ablaufen wird. Auch hat er sich eine ethnische Loyalität gegenüber der deutschen Kultur angeeignet, die er auch an seine Eltern, seine Familie und an die Freunde in der alten Heimat weiter gegeben hat. Vor allem diese beiden Punkte waren ihm auch am Wichtigsten, als er sich entschieden hat, für Nadine nach Deutschland zu kommen.

So ist er sich sicher, dass seine Integration mit deshalb so gut geklappt hat, weil er so gut Deutsch sprechen kann. Auch war es Luca wichtig, dass seine Eltern die Kultur seiner Freundin kennen und vor allem auch zu schätzen gelernt haben, da aufgrund der starken nationalen Bindung seiner Eltern, vor allem auch seines Vaters, an Italien ein eher weniger positives Bild den Deutschen gegenüber vorgeherrscht hat. Durch seinen Umzug nach Deutschland und auch durch dasKennenlernen von Nadine und ihrer Kultur wurde auch das Weltbild von Lucas Familie verändert. Denn nun sind sie nicht mehr beherrscht vom Bild des bösen Deutschen, sondern haben erkannt, dass auch Deutsche nette Menschen sein können. Also hat so gesehen die Beziehung zu Nadine nicht nur das Leben von den Beiden beeinflusst, sondern auch das Leben ihrer Familien und vor allem von Lucas Familie, die so gewissermaßen gezwungen worden ist, sich mit der fremden und eher argwöhnisch betrachteten deutschen Kultur zu befassen. Und im Nachhinein wurden alle Vorurteile den Deutschen gegenüber abgelegt und die deutsche Kultur sogar lieg gewonnen.

Auch hinsichtlich seiner Werte und Normen hat Luca bereits eine Veränderung in seinem Verhalten festgestellt. So gibt er zu, dass sich sein Denken und Handeln im Bezug auf für ihn "typisch deutschen Eigenschaften" geändert haben. So ist ihm zum Beispiel Ordnung, Pünktlichkeit und Sauberkeit mittlerweile viel wichtiger geworden, als es früher in Italien jemals für ihn war. Zwar haben diese Punkte auch schon zuhause in Italien für ihn eine Rolle gespielt, aber nun sind sie ihm so wichtig geworden, dass er sie gerne auch freiwillig selbst umsetzt.

Geht man nun danach, wie anderen Kulturen vom Individuum gesehen werden können, so spricht bei Luca sehr vieles für das Synthesekonzept. Denn ihm gelingt es, bedeutsame Elemente aus beiden Kulturen, der Deutschen und der Italienischen, zu einer Gesamtheit verschmelzen zu lassen. Er bevorzugt weder ausschließlich seine ursprüngliche italienische Kultur, noch nur die neue, deutsche Kultur. Aus beiden Kulturen werden wichtige Punkte, Rituale und Gewohnheiten gewonnen. Luca hat nämlich auf der einen Seite gerne und bereitwillig Normen und Werte aus Deutschland übernommen, wie bereits erwähnt Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit, die Sprache, doch werden auf der anderen Seite auch italienische Traditionen und Normen weiterhin gepflegt und ausgeübt, wie zum Beispiel das Festhalten an der italienischen Küche und den Essenszeiten, oder die Tradition, Weihnachten mit der ganzen Familie zu feiern.

Somit werden in der Beziehung von Luca und Nadine kompatible und bedeutsame Elemente aus beiden Kulturen zu einer Neuen verschmolzen. Dieser Umstand wird auch von beiden Partnern im gleichen Maße als positiv und auch als Bereicherung, auch für die späteren Kinder, angesehen. Doch nicht nur innerhalb des Familienbundes, sondern auch auf einer weiter gefassten Ebene wird dieser Umstand vor allem von Luca als Vorteil gesehen, zum Beispiel für die Arbeitsplatzsuche wird so das Potential des Einzelnen weiter optimiert.

Dadurch kann auf jeden Fall festgestellt werden, dass es Luca sehr gut gelungen ist, besonders passende Elemente aus beiden Kulturen zu einer neuen Ganzheit zu entwickeln. So wird auf der einen Seite in der Beziehung Pünktlichkeit und Ordnung gepflegt, aber doch in Verbindung mit der italienischen Lebensweise. Das Familienleben spielt sich einerseits mit der Familie von Nadine in Deutschland ab, jedoch nicht ohne auf die Weihnachtsfeiertage in Italien mit der Familie und den Freunden zu verzichten. Die Elemente werden auf das Gemeinsame hin ausgebaut und gepflegt.

Auf jeden Fall hat Luca aus der Begegnung mit der deutschen Kultur eine neue Qualität für sein eigenes Leben entwickeln können, vor allem hinsichtlich der Sprache, neu gewonnen "deutschen Tugenden", auf die er sehr stolz ist, und auf die perfekte Integration in das neue deutsche Leben. Luca hat sich eine eigene kulturelle Identität zu Italien erhalten, hat jedoch auch gleichzeitig eine positive interkulturelle Beziehung zu Deutschland mit seinen Werten, Normen und Traditionen aufbauen können.

Doch nicht nur auf Luca hatte der Umzug nach Deutschland einen großen Einfluss, auch Nadine wurde durch die Kultur von Luca beeinflusst. So hat sie zum Beispiel ihre Essgewohnheiten komplett umgestellt. Angefangen von den verschobenen Essenszeiten bis hin zu der Dominanz von italienischem Essen, welches zuhause gekocht wird. Ebenso hat sich ihr Urlaubsverhalten geändert. Sie fährt nun, so weit es ihre Urlaubstage im Jahr zu lassen, zwei bis drei mal im Jahr mit Luca zu dessen Eltern und Familie nach Cattolica. Außerdem spricht sie nun fließend Italienisch, was sie vorher nicht sprechen konnte. Dies ist nun für sie beide ein großer Vorteil, wenn sie nach Italien fahren. Auch für die Zukunft ist es ein schöner Aspekt für die beiden, denn sie wollen ihre Kinder zweisprachig erziehen, dass auch sie einen vollen Nutzen aus den unterschiedlichen Kulturen ihrer Eltern ziehen können. Dieser Vorteil soll sich im besten Fall auch bei der späteren Jobsuche nützlich machen. Trotz der vielen und deutlichen Veränderungen, die der andere kulturelle Hintergrund von Luca in ihr Leben gebracht hat, sieht auch Nadine nur Vorteile in dem Verbund einer binationalen Beziehung.

Abschließend kann auch jeden Fall festgestellt werden, dass sich bei diesem Beispiel die verschiedenartigen Enkulturationen gegenseitig in der Beziehung beeinflusst haben. Auf der einen Seite der deutsche Einfluss von Nadine hinsichtlich der Sprache, des neuen Wohnortes, der neuen "deutschen Tugenden", die Luca für sich entdeckt hat. Und auf der anderen Seite der italienische Einfluss von Luca im Bezug auf die Essgewohnheiten und den neuen Speiseplan von Nadine, im Bezug auf ihre Urlaubsreisen oder die neue Art von festem und wichtigem Familienzusammenhalt. Für beide jedoch ein Konzept voller Vorteile, mit dem beide glücklich sind.

Interview 5 (Hong Kong) (A. Schuster)

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Erwartungen

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Vergleich Deutschland - Hong Kong (Hofstede)


Betrachtet man das Modell nach Hofstede fällt sofort auf, dass sich die Länder Hong Kong und Deutschland in eigentlich allen Kategorien deutlich voneinander unterscheiden. Es muss jedoch auch berücksichtigt werden, dass der Interviewte in einer Zeit in Hong Kong gelebt hat, in der die Stadt noch eine britische Kronkolonie und keine chinesische Sonderverwaltungszone (ab 1997) war.

Geht man das Modell Punkt für Punkt durch, kann an gleich dein ersten Punkt der Machtdistanz erkennen, dass Menschen aus Hong Kong laut dem Modell geringen Wiederstand leisten, wenn Machthaber ihren Einfluss missbrauchen. Die Einzelnen werden von Sanktionen und Autoritäten beeinflusst. Hong Kong zählt als kollektivistische Kultur, daher handeln die Menschen eher im Interesse aller und nicht in ihrem eigenen. Es kommt zu wenigen Kontakten außerhalb fester, bereits bestehender Gruppen. Die Kommunikation wird indirekt geführt, es ist wichtiger, die Harmonie innerhalb der Gruppe aufrecht zu halten. Konflikte offen auszutragen liegt den Menschen dort fern. Bei der Maskulinität der Gesellschaft liegt Hong Kong nahe an Deutschland. Die Gesellschaft ist erfolgsorientiert und demnach auch danach ausgerichtet, dass Erfolg erlangt werden kann, wenn man auch hart genug dafür arbeitet. Auch die Leistungen in der Schule und Uni sind wichtig, denn nur so kann im späteren Leben Erfolg erlangt werden. Ähnlich wie in Deutschland. Geht es darum, Unsicherheiten zu Vermeiden, liegen die Bewohner Hong Kongs im unteren Drittel des Modells. Selbst die chinesische Sprache steckt voller Doppeldeutigkeiten und unterschiedlichen Sinnhaftigkeiten. Daher wird dieser Umstand einfach auf das normale Leben weiter übertragen. Im Gegensatz dazu ist die Bevölkerung sehr stark pragmatisch ausgerichtet, die Menschen verlagern die Traditionen in die Moderne, es wird viel gespart und investiert. Außerdem herrscht das Prinzip vor, dass es etwas falsches ist, sich selbst etwas Gutes zu tun. Auch die Freizeit hat mit 17 Prozent einen sehr niedrigen Wert und wird auch von sozialen Bräuchen und Normen gesteuert.

Im folgenden Interview ist es jedoch auch nicht ohne Bedeutung, dass der Interviewte nach deutsch- britischem Vorbild in einer ursprünglich deutschen Familie aufgewachsen ist. Und nicht nach chinesischem Vorbild in einer chinesischen Familie aufgewachsen ist. Daher muss man sich die Frage stellen, inwieweit das oben genannte Modell von Hofstede überhaupt eine Anwendung finden kann. Zum einen unter dem Aspekt der Entwicklung von Hong Kong von einer von China weitestgehend unabhängigen britischen Kronkolonie zu einer chinesischen Sonderverwaltungszone mit deutlich gewachsenem Einfluss aus China (plus einer deutlich höheren Population von sogenannten "mailand chinese"), zum anderen unter dem Aspekt der Zeit und den damit einher gehenden Veränderungen in der Stadt, die seit dem Leben des Interviewten in der Stadt und heute vergangen ist (also von 1978 bis 2014).

Transkript

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Befragter 1 B1: Anthony, 53 Jahre alt, geboren in Hong Kong

Befragter 2 B2: Siegrid, 53 Jahre alt, geboren in Stade

Kennengelernt 1984 in Hamburg, seit 27 Jahren verheiratet, zwei Kinder (25 und 23 Jahre alt)


Ok, dann kommen wir jetzt zum ersten Themenblock. Das sind die Essgewohnheiten.Welche Kultur ist denn die dominierendere und warum.

B1: Ja wir, ... die deutsche Esskultur.

B2: Ja, die deutsche Esskultur ist die dominierende, weil du mittlerweile schon so lange in Deutschland lebst.

B1: Ja

B2: Es gibt nur hin und wieder Affinitäten zu asiatischen Gerichten und zu besonderen Feiertagen müssen dann spezielle englische Gerichte zubereitet werden, wie Truthahn an Weihnachten. (schmunzelt)


Haben sich die Essgewohnheiten seit Beginn der Ehe geändert? Bei jedem gegenseitig oder nur bei einem?

B1: Nee, hat sich nichts geändert.

B2: Na, deine haben sich sicher geändert.

B1: Jaaa. Aber bis wir uns kennen gelernt haben war ich auch schon seit X Jahren in Deutschland. Und an für sich haben wir... da hat sich nichts geändert in dem Sinne. Es ist nur miteinander verschmolzen, die unterschiedlichen Richtungen, die wir da haben. Aber das ist, ja, nicht dass ich vorwiegend, sag ich mal, asiatisch koche. Sondern das, ähm, an für sich nichts.

B2: Mein Interesse an asiatischen Gerichten ist vielleicht größer geworden dadurch.

B1: Ja, das kann auch gut sein.

B2: Und ich hab mir, ja, verschiede, verschiedene Gerichte kennen gelernt. Ich muss auch sagen, dass das für mich schon so eine Art Kulturschock war, als ich das erste Mal in Hong Kong war. Da hat mich Tony in die richtigen chinesischen Restaurants mitgenommen, mit schmuddeligen Böden, mit Knochen drauf und so weiter. Und Anfangs wollte ich da gar nichts probieren, bis ich dann irgendwann doch, und da habe ich dann erst gemerkt, wie gut die richtige chinesische Küche im Vergleich zu hier ist. Und dann habe ich mir von dort auch Kochbücher mitgenommen. Und das war dann so der erste Kontakt zur asiatischen Küche.


Was verstehen Sie denn unter der deutschen Esskultur. Gibt’s vielleicht Sachen die so typisch deutsch sind, die vielleicht vorher nicht so bekannt waren.

B1: Nö.

B2: (lacht)

B1: Äh, an und für sich nicht. Weil wir kennen alle Gerichte hier, und in der Kindheit in Hong Kong haben wir auch die deutsche Küche kennen gelernt, in dem Sinne. Also da ist nichts Außergewöhnliches. Also man hat europäische Küche da kennen gelernt und auch gewusst wie die das... also nichts Außergewöhnliches in dem Sinne. Und da... es ist kein, kein... es war nichts Neues dann in dem Sinne.

B2: Ja, das sagst du. Ich weiß ja nicht. Ich hatte jetzt nicht den Eindruck, dass ihr da andauernd deutsch gegessen hättet.

B1: Nein, das nicht, aber man hat europäisch gegessen. Und ich sag mal, wenn du da in Asien bist, und du isst da europäische Gerichte, dann ist die deutsche Küche nichts mehr Besonderes in dem Sinne. Nicht so wie ein Chinese der erstmalig in Deutschland ist und der sieht Schweinshaxe oder so.

B2: Ja


Ok. Dann kommen wir zum nächsten Block, und das ist die Kommunikation. In welcher Sprache wird daheim gesprochen und warum?

B1: Kauderwelsch. Ja, wir sprechen nur deutsch.

Warum?

B1: Trägheit. Faulheit. (lacht) Das hat sich so ergeben, ja. Wir haben nie bemüht, uns da was weiß ich, die Kinder zweisprachig in dem Sinne zu erziehen oder auch mit ihnen zu sprechen.


Gab es Verständigkeitsschwierigkeiten am Anfang oder so?

B2: Nö, da nicht mehr. Also dein Deutsch war da ja schon recht gut, als wir uns kennen gelernt haben.

B1: Ja, im Schnitt so wie jetzt.

B2: Ein bisschen schlechter vielleicht auch. Aber nicht so, dass wir uns nicht verständigen konnten.


Wurde die Sprache vom Partner gelernt?

B1: Joa

B2: Also Englisch konnte man ja so oder so.


Komme ich später nach Hause, teile ich das meinem Partner mit? Wird der Partner im Alltag informiert oder berücksichtigt?

B2: Ich würde sagen ja.

B1: Ja

B2: Du sagst mir immer genau wann, wie du kommst und wenn´s mal später wird. Also so auch so Sachen im täglichen Umgang.

B1: Ach so, ja genau.

B2: Ich geh jetzt nicht davon aus dass das egal ist und ich gefälligst zu Hause zu warten habe.

B1: Nö, das nicht.


Dann komme ich jetzt zur Familie, Traditionen, Feste und Urlaube. Gibt’s Besuche im Heimatland? Und wenn ja, wie oft?

B1: An für sich nicht. Naja, so einmal, zwei, dreimal waren wir dann da, aber sonst gibt´s keine Familien-, also Heimaturlaube in dem Sinne.

B2: Nö, nur so lange deine Mutter noch da gelebt hat, sind wir da noch hingefahren.

B1: Ja, das ist, aber da, haben wir nie Heimaturlaub in dem Sinne gemacht. Also für mich ist hier Heimat.


Gab´s dann bei diesen Heimatbesuchen, kam´s da zu Konflikten also im Sinne von Kommunikation, Interessen und Wertvorstellungen? Das ist jetzt vielleicht eher interessanter mit der deutschen Kultur. Und wie der Partner aufgenommen wurde, ob´s da irgendwie Probleme gab.

B1: Nee, das gab´s nicht. Weil wir haben nur meine Mutter besucht, die in einer europäischen Art gelebt hat, sag ich mal. Und das ist nicht so, als ob man dann von, was weiß ich, von Deutschland nach China reingegangen ist in eine chinesische Familie oder so. Natürlich war der Umfeld chinesisch, aber das war wie Urlaub dann in dem Sinne.

B2: Also Konflikte gab es da nicht.

B1: Nee.


Gab´s da auch eine gewisse Erwartungshaltung, wie sich dann der Partner im Ausland zu verhalten hat?

B1: Nein.

Also irgendwelche Vorstellungen?

B1: Nee. An für sich nicht, weil ich da nicht in dem Sine im Ausland... oder andersherum. Wir haben wir Europäer im Ausland gewohnt. Und das ist kein anderer Kulturkreis dann in dem Sinne.

Also da war alles wie hier?

B1: Ja. Im Großen und Ganzen, ja. Oder?

B2: Mh. Naja, also alles, also das Umfeld...

B1: Ja, ja. Das Umfeld war schon was anderes, aber es war nicht so, was weiß ich, dass wir, oder ich aus einer chinesischen Familie komme oder so was.

B2: Nein, aber du hattest in deinem Freundeskreis damals ja auch noch Chinesen, die uns eingeladen haben und da hab ich mich am Anfang schon schwer getan. Sowohl mit dem Essen als auch mit dem, was die so von mir erwartet haben. Das war ein bisschen... aber das war eben schon das weitere Umfeld.

Und wie war da die Erwartungshaltung?

B2: Ähm, welche Erwartungshaltung. Das weiß ich jetzt gar nicht.

Oder welches Verhalten wurde denn erwartet. Also eher angepasster, oder...

B1: Nein, das nicht. Es ist ja nicht so...

B2: Nee. Das wurde nicht, ich glaube nicht, dass da was erwartet wurde. Es war eher meine Unsicherheit, dass die vielleicht was von mir erwarten.(lacht) Aber das war jetzt nicht so, dass ich da das Gefühl hatte ich werde dem Ganzen nicht gerecht.

Also ein bisschen anders war es schon.

B2: Mh, ja.


Gut. Wie sind denn die Rollen zuhause verteilt, so mit Haushalt oder bei den Kindern früher.

B1: Ja, das ist gleichmäßig aufgeteilt.

B2: (räuspert sich laut, schmunzelt)

B1: Naja der eine geht arbeiten, der andere passt auf die Kinder auf zuhause dann erst mal. Und später dann hast du dich ja dann mehr um die Kinder gekümmert als ich. Oder mehr Haushalt gemacht als ich. Aber man hatte weniger dass man jetzt sagt „Frau macht dies, Mann macht das“, sondern du hast es ja gemacht und ich hab viel gearbeitet. Also es ist keine Aufteilung wo man jetzt sagt, jetzt ist die Frau, jetzt hat die Frau nur am Herd zu bleiben, in dem Sinne.

B2: Nee. Ich hab das einfach mit gemacht, weil ich das mit meiner Arbeit besser vereinbaren konnte. Weil ich nicht den weiten Fahrtweg hatte, hab ich mich dann immer um Haushalt und Kinder gekümmert neben der Arbeit. Und praktisch das Familienleben gemanagt und organisiert.

Aber einfach weil es sich so ergeben hat.

B1: Ja. Es ist nicht dass es da...

B2: Also das hat jetzt keinen kulturellen Hintergrund und das Tony das von mir erwartet. Das hat sich so ergeben.

Ok. Gibt´s denn jetzt abgesehen von der Sprache und Essen vielleicht noch irgendwelche Faktoren, die man mitgenommen hat. Oder die man noch gerne pflegt. Also jetzt wie zum Beispiel bei Weihnachten, oder bestimmte Anlässe. Oder gibt´s irgendwelche Sachen, die man doch noch beibehalten hat.

B2: Tony hätte gerne, das wir Weihnachten am 25. feiern, so wie er das in seiner Kindheit erlebt hat. Und ich weigere mich, weil ich finde, in Deutschland wird das eben am 24. Das ist immer wieder so ein kleines Diskussionsthema. (lacht) Aber sonst, das ist eigentlich das Einzige. Sonst gibt es da keine großen Unterschiede.


Gab´s vielleicht irgendwelche Aspekte, wo´s vielleicht irgendwie Schwierigkeiten gab? Probleme, vielleicht durch unterschiedliche Ansichten, oder Meinungen.

B1: Also nicht mehr, als wenn man sonst in einer normalen Ehe sich da, unterschiedliche Meinungen hat. Glaube nicht dass der eine sagt „Du musst unbedingt links rum gehen“ und der andere sagt „Nein, ich kenn das nur rechts rum“ oder so. Das gibt’s nicht bei uns.

B2: Nee.

B1: Also da ist da Kulturkreis, wo ich her komme, ist nicht so groß da.

Also auch bei Wertevorstellungen, oder Kindererziehung....

B2: Nee, also da gab´s keine...

B1: ... Unterschiede. Also man hat ja seinen eigenen Stil, aber es ist nicht so dass man sagt, nur weil ich in Hong Kong groß geworden bin, dürfen die Kinder dann auf den Tisch spucken oder so. (lacht) Das gibt´s nicht.


Und gibt´s irgendwelche Vorteile, die man daraus ziehen konnte?

B1: Der einzige Vorteil ist, dass man, sagen wir jetzt, einen anderen Blick hat auf das Umfeld. Wie soll ich sagen. Dass man einfach weltoffener ist vielleicht

B2: Ja

B1: Ohne dass es jetzt überheblich wirkt. Aber das man einfach mal... Man kommt aus einer anderen Stadt und man sieht... man kennt beide Seiten der Medaille, sag ich mal. Und man ist einfach ein bisschen weltoffener, find ich vielleicht. Und ich hoffe, dass hab ich ihnen auch weiter gegeben. Aber sonst ist es nichts dass man sagt dass ist eine ganz andere Kulturkreis, wo ich her komme.

Auf Ihrer Seite vielleicht irgendwelche Vorteile? Irgendwelche schönen Aspekte?

B2: Ja, also ich finde auch. Ich war zum einen immer schon Asien- Fan und fand das toll, dass wir dann auf diese Art und Weise häufig da hin gekommen sind und dass da dann gesehen haben. Und eben auch, anders als Touristen, das wirkliche Leben da kennen gelernt haben. Und auch der Aspekt, dass die Kinder sehr früh sehr viel von der Welt gesehen haben und auch ein bisschen spiegelt sich das meiner Meinung auch in der Erziehung wieder, dass man auch einfach weltoffener erzieht. Dass sie sich nicht nur hier auf Deutschland konzentrieren, sondern früh auch ein Interesse an anderen Ländern, an anderen Kulturen entwickeln. Und ja, auch durch die weitere Familie eben auch mehr, ja, Eindrücke von der Welt bekommen und mehr Gelegenheiten haben, auch die Welt kennen zu lernen. Jetzt nicht als einfacher Tourist, sondern wirklich im Rahmen von Familienbesuchen und Austausch mit den Cousinen und so. Und dass dadurch dann doch ein anderes Weltbild entsteht. Das finde ich schon ganz gut dann.

B1: Ja ich weiß nicht, ich würde eher sagen, die Unterschiede bei uns sind eher so wie wenn ein Österreicher mit einer Norddeutschen verheiratet ist oder zusammen kommt. Es ist so ein ähnlicher Kulturkreis, so ein ähnliches Umfeld, das ist nicht so, als ob sie einen Chinesen geheiratet hat. Und deshalb sind auch keine großen Unterschiede in unserem Kulturgut, sag ich mal. Wir haben einen anderen Erfahrungsschatz aufgebaut, ja. Aber das ist ja kein gravierender Unterschied.

B2: Das ist jetzt nicht so ein gravierender Unterschied, als wie wenn man jetzt einen Italiener heiratet oder so.

B1: Ja.

In Ordnung, dann vielen Dank für das Interview

Ergebnis

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Geht man zum Einen wieder auf das Modell von Hofstede ein, welchem zu Beginn des Interviews gezeigt wurde, kann man erkennen, dass der Befragte im Prinzip wenig damit zu tun hat. Zum einen hervorgerufen durch die nicht-chinesische Herkunft, zum andern natürlich auch herbeigeführt durch das Aufwachsen in einer Art "europäischen Enklave" in der Stadt. Der Interviewte ist nicht kollektivistisch aufgewachsen, sondern als individualistischer Mensch erzogen worden. Ein Ausdruck der eigenen Meinung wird als wichtig angesehen, ebenso wie die Versorgung der eigenen Familie und nicht der gesamten "Gruppe", die es so auch nicht gegeben hat.

Geht man nach dem Prinzip von Berry, so kann man sagen, dass beim Beispiel von Tony mit Sicherheit von einer vertrauten Fremdheit gesprochen werden kann, als er nach Deutschland gekommen ist. Denn durch seine Mutter, deren Familie ursprünglich aus Deutschland kam, und das europäische Umfeld in der asiatischen Stadt, war kein komplett neues Kennenlernen von fremder Kultur und Bräuchen mehr gegeben. Somit war bereits ein Schritt des Kennenlernen getan und eine Möglichkeit der Integration eröffnet.

Der Prozess der Akkulturation hat sich bei Tony freiwillig vollzogen, denn er kam nach Deutschland, um dort bessere Berufsmöglichkeiten auszuschöpfen.Das eEintauchen in die neue kulturelle und soziale Umwelt erfolgte mit einem relativ hohen Maß an Freiheitsgraden und ist erfolgreich im Sinne einer Integration verlaufen. Wobei natürlich nicht vergessen werden darf, dass Tony bereits Kontakte zur deutschen Kultur durch seine Famliei hatte. Er selbst betrachtet sich auch nicht als "Integrierter in Deutschland", sondern eher als schon immer Deutsch. Im Gegensatz dazu ist sich seine Frau aber sicher, dass sie bei ihrem Mann deutlich mehr Tendenzen aus der britischen Umwelt, in der er aufgewachsen ist, erkennen kann als Deutsche.

Betrachtet man die Punkte, die für eine erfolgreiche Akkulturation stehen, so kann man jeden Punkt abhaken. Tony hat erfolgreich die deutsche Sprache gelernt, als er mit 18 Jahren ohne jegliche Vorkenntnisse in der Sprache nach Deutschland gekommen ist. Er identifiziert sich auch ethnisch mit der der deutschen Kultur, auch die Mediennutzung findet auf deutsch statt. Die Sprachkompetenz ist sehr hoch, doch Tony gibt auch zu, dass er beide Sprachen, also sowohl seine Muttersprache Englisch (die zweite Muttersprache Chinesisch wurde seit der Zeit in Deutschland nicht mehr verwendet), als auch die erst in Deutschland erlernte Sprache Deutsch, nicht richtig beherrscht. Also sein Deutsch ist nicht vollständig korrekt, während er seine Muttersprache Englisch auch immer weiter, aufgrund mangelnder Praxis, verlernt.

Die Wertorientierung hat seit dem Umzug klar nach deutschem Vorbild stattgefunden, auch wenn die in der Kindheit vermittelten Werte nach britischen Vorbild denen der deutschen Kultur nicht sehr fern gewesen sind. Demzufolge kann davon ausgegangen werden, dass die andere Kultur von Tony im Sinne eines Assimilationskonzeptes betrachtet wird.Denn er hat die Werte und Nomen aus Deutschland bereitwillig übernommen und sein sein Handeln integriert. Die Anpassungstendenzen waren sehr stark, auch hervorgerufen durch den sehr stark ausgeprägten Willen, im "neuen Land" beruflich und wirtschaftlich erfolgreich zu sein, was einen sehr starken Ehrgeiz die Anpassung betreffend hervorgerufen hat. Tony ist definitiv in der deutschen Kultur völlig aufgegangen und hat sich den Normen und Werten der Deutschen Kultur angepasst.Dennoch hat er sich noch eigenen Rituale und Traditionen aus seiner britisch- asiatisch geprägten Kindheit und Jugend erhalten, wie zum Beispiel das traditionelle Roastbeef an Weihnachten (am 25.12.), das Festhalten am Baseballspielen oder die asiatische Einrichtung der Wohnung oder das kochen von bevorzugt chinesischen/ asiatischen Gerichten.

Geht man nun davon aus, dass Tony eher britisch- chinesisch aufgewachsen ist, so verbindet er mit Sicherheit neben dem Assimilationskonzept auch des Synthesekonzept in sich, denn er hat bedeutsame Elemente beider Kulturen zu einer neuen Qualität verbunden, die nicht nur für ihn normgebend und beeinflussend sind, sondern für seine ganze Familie, die mit diesen verschmolzenen Ressourcen beider Kulturen lebt.

Somit lebt auch seine Frau Siegrid mit den Einflüssen beider Kulturen. So wird oft asiatisch gekocht, die Urlaube werden oft in Asien verbracht. Die Kinder reisen in ihrem Ferien oft zu den Cousinen nach Hong Kong und Australien - für die ganze Familie hat sich ein viel größeres Verständnis für anderen Kulturen entwickelt. Die Kinder waren bereits im Babyalter in Asien mit dabei, haben dort die regionale Küche, Sprache und Lebensart kennen und schätzen gelernt. Somit ist es auch ein Wunsch der Eltern, dass sich die Kinder ohne Scheu und Vorurteilen anderen Kulturen und Ländern nähern und im besten Fall auch im Hinblick auf berufliche Chancen nicht nur auf Deutschland beschränken. Sie sollen das anwenden, was ihnen ihre Eltern im Bezug auf Weltoffenheit und Toleranz vermittelt haben. Und dies ist auch ein Punkt, den beide Ehepartner definitiv als großen Vorteil einer binationalen Ehe ansehen. Dass alle Familienmitglieder von einer weltoffenen Einstellung profitieren und diese auch anwenden können. Außerdem gefällt es Siegrid sehr gut, dass sie durch Tony einen Einblick in die asiatische Kultur und Lebensart gewinnen konnte, der ihr so in dieser Art wahrscheinlich ein Leben lang verborgen geblieben wäre. Auch hinsichtlich der Esskultur die zuhause gepflegt wird, der Wohnungseinrichtung, der Sportart des Mannes und er Kinder und der bevorzugten Urlaubsziele hat Tony seine Frau sehr stark beeinflusst. Man kann deutlich feststellen, dass die britisch- asiatische Kultur mehr Einfluss auf das Leben der Beiden hat als die Deutsche. Auf der anderen Seite fällt es Tony auch schwer, noch große Unterschiede auszumachen, da er schon seit seinem 18. Lebensjahr in Deutschland lebt und auch nicht fern von der europäischen Lebensart aufgewachsen ist.

Überblick über die Interviews

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Interview 1 (Mexiko) Interview 2 (USA) Interview 3 (Italien) Interview 4 (Italien) Interview 5 (Hong Kong)
Vorstellung Diana, 29 Jahre aus Eisenhüttenstadt; Sergio, 33 Jahre aus Puebla Mexiko Dagmar, 52 Jahre aus Augsburg, war mit Ronald (USA) 3 Jahre verheiratet Heidi, 61 Jahre aus Augsburg, mit Pasquale (Italien) seit 5 Jahren verheiratet Nadine, 25 Jahre aus Schwabmünchen; Luca, 28 Jahre aus Cattolica Anthony, 53 Jahre aus Hong Kong; Siegrid, 53 Jahre aus Stade
dominierende Esskultur ausgeglichen die deutsche die italienische die italienische verschmolzen
Essenszeiten sehr unterschiedlich, also typisch mexikanisch keine Regelmäßigkeit, eher abends richtiges Essen am Abend später als in Deutschland, nach italienischem Vorbild an Deutschland orientiert
Änderung der Essgewohnheiten Diana isst nicht mehr zu bestimmten Uhrzeiten Nein früher unregelmäßig Ja, aber eher für Nadine Nein, eigentlich nicht
Rolle der deutschen Esskultur das strikte Essen nach Uhrzeiten meist typisch deutsches Essen selten eher geringer es wird auch Deutsch gekocht
Sprache zu Hause Spanisch, Kinder werden zweisprachig erzogen Englisch Italienisch und Deutsch, gemischt Deutsch, Kinder sollen zweisprachig erzogen werden Deutsch, die Kinder wurden einsprachig erzogen
Verständnisschwierigkeiten Sergio beschreibt Mexikanisch als Flexibler, versteht die Wörter die Diana sagt, aber nicht was sie damit ausdrücken will Nein Ja Anfangs ja, mittlerweile nicht mehr Nein, keine
Erwerb der Sprache des Partners Ja Englisch: bereits bekannt; Deutsch: nur teilweise Ja Ja war bereits bekannt
Kommunikation im Alltag Ja Ja Ja Ja Ja
Besuche im Heimatland Ja mindestens einmal pro Jahr Dreimal in den USA; einmal in Deutschland maximal einmal pro Jahr Ja, jedes Jahr zwei bis drei Mal Ja, früher öfter
Konflikte bei Besuchen Nein Nein Nein Nein Nein
Familienfeiern Beide Kulturen vereint 4.Juli u. Thanksgiving in USA; Weihnachten in Deutschland insbesondere Ostern; Weihnachten nicht Weihnachten immer in Italien, mit der Familie Beide Kulturen vermischt
Aufnahme des Parnters in die Familie Sehr gut, Sergio beschreibt die Mexikaner als sehr offen Sehr gut Sehr gut Sehr gut Sehr gut
Erwartetes Verhalten des Partners im Heimatland Keine Erwartungen Keine Erwartungen Keine Erwartungen Keine Erwartungen Keine Erwartungen, eher Angst vor Erwartungen
Gleichberechtigung im Heimatland Ja Jein Ja Ja In Hong Kong ja
Rollenverteilung Keine bestimmte Rollenverteilung, unterstützen sich gegenseitig im Haushalt gleichberechtigt; 50:50 gerechte Aufteilung, aber manchmal Mann dominierend Fokus auf Nadine, aber eher durch Arbeit bedingt Rollenverteilung durch den Alltag bestimmt
Integration des Partners in die andere Kultur Sergio hat sich der deutschen Kultur angepasst, möchte aber seine eigene Kultur nicht verlieren Amerikanischer Partner wurde nicht wirklich in die deutsche Kultur integriert Heidi in die Italienische sehr gut; Pasquale nur teilweise Ja, sehr gut integriert Tony sieht sich selbst als Deutscher, Siegrid sieht noch eher seine britische Prägung
Dominanz einer Kultur im Alltag Einkaufen ist eher deutsch, Freizeit eher spnaisch Sport (USA); Baden (Deutschland) Italienisch Essen, manchmal Deutsch Essen italienisch, der Rest eher deutsch Nein, alles eher deutsch
Schwierigkeiten Für Sergio Geduld und Toleranz Keine Keine, wegen Offenheit Für Luca die extreme Püntklichkeit, Ordentlichkeit, Sauberkeit Nichts
Vorteile einer binationalen Ehe Versuchen aus jeder Kultur das positive zu nehmen, Diana hat gelernt das Leben zu genießen Toleranz, Akzeptanz, Respekt Kennenlernen neuer Kulturen Zweisprachigkeit für Beruf und Kinder Verschmelzung beider Kulturen, Entwicklung zu weltoffenen Menschen (auch die Kinder)

Abschließend kann man sagen, dass jeden Interview die Hypothese „Partnerspezifische Enkulturationen beeinflussen binationale Ehen“ bestätigt. Trotz der Tatsache, dass die interviewten Paare aus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen und Kontinenten stammten, ähnelten sich doch häufig die Aspekte, die die binationale Ehe beeinflussen.

Jedoch fällt auf, dass nicht alle Partner gleich stark in die Kultur des Partners integriert wurden. Bei Sergio und Diana, dem Mexikanisch-Deutschen Ehepaar muss man sagen, dass Diana mehre Elemente der mexikanischen Kultur aufgenommen als Sergio Elemente der deutschen Kultur. Sergio lebt zwar mit seiner Frau in Deutschland und muss sich deshalb auch an die deutschen Gewohnheiten anpassen, Essen, Freizeit und Sprache sind aber Mexikanisch geprägt. Ähnlich ist die Situation bei dem deutsch-amerikanischen Ehepaar. Hier wurde auch auf Englisch kommuniziert, typisch amerikanische Feiertage werden gefeiert und mindestens dreimal pro Jahr ist das Paar in die USA geflogen. Allerdings wurde nach den Angaben von Dagmar Roland nicht wirklich in die deutsche Kultur integriert, da für ihn die deutschen Sitten und Bräuche eher lästig waren. Bei den beiden deutsch-italienischen Paaren fällt auf, dass die Antworten viele Gemeinsamkeiten aufzeigen. Beim Essen dominiert bei beiden Paaren die italienische Esskultur. Auch in den Kategorien Kommunikation und Familie, Feste und Traditionen stellt man Parallelen fest. Ein Unterschied ist daran zu erkennen wie gut die Partner in die jeweils andere Kultur integriert wurden. Bei Heidi und Pasquale wurde Heide sehr gut in die Italienische Kultur aufgenommen, Pasquale nur bedingt, da er viele Dinge nicht annehmen will (Fernsehen, Zeitung). Nadine und Luca dagegen sind der Meinung sehr gut in die jeweils andere Kultur integriert zu sein, obwohl sie sich bei der Beantwortung dieser Frage nur auf die sprachlichen Aspekte beziehen. Etwas anders sind die Bedingungen bei Anthony und Siegrid. Anthony ist in Hong Kong geboren, lebt aber hier schon sehr lange und hat seine Frau auch hier kennen gelernt. Dadurch, dass Anthony schon vor der Ehe in Deutschland lebte sind hier die Unterschiede am geringsten. Elemente aus Hong Kong spürt man am deutlichsten noch beim Essen und bei den Heimatbesuchen. Aber dadurch, dass sich Anthony selber als Deutscher sieht und auch schon lange Zeit hier lebt findet man wenig gravierende Unterschiede. Interessanter Weise sagte Siegrid, dass sie schon noch den britischen Einschlag ihres Mannes merke, während sich ihr Mann deutsch fühlt.

Auffällig ist aber, dass bei allen Paaren das Synthesekonzept zu erkennen ist. Keiner der Partner hat seine eigene Kultur vollständig aufgegeben und die vom Partner komplett übernommen. Alle Paare leben eine Mischform und leben Aspekte von beiden Kulturen aus. Allerdings ist es von Paar zu Paar unterschiedlich in welchen Kategorien und Situationen die Mischform aus den Kulturen zu tragen kommt.

Allgemeine Rückschlüsse der Enkulturation von Menschen mit einem Ehepartner aus einer anderen Kultur kann man dadurch jedoch nicht ziehen. Eventuell ist das Synthesekonzept eines der am häufigsten angewendeten Prinzipien. Abhängig ist die Wahl eines Konzepts sicher auf von Alter, Bildungsgrad und Geschlecht der Person, die in das andere Land zieht. Deutlich wird aber in allen Interviews, dass partnerspezifische Enkulturationen binationale Ehen beeinflussen.

Definition binationale Ehen

Geert Hofstede

What about Mexico?

What about USA?

What about Italy?

What about Hong Kong?

Powerpoint Eva Sondershaus, Aufbaumodul IKS, Fremdheitsakkulturschock, 04.06.2014

http://liebenswerte.de/deutsche-heiraten-auslander/